KITZINGEN

Nicht an alten Zöpfen festhalten

Bei einem Abendmahlsgottesdienst überreichte Dekan Hanspeter Kern (Zweiter von links) an jede der 21 Gemeinden des Dekanats einen Apfelbaum als Hoffnungszeichen gegen alle Resignation, damit dieser wurzeln, neue Blätter, Blüten und Früchte tragen möge. Foto: J. Barraud-Volk

„Wie muss Kirche aussehen, damit Menschen auch in Zukunft gerne in ihr mitarbeiten?“ – diese zentrale Frage stand im Mittelpunkt der Dekanatssynode in Kitzingen. Denn: im kommenden Jahr finden in den evangelischen Gemeinden Bayerns wieder Kirchenvorstandswahlen statt. 144 Personen sollen in den 21 Kirchengemeinden des Kitzinger Dekanats in das Leitungsgremium der jeweiligen Ortsgemeinden gewählt werden.

Viele Kandidaten sollen auf den Wahlzetteln stehen. Dies war für den Dekanatsausschuss, dem verantwortlichen Leitungsgremium im evangelisch-lutherischen Dekanat Kitzingen Anlass, bei der Dekanatssynode im voll besetzten Paul-Eber-Haus zu überlegen, wie man Menschen für die Arbeit in der Kirche begeistern kann, heißt es in einer Pressemitteilung.

Dekan Hanspeter Kern hatte dazu die Mitglieder der Landessynode Ruth Finster, Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk und Oberkirchenrat Hans-Peter Hübner vom Landeskirchenamt eingeladen.

Wichtigster Gedanke war für Ruth Finster: Wie bleibt die Kirche bei den Menschen, bei ihren Sorgen und Nöten, ihren Lebensfragen und ihren Hoffnungen? Neue Wege und auch ungewohnte Gedanken seien nötig, damit die Kirche in aller Welt die Menschen erreichen kann. „Man muss umdenken von der einzelnen Kirchengemeinde hin zur zentralen Vernetzung in den Dekanaten“, riet die Synodalin aus Burghaslach.

Pfarrerin Barraud-Volk empfahl den Zuhörern, als Kirche der Reformation solle man daran denken, dass man Kirche nicht täglich neu erfinden muss, sondern sie über geistliche Schätze und ein wertvolles Erbe verfüge. Kreative Prozesse sollen unterstützt werden: „Nutzen Sie die Freiheiten, die gegeben sind und halten Sie nicht an alten Zöpfen fest!“

Oberkirchenrat Hübner, Mitglied der Landessynode und Leiter der Abteilung Gemeinde im Landeskirchenamt, versprach: „Wir haben keinen Grund depressiv zu sein, denn Christus baut und erhält die Kirche, nicht wir.“ Allerdings gelte aber auch das andere: Gutes tun und dabei nicht müde werden. Kirche sei zuallererst von ihrem biblischen Auftrag her zu denken und nicht von herkömmlichen Arbeitsformen und Strukturen. Wie er betonte, gelte es, die Kirche als Dienst- und Solidargemeinschaft zu leben und zu gestalten. Der Zusammenarbeit und Vernetzung komme dabei eine große Rolle zu. „Die Landeskirche ist verantwortlich für die Einheit und Solidarität der Gemeinden, der Dekanatsbezirk ist verantwortlich für Koordination und Kooperation, die Ortskirchengemeinde hat die Aufgabe, Gemeinschaft zu gestalten und die Kirche vor Ort zu sein.“ Ihre besonderen Stärken seien die Beteiligung am kirchlichen Leben, Eigenleistungen bei Baumaßnahmen sowie ihre Bedeutung als Kulturträger und soziale Träger, etwa durch diakonische Einrichtungen und Kindertagesstätten. In der öffentlichen Wahrnehmung stehe die Ortsgemeinde deshalb an erster Stelle. Im Blick auf mögliche Konzentrationsbestrebungen versprach er: „Die Präsenz in der Fläche wird auch in Zukunft erhalten bleiben. Die Kirchengemeinden sollen eigenständig bleiben und doch mit anderen zusammenarbeiten.“

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