"Luxus-Klo" landet im Schwarzbuch

Iphofen (MEY) Mit einem anrüchigen Thema dürfte Iphofen am 28. September ins Licht der bundesdeutschen Öffentlichkeit gerückt werden: Die rund 320 000 Mark teure Toilette am Busparkplatz ist ein Thema im "Schwarzbuch" des Bundes der Steuerzahler, das an diesem Tag erscheint, wie der Regionalbeauftragte des Bundes, Hans Hinrich Friese, jetzt informierte.

Das "Luxus-Klo" ist den Kämpfern gegen die Verschwendung von Steuergeldern zu teuer, "bekommt man doch in der Umgebung Iphofens für diesen Preis zu einem Klo noch zusätzlich ein kleines Einfamilienhäuschen dazu." Allerdings keines in der Nähe einer historischen Stadtmauer, keines mit Damen-WC samt Wickel-Eck oder mit Behinderten-Toilette.

Das stille Örtchen am Einersheimer Tor ist laut künftigem "Schwarzbuch"-Text immerhin ein Hort der Hygiene - wegen der "berührungslosen Armaturen". Und wehrhaft ist die 40-Quadratmer-Bedürfnis-Bleibe auch noch: "Um auch Randalierern keine Chance zu geben, sind die Becken vandalensicher in Edelstahl statt in Porzellan eingerichtet."

Solcherlei Qualität der feinsten Art sollte eigentlich auch die Jäger der allgegenwärtigen Verschwendung zufrieden stellen. Schließlich sind die Orte öffentlicher Bedürfnisse keine baulichen Schnäppchen. Darauf hatte schon Iphofens Bürgermeister Josef Mend hingewiesen, als er wegen des "Luxus"-Klos in die Kritik geriet. Selbst die Holzhütte am Spielplatz habe in Einfach-Ausführung schon rund 120 000 Mark verschlungen.

Dass die Kosten für die Plumps-Etablissements anrüchig hoch sind, musste auch die Stadt Kitzingen erfahren. Deren Stadtrat diskutierte vor rund drei jahren den "saumäßigen" Zustand (ein Stadtrat) der Toilette am Rosenpark und dessen Innenrenovierung. Dass da runde 100 000 Mark an Kosten zur Debatte standen, ging manchem Stadtrat die Nase hoch. Letztlich lief aber aber alles so, wie es in dringlichen Fällen (nicht nur auf Toiletten) geht: Wer muss, der muss halt!

Der Bund der Steuerzahler wurde 1949 gegründet und kämpft seitdem für bessere Steuergesetze, eine Begrenzung der öffentlichen Ausgaben und vor allem gegen die Verschwendung von Steuergeldern. Beispiele werden im "Schwarzbuch" veröffentlicht.

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