Volkach

Mainvorland: Wie Lama sich den Bürgerpark am Fluss vorstellt

Autos und Busse bleiben komplett draußen aus der Mainlände, wenn es nach dem Alternativkonzept des Vereins Lama geht. Die Unterschiede zur Idee der Stadt sind gewaltig.
Neugestaltung des Mainvorlands: So sieht das Alternativkonzept des Vereins Lama aus.
Neugestaltung des Mainvorlands: So sieht das Alternativkonzept des Vereins Lama aus. Foto: Verein Lama Landschaftsschutz Mainschleife

Neben den alten Kastanien bereitet einer den Grill vor fürs Abendessen vor, während auf der kleinen Bühne am Ententeich die Jugend der Musikschule ein Konzert gibt und am Stadtstrand Eltern ihren Kindern beim Sandburg bauen zuschauen. So könnte sich Lama (Landschaftsschutz Mainschleife) eines Tages einen lauen Sommerabend am Volkacher Mainvorland vorstellen. Der Verein hat ein Alternativkonzept für die Neugestaltung des Uferbereichs erarbeitet, das erheblich von dem Rahmenplan der Stadt abweicht.

So sieht die Idee der Stadt aus, entworfen von den Büros Arc.Grün (Kitzingen) und Dag Schröder (Schweinfurt): Den Mainvorland-Rahmenplan möchte Volkach in mehreren Bauabschnitten umsetzen.
So sieht die Idee der Stadt aus, entworfen von den Büros Arc.Grün (Kitzingen) und Dag Schröder (Schweinfurt): Den Mainvorland-Rahmenplan möchte Volkach in mehreren Bauabschnitten umsetzen. Foto: Quelle: Architekturbüro Dag Schröder

Diesen ersten Entwurf hatten die Büros Arc.Grün (Kitzingen) und Dag Schröder (Schweinfurt) bei der Stadtratssitzung Ende Januar vorgestellt. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass dieser Rahmenplan vor allem Grundlage für einen Bürgerworkshop sein soll. Dessen Datum steht jetzt fest: Am Freitag, 5. April, ab 18 Uhr dürfen sich alle Interessierten im Volkacher Schelfenhaus die Köpfe zerbrechen, wie Volkachs Flussufer, auf das die Abendsonne scheint, gestaltet werden soll.

Das Alternativkonzept von Lama verbannt Autos und Busse komplett aus dem "Bürgerpark Mainlände". Der Bereich, der Fußgängern und Radfahrern vorbehalten ist, gewinnt dadurch deutlich an Größe. "Ein echter Park zwischen Eschbach und Mainufer" könne laut Pressemitteilung von Lama so entstehen. Möglich wird das, indem 91 Parkplätze für Autos (städtischer Rahmenplan: 80) ausgelagert werden. Sie sind entlang der Straße zwischen Kreisel und Brückenauffahrt eingezeichnet und lägen somit näher an der Stadt. Zudem sollen Busse nicht mehr bis zur Anlegestelle fahren und dort wenden dürfen, sondern am neuen Busparkplatz entlang des Freibads (gleiche Stelle wie im städtischen Rahmenplan) stoppen.

"Leider mussten wir feststellen, dass das vorgesehene Konzept in keiner Weise der Vorstellung eines Bürgerparks und eines grünen Uferbereichs entspricht."
Verein Lama Landschaftsschutz Mainschleife

Den Rest des 200 Meter langen Weges von der Anlegestelle zum Parkplatz sei den Busreisenden zu Fuß zuzumuten, erklärt Andrea Rauch von Lama auf Nachfrage. In Zusammenarbeit mit Volkachs Grünen habe man extra mit dem Behindertenbeauftragten des Landkreises Kitzingen, Herbert Köhl, vor Ort geklärt, dass ein Buswendehammer direkt am Main nicht notwendig sei. Nur der Weg zum Busparkplatz müsse barrierefrei werden.

Aktuell herrscht große Ödnis: Blick von der Brücke nach Astheim auf die Mainlände Richtung Norden. 
Aktuell herrscht große Ödnis: Blick von der Brücke nach Astheim auf die Mainlände Richtung Norden.  Foto: Guido Chuleck

Diese Idee hat für Lama einen weiteren Vorteil: "Die Kunden von Hotel- und Ausflugsschiffen werden nicht in der Ödnis von seelenlosen Bushaltestellen und Parkplätzen empfangen, sondern mitten im neuen grünen Wohnzimmer der Stadt willkommen geheißen." Entsprechend ist der Platz im Lama-Konzept als "Willkommenspark an den Landungsstegen" gedacht. Zudem sollen im nördlichen Teil des Parks Aufenthaltsbereiche am Main mit Kneipp-Anlage, Grillbereich, Bouleplatz, Badminton-Feld und Skulpturengarten für Bürger und Gäste zur Verfügung stehen. Und all das bei Erhaltung des alten Baumbestands und der Hausteilgärten.

Foodtrucks am Stadtstrand?

Weiter südlich folgen Ententeich, Kleinbühne, Spielplatz  und Stadtstrand, an dem künftig Foodtrucks Essen anbieten könnten, schwebt Andrea Rauch vor. Allerdings, erklärt sie auf Nachfrage, sei der Strand zwar für Sonnenhungrige, nicht aber für Wasserratten gedacht. Einen flachen Einstieg ins Wasser soll es dort nicht geben. Unter und südlich der Brücke ist ein "Jugendfreiraum" vorgesehen, eventuell mit Basketballkörben. Damit endet laut Lama-Konzept der Bürgerpark. Weiter südlich folgen noch die Fläche für Flussrettungsdienste, die Wohnmobilstellplätze (40, wie beim städtischen Rahmenplan), die Bootsrampe und der Kanuverleih "Waterwalker".

Abschließend betonen die Lama-Verantwortlichen, dass man auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten setze. Die Diskussion beim Bürgerworkshop verspricht jedenfalls spannend zu werden, so deutlich wie die Kritik von Lama am städtischen Rahmenplan ausfällt: "Leider mussten wir feststellen, dass das vorgesehene Konzept in keiner Weise der Vorstellung eines Bürgerparks und eines grünen Uferbereichs entspricht."

Mitreden über die Mainlände
Das Rahmenkonzept der Stadt zur Neugestaltung des Mainvorlands ist auf deren Bürgerportal www.stadt-volkach.de direkt auf der Startseite zu finden.
Die CSU Volkach lädt am Samstag, 16. März, um 14 Uhr zum Bürgertreff „Neugestaltung Volkacher Mainlände“ vor Ort, an der Schiffsanlegestelle in Volkach ein. Dabei möchte die Partei Anregungen für den anstehenden Bürgerworkshop sammeln.
Dieser Bürgerworkshop findet am Freitag, 5. April, ab 18 Uhr im Volkacher Schelfenhaus statt. Alle Bürger sind aufgefordert, ihre Ideen für das neue Mainvorland einzubringen.

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