IPHOFEN

Mit Leerrohren in die Vollen

(elz) Nachdem alle bisherigen Versuche gescheitert sind, die abseits gelegenen Iphöfer Stadtteile mit schnellem Internet zu versorgen, hat Bürgermeister Josef Mend einen neuen Weg aufgezeigt, um aus der „Sackgasse“ zu entkommen. Von der Stadt verlegte Leerrohre sollen die Lösung sein.

Durch diesen Winkelzug, den der Stadtrat am Montagabend einmütig gebilligt hat, soll es doch noch gelingen, mit der Telekom ins Geschäft zu kommen und die den Bürgern zugesicherte Glasfaser-Lösung zu verwirklichen.

Zwar seien auch bei dieser Variante noch einige „juristische Hürden“ zu überwinden, sagte Mend, aber es bestehe die Chance, in „angemessener Zeit“ zu einer Lösung zu finden. Vor allem in Dornheim und Nenzenheim hat sich in den vergangenen Wochen eine breite Front formiert, die auf die Versorgung mit Glasfasersträngen beharrt und die als Alternative im Raum stehende Richtfunklösung ignoriert. Laut Mend hat die Telekom ihr Angebot an die Stadt mittlerweile zurückgezogen. Es sah für 298 000 Euro die Abwicklung über Glasfaserkabel vor, stand jedoch in Konkurrenz zu einer deutlich günstigeren Offerte auf Basis einer Richtfunklösung. Nach Hinweisen der Regierung von Unterfranken auf mögliche Rechtsverstöße zögerte der Stadtrat mit der Auftragsvergabe. Nun hat die Telekom Konsequenzen gezogen.

Die jetzige Idee, in Eigenregie Leerrohre zu verlegen sei als „Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge“ über die bayerische Verfassung gedeckt, erklärte Mend. Anschließend muss der Auftrag für den Aufbau der Internetverbindung ausgeschrieben werden. Die Stadt hofft auf diese Weise, dass die Telekom als einziger Bieter übrig bleibe. Mend kritisierte den Freistaat erneut scharf für die Haltung in dieser Sache. „Fürchterlich entsetzt“ habe ihn die Aussage des FDP-Landtagsabgeordneten Thalhammer, der ihm auf den Einwand, dass in Dornheim Unternehmer dringend auf schnelles Internet warteten, geantwortet habe, ein Betrieb solle selbst in leistungsfähigere Leitungen investieren oder am besten gleich den Standort wechseln. „Ich weiß ja, dass die FDP von kommunalen Interessen nicht viel hält“, stellte Mend fest, „aber so eine dumme Antwort hätte selbst ich nicht erwartet.“

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