Mainstockheim

Mainstockheim: Letzter Rathaussturm der närrischen Weiber

Erstmals ohne große Gegenwehr und wohl ein wenig wehmütig ließ sich Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs in Mainstockheim nach 30 Jahren Amtszeit seine "neueste" Krawatte von den närrischen Weibern abschneiden. Foto: Josef Gerspitzer

"Alle Macht den Frauen" – so lautete viele Jahre der Ruf der närrischen Weiber in Mainstockheim am Abend des Weiberfaschings am Donnerstag vor den eigentlichen Faschingstagen. Vorerst ein letztes Mal wegen immer geringeren Interesses der weiblichen Bevölkerung des Weinortes "stürmten" die letzten sechs närrischen  Weiber am Donnerstag das Mainstockheimer Rathaus und forderten Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs und seinen Stellvertreter Ralf Menger heraus.

Dieses Mal gab es keine kritischen Themen bezüglich Baustellen, schwieriger Projektplanung und besserer Berücksichtigung der Interessen der Dorfbevölkerung. Dieses Mal gab es anlässlich des 30. Dienstjahres von Fuchs als Bürgermeister eine Eloge auf die Leistungen von Fuchs in den vergangenen drei Jahrzehnten. Es gab eine Gratulation zum Jubiläum, dazu eine Torte (so hat sich die Gemeinde dieses Jahr die Krapfen zur Versöhnung gespart), eine kleine Schmuckkiste mit den abgeschnittenen Krawattenresten der letzten Jahrzehnten und ein paar Karamellbonbons. Diese gab es vor einigen Jahren statt Krapfen, was damals die närrischen Weiber bereits ein wenig erzürnte.

Wie das Format weiterleben kann

Dazu fiel der Blick auf manche Höhepunkte in der Vergangenheit, als die närrischen Weiber als Bauarbeiter verkleidet, als Straßenkehrer eine höhere Frauenquote in der Politik forderte oder als Badenixen im "Sternla", dem früheren Gasthaus zum Stern, den Bürgermeister in eine Badewanne setzten. Ein absoluter Höhepunkt waren die fleißigen Zwerge, die Bürgermeister und Gemeinderat zu Hilfe eilten und die Fertigstellung von vielen schwierigen Projekten ermöglichten.

Nun kam der Aufruf an alle jungen und älteren Frauen, "Alle Macht gehört den Frauen, uns gehört die Welt", sich bei der Vorsitzenden Ulrike Lipinski zu melden und Ideen zu entwickeln, was man aus dem in die Jahre gekommenen Format Rathaussturm machen könnte.

Es wäre doch sehr schade, wenn die Frauen in Mainstockheim ihre Stimme zu Welt, Politik und dem täglichen Treiben in Mainstockheim verlieren würden.

Bürgermeister Fuchs zeigte sich zuversichtlich, dass im nächsten Jahr vielleicht bei einem neuen Bürgermeister die Mainstockheimer Frauen vielleicht mit einer ganz neuen Nummer wieder von sich Reden machen. Schließlich gebe es in Mainstockheim viele aktive und engagierte Frauen in allen Bereichen.

Der Schlips von beiden Bürgermeistern wurde dann aber doch nicht verschont. Am Schluss war es soweit. Ein letzter Krawattenrest von Fuchs und Menger landete im "Kästchen".

Die letzten sechs närrischen Weiber von Mainstockheim stellten sich nochmal mit Bürgermeister Karl Dieter Fuchs und Stellvertreter Ralf Menger (Mitte) zu einem Abschiedsfoto. Foto: Josef Gerspitzer

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