Volkach

Naturschutz ernst nehmen

Immer mehr Menschen stellen fest, dass es in Sachen Natur an allen Ecken brennt: In der Flur wird ein dramatischer Rückgang der Insekten und Vögel deutlich. Im Staatswald im Steigerwald werden hunderte mächtige Starkbuchen gefällt, obwohl nicht klar ist, ob die nachwachsenden Keimlinge dem Wetter der Zukunft gewachsen sind. Das Klima verändert sich und macht mit seinen Extremen nicht nur den Landwirten, sondern auch den Naturschützern Sorgen. „ Wir haben deshalb die diesjährige Jahreshauptversammlung der BN Ortsgruppe Volkach unter das Motto „Naturschutz – unsere Chance“ gestellt, betonte der Vorsitzende Willi Freibott  laut Pressemitteilung bei seiner Begrüßung der Mitglieder und der Gäste aus dem Steigerwald im katholischen Pfarrheim Volkach.

Der Vorsitzender des Vereins Nationalpark Steigerwald Liebhard  Löffler dankte für die Einladung und stimmte zu, dass ein konsequenter Naturschutz Chancen biete. Beispielsweise sei ein Nationalpark Franken und Weltnaturerbe ein Impulsgeber für die Wirtschaft zwischen den Weltkulturerbestädten Bamberg und Würzburg und dem Weinland an der Mainschleife. Ein einzigartiger Nationalpark „Buchenwald“  würde die Region weltweit bekannt machen und auf eine Stufe mit dem Yellowstone Nationalpark stellen. Dagegen hob Ulla Reck, Leiterin des Freundeskreises Nationalpark Steigerwald, in dem zehn Verbände organisiert sind, die ökologische Bedeutung geschützter Buchenwälder hervor. Der Achtsamkeit früherer Förstergenerationen sei es zu verdanken, dass in verschiedenen schutzwürdigen Waldgebieten im Staatswald im Steigerwald eine hohe Dichte an mächtigen und alten Starkbuchen anzutreffen sei.

Der frühere Forstbetriebsleiter Dr. Georg Sperber habe zwischen 1970 und 1994 17 Dienstverweise hinnehmen müssen, weil er an seiner Strategie der Buchenwaldentwicklung festhielt und sich nicht dem falschen Diktat der Aufforstung von Fichten beugte. Umso trauriger sei es, dass mittlerweile verschiedene wertvolle Buchenwaldbestände vom Zustand des dichten Waldes  zum lichten Wald übergeführt worden sind.  Hunderte von 120 bis 160 Jahre alten Buchen seien im vergangenen Winter im Staatsforst Ebrach gefällt worden. Und das in einer Zeit, in der sich laut Umfragen die Stimmung in der Bevölkerung zum Positiven gedreht habe. „Die Menschen wissen jetzt, dass ausschließlich Staatswald betroffen ist und die Vorteile eines Großschutzgebietes große Vorteile für die Region bringen“, erklärte Ulla Reck.

Als nächstes Thema sprach Freibott den Sand-und Kiesabbau an der Mainschleife an, der mittlerweile eine besorgniserregende Größenordnung erreicht habe, heißt es in der BN-Mitteilung. Für einen Abbau mit Augenmaß sei der Grünordnungsplan der Stadt Volkach von besonderer Bedeutung. Die Projekte der Firmen müssten nach dem festgesetzten Zeitablauf abgeschlossen und die Renaturierung vorgenommen werden. Dadurch würde eine chaotische Ausbeute- Landschaft vermieden.

Das Thema „Gestaltung der Volkacher Mainlände“  wurde von den Mitgliedern  sehr emotional  diskutiert. Dabei zeigte sich, dass der Informationsstand der Mitglieder unterschiedlich ist. Die Mehrheit war der Auffassung, dass eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema sinnvoll sei.

Willi Freibott bedankte sich bei Lena Zimmermann von der BN Jugendgruppe und Michael Zwanziger Leiter der BN Kindergruppe für die vielfältigen Aktivitäten, bei den BN Mitgliedern für ihr großes Engagement und bei den beiden Gästen für ihre informativen Vorträge.

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