Sommerach

Mit Herzblut und Gelassenheit ins Sommeracher Rathaus

Elisabeth Drescher, eine gebürtige Österreicherin, will in Sommerach Bürgermeisterin werden. Warum? Ganz einfach – weil sie verliebt ist.
Elisabeth Drescher möchte für die CSU Bürgermeisterin in Sommerach werden. Ihr liebster Platz im Ort: die Grabengärten und die Allee am Maintor. Foto: Julia Lucia

"Ich liebe Sommerach und lebe für Sommerach", sagt Elisabeth Drescher. Klar, dass sie ihr ganzes Herzblut ins Amt als Bürgermeisterin stecken wird. Denn, dass die 47-Jährige am 15. März gewählt wird, ist ziemlich sicher. Schließlich ist sie die einzige Kandidatin in Sommerach. Sie wünscht sich ein gutes Wahlergebnis: "Ich will ein deutliches Ja. Ich will den Rückhalt der Sommeracher." 

Sicher ist auch, dass der neue Sommeracher Gemeinderat "eine bunte Mischung" sein wird. Ein Generationenwechsel steht an. CSU, SPD, die Grünen und die Freien Wähler stellen eine Liste und Drescher, seit 2014 im Gemeinderat, glaubt, dass anfangs "eine junge unerfahrene Truppe" im Rathaus Politik machen wird. Wichtig sei ihr, dass Entscheidungen wie bisher gut vorbereitet und lange überlegt sind. Nicht die Partei, sondern das Beste für Sommerach soll weiterhin im Mittelpunkt der Gemeinderatsarbeit stehen. Faires Miteinander, kein Gegeneinander. "Ich bin eine Netzwerkerin und Teamplayer. Aber ich kann auch Entscheidungen treffen", sagt sie selbstbewusst.

Mit Engagement ins Rathaus

Hilfreich waren für die gebürtige Österreicherin die vergangenen Jahre im Gemeinderat."Die sechs Jahre waren Lehrjahre für mich", erklärt sie. Sie geben ihr jetzt Sicherheit, denn die Gemeinde müsse sich ja auch um hoheitliche Aufgaben kümmern. Ohne eine Ausbildung in der Verwaltung tue man sich anfangs schwer. Die Herausforderung im Gemeinderat ging sie genauso an, wie sie jetzt als Chef ins Rathaus ziehen will: mit viel persönlichem Einsatz.

Elisabeth Drescher sagt von sich, dass sie Sommerach liebt und für Sommerach lebt. Foto: Julia Lucia

Apropos Engagement. Die Mutter sagt von sich selbst, dass sie ein "Ehrenamtsmensch" sei. Nach dem dritten Kind hat sie sich beruflich zurückgezogen. "Aber die Zeit, die ich hatte, wollte ich ins Ehrenamt investieren", sagt sie. Und wie aufs Stichwort klingelt das Telefon. Ein Blick aufs Display. "Da muss ich kurz ran", erklärt sie entschuldigend und regelt schnell am Esstisch den Ausflug der Landfrauen nach Wien. "Eine Woche vor der Wahl", sagt sie und lacht. Ihr Jahr sei eigentlich schon durchgeplant gewesen. Aber unverhofft kommt oft und nachdem kein anderer sich in Sommerach für die Kandidatur bereiterklärt hat, macht es Drescher. "Ich bin ja ohnehin da", sagt sie und verweist auf ihre Arbeit im Weingut, das sie mit ihrem Mann Norbert führt, und auch in der Infovinothek ist sie als Gesellschafterin oft anzutreffen. "Gäste spiegeln uns wider, was wir für einen lebenswerten Ort haben", berichtet sie von ihren Erfahrungen und freut sich. 

Das besondere Sommeracher Lebensgefühl

Dieses besondere Sommeracher Lebensgefühl möchte sie als Bürgermeisterin auf jeden Fall erhalten. In Sommerach sollen sich alle wohlfühlen. Deswegen ist es Drescher wichtig, die Balance zwischen Touristen und Bürgern zu finden. Deswegen befürwortet sie auch, das Parkverbot im Ort in den Sommermonaten. "Die Altortbewohner finden das sehr angenehm", sagt sie. Überhaupt liegt ihr der Altort am Herzen. Der Gemeinderat, und damit auch Drescher, sprach sich eindeutig für das Projekt Innen statt Außen aus. "Die Weichen sind damit gestellt", erklärt Drescher.  In den nächsten zehn Jahren werde es keine neuen Bau-und Gewerbegebiete in Sommerach geben. Dafür gibt es Fördermittel vom Freistaat.

Auf dem Weg zu ihrem Lieblingsplatz am Maintor liegt ein verlassenes Haus, das mit Efeu bewuchert ist. "Auch solche Plätze sind wichtig", erklärt sie. "Damit wir nicht vergessen, was es noch alles zu tun gibt." Mit ihrer österreichischen Gelassenheit ("Franken und Österreicher passen da gut zusammen."), der Hilfe ihrer Familie ("Ohne sie geht gar nichts.") und Mut ("Eine Eigenschaft vieler Sommeracher.") will Drescher den Weinort weiterhin lebenswert gestalten und fit für die Zukunft machen. Und schreibt dabei noch Sommeracher Geschichte:  Sie wäre die erste Bürgermeisterin. 

Elisabeth Drescher
Alter: 47 Jahre
Partei: CSU
Wohnort: Sommerach
Beruf: Unternehmerin mit eigenem Weinbaubetrieb und Gesellschafterin der Infovinothek Sommerach; Ausbildung zur heilpädagogischen Fachkraft
Ehrenämter: Ortsbäuerin, Gemeinderätin, Vorsitzende des Weinbau-und Tourismusvereins
Familie: verheiratet, drei Kinder
Hobbys: Lesen, Singen im Chor, Natur (Spazierengehen und Blumenpflücken)

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