Mönchsondheim

Mönchsondheim wie es singt und musiziert

Die Fränkische Trachtengruppe Kolitzheim drehte ihre Tänze auf der Dorfplatz-Bühne. Foto: Hartmut Hess

Egal in welcher Ecke des Ensembles Kirchenburgmuseum Mönchsondheim am Sonntagnachmittag jemand unterwegs war, überall hörte er handgemachte Musik oder lustige Gesänge drangen zu ihm vor. In den historischen Gemäuern waren volkstümliche Musiker und Sänger in ihrem Element beim 16. Unterfränkischen Volksmusiktag. "Hier können sie ihre Musik und unsere Lebensart ausleben", wandte sich Landrätin Tamara Bischof an die Protagonisten der Veranstaltung.

Die Hellsermer Dorfmusikanten bestritten am Dorfplatz den Auftakt mit schmissigen Weisen ab der Frühschoppen-Zeit und sie unterhielten die Gäste, die zum Mittagstisch Bratwürste oder Kassler mit Kraut zu sich nahmen. Danach übernahm die Frankenlandkapelle Gädheim die Regie auf der Bühne und spielte das Regenwetter weg. Die Freude an Musik und Gesang lag überall in der Luft und die Solisten, Duos und Gruppen steckten die Gäste mit ihrer Fröhlichkeit an.

Volkstümliche Musik bewegt sich jenseits von Verstärken und fetten Soundanlagen und ist schlicht in seiner Aufmachung. Freilich kommen die Musiker sehr authentisch daher, wofür die Schrolla-Musikanten ein Paradebeispiel abgeben. Das Mundart-Wort Schrolla ist nichts anderes als ein grober Bodenschrollen auf einem Acker. Und weil die Gründungsmitglieder der Schrolla-Musikanten alles Landwirte waren, war der Namen der Gruppe schnell gefunden, haben sie doch alle Schrollen auf ihren Äckern.

Volkstümliche Musik erzählt viel aus dem Leben und kommt oftmals sehr direkt und ungeniert daher, was der Zuhörer im Kleinbauernhof Hahn erlebte. Denn dort sang das Duo Handwerker, wie ihnen der Schnabel gewachsen war, wie in dem Lied als sie "die Nachbarin, die blöde Sulln" besangen. Alte Tanzlieder, Gstanzl, Wirtshauslieder und Ohrwürmer, die Mundart-Lieder kamen beim Publikum sehr gut an und ließen manche spontan mitsingen. Eher die leisen Töne bevorzugte das Zither-Duo Iris und Frank Bluhm in der Weinbauabteilungs-Gade des Museums und wie in der guten alten Zeit bediente Gerald Wehrwein die Drehleier.

Draußen am Dorfplatz drehten sich die Kinder und Erwachsenen der Fränkischen Volkstanzgruppe Kolitzheim in ihren Trachten auf der Bühne und tanzten mehrere Schlamperer und Rheinländer. Eine Francaise unter der Regie des Bergrheinfelders Josef Eusemann zählte zu den Höhepunkten des Volksmusiktags, den es seit 1992 gibt.   

Volkstümliche Musik gehört zu Traditionen und Brauchtum und deshalb ist der Mönchsondheimer Museumsleiter und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Fränkischer Volksmusik Reinhard Hüßner froh, dass auch der Bezirk Unterfranken den Volksmusiktag seit Jahren finanziell unterstützt. Zusammen mit dem Referat Kultur- und Heimatpflege des Bezirks informierte die Forschungsstelle für fränkische Volksmusik, der Bayerische Landesverein für Heimatpflege, die Arbeitsgemeinschaft Fränkische Volksmusik und das Unterfränkische Dialektinstitut über Geschichte und Bedeutung der Volksmusik und Mundart in Unterfranken.

Dazu gab es einen originellen "Mundartquiz" über fränkische Dialekte. Im Tanzsaal des historischen Gasthofs waren fränkische Trachten aus der Sammlung von Roswitha Düchs sowie textile Handarbeit vor dem Rathaus ausgestellt. Den Abschluss des Tages bildete eine musikalische Andacht in de Dorfkirche. Reinhard Hüßner stellte erfreut fest, dass Musiker aus allen Teilen Unterfrankens vertreten waren, auch aus der Rhön und vom Untermain.

Tamara Bischof versicherte, dass der Bezirk den Volksmusiktag gerne unterstütze und sie würdigte das enorme Engagement der Mönchsondheimer Bürger, die wie immer in großer Anzahl als Helfer im Einsatz waren. Iphofens Bürgermeister Josef Mend ging auf das erstmals wieder geöffnete Gasthaus "Zur Krone" ein, die von der Stadt umgebaut und nach der Bauzeit wieder ganzjährig für die Bürger und Touristen da sein soll. Dazu werden in den Nebengebäuden noch Räumlichkeiten für Museumspädagogik geschaffen.

Das Duo Handwerker mit Helmut Handwerker (von links) und Daniela Pototschnik sangen und spielten lustiges Lieder im Kleinbauernhof Hahn. Foto: Hartmut Hess
Die Fränkische Trachtengruppe Kolitzheim drehte ihre Tänze auf der Dorfplatz-Bühne. Foto: Hartmut Hess
Die Musiker der Frankenlandkapelle Gädheim vertrieb mit ihren Liedern das Regenwetter. Foto: Hartmut Hess

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