KITZINGEN

Lohnt sich der Umstieg aufs Elektroauto?

Erste Erfahrungswerte: Peter Reuther von den LKW nutzt „Mia“ für Arbeitsfahrten fast täglich. Im gesamten Landkreis sind bislang 39 Elektrofahrzeuge angemeldet.
Erste Erfahrungswerte: Peter Reuther von den LKW nutzt „Mia“ für Arbeitsfahrten fast täglich. Im gesamten Landkreis sind bislang 39 Elektrofahrzeuge angemeldet. Foto: Ralf Dieter

Die Licht-, Kraft- und Wasserwerke in Kitzingen suchen Testpersonen. Eine haben sie schon gefunden. Endlich wird der Zigarettenanzünder meines Autos mal genutzt.

Elektrofahrzeuge gibt es mittlerweile in vielen Modellen. Auch die großen Automobilhersteller haben ein Elektrofahrzeug in ihrem Sortiment. Auf den Straßen sieht man die umweltschonenden Fahrzeuge aber immer noch selten. 39 Elektrofahrzeuge sind bei der Zulassungsstelle im Landratsamt angemeldet. Und an den zwei Ladestationen in der Stadt Kitzingen besteht auch nicht gerade Staugefahr. In der Alten Burgstraße gibt es eine Ladesäule und am Alten Krankenhaus. Letztere wurde im Mai 2011 von der LKW eröffnet. Pro Monat wird dort etwa 30 Mal getankt. „Mit zunehmender Tendenz“, berichtet Sylvia Bayer von den LKW. Der Strom ist für die Nutzer kostenlos. Einziger und einmaliger Kostenpunkt: ein elektronischer Chip in Form eines Schlüsselanhängers, der für zehn Euro ausgereicht wird.

Dennoch: Die Unsicherheit scheint immer noch groß zu sein, es gibt offensichtlich zu viele offene Fragen, um auf Elektromobilität umzusteigen. Das soll sich ändern. Und die LKW wollen den Menschen im Landkreis Kitzingen Argumentationshilfen an die Hand geben.

Proved (Professional virtual electric driving) nennt sich das Projekt, das Aufschluss über das eigene Fahrverhalten geben soll. Und damit Rückschlüsse zulässt, ob der Kauf eines Elektroautos wirtschaftlich sinnvoll ist. 20 freiwillige Tester suchen die LKW. Wer mitmacht, erhält einen GPS-Sender in sein Auto installiert, der das persönliche Fahrprofil für die Dauer von vier bis sechs Wochen aufzeichnet. „Der Sender lässt sich via USB-Anschluss oder eben am Zigarettenanzünder anbringen“, erklärt Sylvia Bayer, die bei der LKW für das Projekt verantwortlich zeichnet.

Unterschiedliche Reichweiten

Das Kitzinger Unternehmen hat selbst zwei Elektroautos im Fuhrpark. Peter Reuther vom Zeichenbüro nutzt „Mia“ häufig und ist grundsätzlich zufrieden. „Das Problem ist nur, dass der Hersteller insolvent gegangen ist“, sagt er. Mittlerweile haben auch renommierte Automobilhersteller Elektrofahrzeuge in ihrem Portfolio aufgenommen. Von BMW über Mercedes bis hin zu Peugeot und Ford reicht die Palette.

Es gibt Fahrzeuge wie „Mia“, die gerade mal 60 Kilometer Reichweite haben, und Elektrofahrzeuge, die schon mehr als 200 Kilometer weit fahren, bevor sie wieder aufgeladen werden müssen. So genannte Plug-In-Hybride kombinieren Elektromotor mit Verbrennungsmotor. Vorteil: Sobald der Akku entladen ist, verlängert der Verbrennungsmotor die Reichweite. Möglichkeiten gibt es also genug, um auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Je mehr Informationen man hat und je personenbezogener die Daten sind, desto besser.

Vier bis sechs Wochen werden Daten wie Geschwindigkeit, Fahrzeiten oder das Höhenprofil der Strecke gesammelt und dann an die Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft in München geschickt. Dort werden die Daten ausgewertet. Jeder Teilnehmer erhält eine mehrseitige Analyse seines Fahrverhaltens. Und gleichzeitig gibt es noch einen Vergleich zu einem vorher festgelegten Elektromobil. „Wer Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes hat, kann die Analyse auch anonym vornehmen lassen“, betont Bayer.

Bundesweit nehmen bislang vier Unternehmen an dem Pilotprojekt teil. Viel mehr als einen USB-Anschluss beziehungsweise Zigarettenanzünder im Auto bedarf es nicht, um mitzumachen. Ein generelles Interesse an E-Mobilität kann natürlich nicht schaden. Und ein Internetzugang mit E-Mail Postfach hilft auch. Dorthin werden die ausgewerteten Daten geschickt.

Dann hat jeder Teilnehmer seine ganz persönliche Auswertung an der Hand, die ihm beim nächsten Autokauf wertvolle Entscheidungshilfen liefert. Elektroauto oder doch wieder ein herkömmlicher Verbrennungsmotor? Bald bin auch ich ein Stückchen schlauer. Und teile meine Erkenntnisse an dieser Stelle gerne mit.

Die Anmeldung zum Proved-Projekt erfolgt per Mail an bayer@lkw-kitzingen.de oder telefonisch unter Tel. (0 93 21) 10 13 27. Anmeldeschluss ist der 16. Juni.

Einfache Sache: Ein Zigarettenanzünder oder ein USB-Anschluss reichen. Und schon kann die Testphase beginnen.
Einfache Sache: Ein Zigarettenanzünder oder ein USB-Anschluss reichen. Und schon kann die Testphase beginnen.

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