Marktsteft

Marodes Kanalnetz: Untersuchungen und Sanierungen nötig

Kanaluntersuchung (Symbolbild) Foto: Johannes Ungemach

Auch wenn die Stadt Marktsteft in den vergangenen Jahren bereits einiges im Bereich der Kanalsanierung mit der Mischwasserbehandlung und der Erneuerung der Kanäle in der Marktbreiter- und der Güntherstraße unternommen hat, ist seit der Ratssitzung am Montag klar: Eigentlich steht die Stadt in diesem Bereich noch ganz am Anfang. Hier dürften hier in den kommenden Jahren und Jahrzehnten wohl große Millionenbeträge in den Untergrund fließen.

Grundsätzlich sollten alle Kommunen ihr Kanalnetz in Schuss halten, sollten alle zehn Jahre den Untergrund untersuchen, Schäden erkennen und sanieren und damit verhindern, dass Abwasser in den Boden gerät. Theoretisch. Doch wie Vertreter des Ingenieurbüros Köhl am Montag in der Sitzung deutlich machten: Hier liegt wohl einiges im Argen – so auch in Marktsteft.

Dringender Handlungsbedarf

Für rund zwei Drittel des gut 15 Kilometer langen Kanalnetzes liegen nämlich keine Daten über TV-Kamera-Befahrungen vor. Und das in einem Trinkwasserschutzgebiet, das für rund drei Viertel des Stadtgebiets ausgewiesen ist. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, denn eigentlich sind für Schutzzonen Untersuchungen in fünfjährigem Turnus vorgeschrieben. Wie brisant ist die Lage? Ingenieur Peter Leimeister dazu: "Sie können dauernd mit Tempo 150 über die Landstraße fahren - irgendwann werden sie geblitzt." Es besteht also akuter Handlungsbedarf. Und das auch, weil den Räten klar ist, dass Teile der Kanalisation nicht in allerbestem Zustand sind.

Das gesamte Kanalnetz auf einmal zu untersuchen, ist wohl nicht möglich und viel zu aufwendig, denn der Befahrung muss die Auswertung folgen. Um aber zumindest einen Schritt weiter zu kommen, sollen die Ingenieure nun ein Behördengespräch mit Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt vorbereiten. Dabei werden Vorschläge für erste Schritte, etwa der Kanaluntersuchung im unteren Stadtbereich, also in Mainnähe gemacht.

Auch Michelfelder Kanäle werden untersucht

Dazu sollen auch Zuschussmöglichkeiten geprüft werden. Denn den Räten ist klar: Wird hier untersucht, muss auch saniert werden. Dann stellt sich schnell die Frag nach dem Zustand der Wasserleitung - und auch hier dürfte die Antwort klar in Richtung Sanierung gehen. Sind aber Wasser- und Abwasserleitungen erneuert, dann muss wohl die Straßenoberfläche ebenfalls gemacht werden – ein Rattenschwanz.

Die Hoffnung dabei: Sehen die Ämter den Willen, etwas zu tun und ist das Gefährdungspotential nicht allzu hoch, dann könnte die Untersuchungsintervalle für die Kanäle von fünf auf zehn Jahre erhöht werden, was natürlich erheblich Kosten spart.

Ähnliches gilt für Michelfeld, wo die Untersuchungen für 90 Prozent des rund sechs Kilometer langen Kanalnetzes ebenfalls mindestens zehn Jahre zurück liegt, es allerdings keine Schutzzone gibt. Hier sollte als nächster Schritt der Kanal vom Ort in Richtung Kläranlage befahren werden.

Die angespannte Finanzlage der Stadt ist kein Argument gegen die Untersuchungen und Sanierungen: Abwasseranlagen sind kostenrechnende Einrichtungen und müssen komplett auf die Nutzer, also die Marktstefter Bürger umbelegt werden.

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