MAINBERNHEIM

Nervennahrung der Friseurin

Rührende Angelegenheit: Monika Henneberger macht und isst gerne Nusskuchen. Foto: Joachim Fildhaut

Wer im Landkreis Kitzingen Haare professionell schneidet, der kann sich gut vertreten wissen – mit Nusskuchen! Das klingt erst einmal unwahrscheinlich, lässt sich aber leicht erklären. Monika Henneberger ist seit dem letzten Jahr Kreishandwerksmeisterin der Friseure. Aufgabe in diesem Amt ist es, wie sie in ihrem Mainbernheimer Salon sagt, „das Handwerk in der Öffentlichkeit zu repräsentieren“. Nun wird das Friseurhandwerk nicht nur durch gut geschnittene Haare öffentlich präsentiert, sondern ebenso durch gute Informationen, denn: „Die Politiker wissen zu wenig über die Situation im Handwerk.“

Eine Möglichkeit, Entscheidungsträger aufzuklären, besteht am Rand von Veranstaltungen. Hier kommt nun Monika Henneberger ins Spiel – und zwar als Königlich privilegierte Schützin. Denn als Mitglied dieser Gesellschaft steuert sie selbst gebackene Kuchen zum Gemeindefest bei. Gerade ihr Nusskuchen wird dort immer sehr gefeiert. Zugleich ist so eine Kirchweih natürlich, siehe oben, eine gute Gelegenheit, mit Politikern ins Gespräch zu kommen, beispielsweise über die Belange des Handwerks – und das bei einem leckeren Stück Nusskuchen.

Der Hennebergersche ist ausgesprochen locker – fünf Eier tun das Ihrige, gut geschlagen müssen sie halt sein.

Das wird gebraucht:

150 g Butter

5 Eier

140 g Zucker

250 g gemahlene Haselnüsse

50 g Mehl

0,5 Päckchen Backpulver

150 g Puderzucker

1,5 EL Zitronensaft

So wird's gemacht:

Die zimmerwarme Butter, das Eigelb und den Zucker rührt Monika Henneberger als Erstes schaumig und hebt dann die Nüsse unter. Anschließend schlägt sie die sorgfältig getrennten Eiweiße zu einem festen Eischnee. Der kommt ebenfalls in die Butter-Eigelb-Zucker-Masse, dazu das Mehl, das zuvor zusammen mit dem Backpulver gesiebt wurde.

„In eine gefettete Kastenform füllen“, sagt die Friseurin, die einen Kuchen (im Unterschied zur Suppe oder einem Braten) als persönliches Lieblingsrezept nennt, weil sie erstens gerne bäckt und zweitens gerne Süßes isst: „Zucker ist Nervennahrung.“

Die kann sie gut brauchen, denn außer ihrem Betrieb und den Innungsämtern – schließlich ist sie schon seit dem Jahrtausendwechsel Kitzinger Obermeisterin – engagiert sie sich zusätzlich beispielsweise als Vorsitzende der Unternehmerfrauen des Handwerks. Hier sieht sie auch einen wichtigen Grund, sich zusammenzuschließen und auszutauschen: Viele Handwerksbetriebe funktionierten nur, weil die Ehefrau des Meisters sich um das Personal kümmert und die Büroarbeiten übernimmt. Für diese guten Seelen der Betriebe sei Weiterbildung oft sehr wichtig.

Monika Henneberger, die ihren Betrieb schon von ihrem Vater übernahm, sorgt dafür.

Doch zurück zur Bäckerei! Der Kuchen wird auf der unteren Schiene bei 175 Grad 50 Minuten lang gebacken. Dann kühlt er aus, um schließlich seinen Guss zu erhalten: Puderzucker und Zitronensaft glatt miteinander verrühren und auf den Kuchen geben. „Vor circa 40 Jahren“, schätzt Henneberger, habe sie das Rezept von einer lieben älteren Bekannten bekommen, die dann stolze 92 Jahre alt wurde.

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