PRICHSENSTADT

Mobilfunk: Stadt für neuen Standort

Gut besucht: Mehr Zuhörer als Prichsenstadt Stadträte hat, waren am Donnerstagabend in die Ratssitzung gekommen. Es waren Bürger aus Kirchschönbach, die sich wegen dem geplanten Mobilfunkmast von Vodafone Sorgen machen. Foto: GUIDO CHULECK

Der Mobilfunkmast im Prichsenstädter Ortsteil Kirchschönbach, den der Mobilfunkanbieter Vodafone gern in Ortsnähe errichten würde, wird möglicherweise an einer anderen Stelle aufgestellt. Protestierende Kirchschönbacher Bürger hatten bei einem Ortstermin des Bauausschusses Prichsenstadt Bürgermeister René Schlehr eine Liste mit 133 Unterschriften präsentiert. Schlehr versprach angesichts der massiven Bedenken, sich der Angelegenheit anzunehmen (wir berichteten).

In die Stadtratsitzung waren am Donnerstagabend 20 Kirchschönbacher gekommen. Einen Beschluss über den Mobilfunkmast aber vertagte das Gremium. „Ich habe einen Alternativstandort gefunden und ihn Vodafone vorgeschlagen.“ Es gebe auch Gesprächsbereitschaft, sagte der Bürgermeister. Er wartet jedoch noch auf „alle Antworten der Ingenieure und Techniker“ und schlug vor, zunächst noch keinen Beschluss zu fassen.

„Mobilfunkmasten sind wie Windräder privilegiert.“
Bürgermeister René Schlehr

Darüber zeigten sich die Zuhörer zwar enttäuscht, doch es herrschte Erleichterung darüber, dass sich nicht nur der Bürgermeister, sondern auch Ratsmitglied Wolfgang Brosche (er wohnt in Kirchschönbach) für sie reingehängt hatte. Er hatte in Richtung Privilegierung einer solchen Anlage recherchiert, und die, antwortete Schlehr, „ist gegeben, denn Mobilfunkmasten sind wie Windräder privilegiert“.

Um zu verhindern, dass ein solcher Mast eventuell auf einem Privatgrundstück entstehen könne, könne er doch stattdessen am Ortsausgang in Richtung Geesdorf in einem kleinen Waldstück außerhalb des Ortes aufgestellt werden, so Brosche. Ein Gedanke, mit dem sich Schlehr anfreundete und ihn in die nächste Gesprächsrunde mit Vodafone mitnehmen wird.

„Wichtig ist, dass diese Fläche auch für Baufahrzeuge erreichbar ist, damit der Mast problemlos aufgestellt werden kann“, sagte Schlehr. Er wies auch darauf hin, dass Vodafone seit dessen Fusion mit dem Anbieter O2 bundesweit nach neuen Standorten für Masten suche, um flächendeckend Mobilfunk anbieten zu können. Die bisher mit anderen Anbietern gemeinsam erstellten Standorte für die Anlagen seien gekündigt worden. Jetzt suche Vodafone neue Standorte.

Der Alternativstandort, den der Bürgermeister aussuchte, aber deren genaue Lage er in der öffentlichen Sitzung nicht nennen wollte, liege gut 500 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt und sei durch Bäume auch recht gut sichtgeschützt.

Inwiefern eine Privilegierung vorliegt, will Schlehr beim Landratsamt erfragen. Bis eine Antwort vorliegt und er weitere Gespräche mit Vodafone geführt hat, nahm der Rat das Thema von der Tagesordnung. In der Bürgersprechstunde schlug eine Bürgerin vor, Vodafone könne doch neben der bisher genutzten Anlage eine neue bauen, vielleicht 20 Meter daneben, „dann muss doch keine ganz neue gebaut werden“. Auch diesen Aspekt wird der Bürgermeister in die nächste Gesprächsrunde mitnehmen.

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