Geiselwind

Neues Logistikzentrum für den schnellsten Puma aller Zeiten

Auf einem rund 12,5 Hektar großen Grundstück errichtet die Dietz AG für den Sportartikelhersteller Puma einen doppelgeschossigen Logistikkomplex – hier eine Animation – im neuen Geiselwinder Industriegebiet Innopark. Foto: Dietz AG/Phase 5 GmbH Planungsbüro und Visualisierung

An Superlativen mangelt es nicht beim Spatenstich für das neue Puma-Zentrallager im Geiselwinder Innopark. Es fängt damit an, dass das neue Logistikcenter mit dem teilweise begrünten Dach CO2-neutral sein soll. Auf dem 12,5 Hektar großen Grundstück – das entspricht fast 15 Fußballfeldern – investiert Puma rund 200 Millionen Euro, um nach eigener Aussage eines der modernsten Lager der Welt zu bauen. Dort werden 122 000 verschiedene Artikel Platz finden. 74 Millionen Teile jährlich sollen bearbeitet und nach ganz Europa verschickt werden. Ermöglichen soll dies eine Fördertechnik, die es auf 22 Kilometer Gesamtlänge bringt – was in etwa der Entfernung vom Puma-Hauptstandort Herzogenaurach nach Geiselwind entspricht.

Puma-Finanzvorstand Michael Lämmermann betonte beim offiziellen Spatenstich am Montag in dem etwa einen Kilometer von Geiselwind entfernt an der A 3 liegenden Industriegebiet, dass sein Haus den Anspruch habe, "die schnellste Sportmarke der Welt" zu sein. Dies gelte nicht zuletzt auch für eine Logistik, bei der der Sportartikelhersteller neue Maßstäbe setzen will.

"Erweiterte Heimatregion"

Gebaut und später auch betreut wird die Anlage – die sich offiziell Multi-Channel-Zentrallager nennt – von der Firma Dietz AG. Der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Dietz bezeichnete Geiselwind als "die erweiterte Heimatregion von Puma". Für seine Firma handele es sich "um eines der größten Einzelinvestments in der 50-jährigen Firmengeschichte. Die Bauzeit, so betonte Wolfgang Dietz, werde aller Voraussicht nach nur 14 Monate dauern. Oder anders gesagt: Im Frühjahr 2020 soll Eröffnung sein.

Hoch die Spaten (v. l.): Geiselwinds Bürgermeister Ernst Nickel, Landrätin Tamara Bischof, Puma-Finanzvorstand Michael L... Foto: Frank Weichhan

Palettier-Roboter

Als Logistik-Dienstleister wird künftig die Bremer Firma BLG für Puma den Standort betreuen. Vorstands-Vorsitzender Frank Dreeke hob vor allem "den hohen Automatisierungsgrad" der Multi-Channel-Anlage hervor. Mit der entsprechenden Technik ausgestattet wird das Zentrallager von der österreichischen Firma TGW. Deren Vertreter Thomas Berndorfer hob noch einmal die ins Auge gefasste Schnelligkeit hervor: Von vollautomatischen Shuttles bis hin zu Palettier-Robotern bringe man die neuste Technik zum Einsatz, um die Durchlaufzeiten noch weiter zu reduzieren.

Einer bekam bei dem Festakt in Sichtweite der A 3 das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht: Geiselwinds Bürgermeister Ernst Nickel. Er lachte mit der Sonne buchstäblich um die Wette, war es doch ein langer Weg bis zum Spatenstich. Nickel erinnerte daran, dass die ersten Grundstücksverhandlungen für das neue Industriegebiet bereits 2007 begonnen hätten. 2012 sei dann der Bebauungsplan aufgestellt worden. Für seine Gemeinde sei die Puma-Ansiedlung "ein großer Schritt in die Zukunft".

"Freudiger Tag für den Landkreis"

Auch Landrätin Tamara Bischof sprach von einem "freudigen Tag für den Landkreis Kitzingen", ein Weltkonzern mit entsprechender "Strahlkraft" würde sich schließlich nicht jeden Tag im Weinlandkreis ansiedeln. Und es gab auch gleich einen Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Puma-Chefetage: Man sei, so die Landrätin mit einem Schmunzeln, "für weitere Entwicklungen offen".  

Wenn das Zentrallager 2020 fertig ist, stehen 63 500 Quadratmeter Logistikfläche, 5800 Quadratmeter Büro- und Sozialfläche sowie 700 Quadratmeter Technikfläche zur Verfügung. Der Komplex besteht aus einem doppelgeschossigen Hallenteil, einem 21,5 Meter hohen Hochregallager und einem Bürogebäude. Die von der Bremer AG erstellten Außenanlagen bieten Platz für 150 Laster und 380 Autos.  Wie Puma zudem informierte, werde mit Inbetriebnahme der Anlage 2020 das derzeit noch bestehende Logistikcenter in Schlüsselfeld nach Geiselwind integriert. Die dort beschäftigten Mitarbeiter werden übernommen. Insgesamt entstehen laut Puma in Geiselwind rund 300 Arbeitsplätze.

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