Martinsheim

Ohne viele Worte: Rainer Ott will wieder auf den Chefsessel

Als Fußballer war Rainer Ott ehrgeizig. Auch als Martinsheimer Bürgermeister weiß er genau was er will. Sein nächstes Ziel: die Wiederwahl im März.
Rainer Ott, seit 2014 Bürgermeister in Martinsheim, möchte im März 2020 wieder gewählt werden. Wohl fühlt er sich in seinem Schlepper oder am Fußballplatz. Foto: Julia Lucia

Die große Liebe von Rainer Ott, Bürgermeister in Martinsheim, ist Fußball. 30 Jahre stand er auf dem Platz. Seine ganz große Liebe ist der FC Bayern München. Vierstellig ist die Zahl auf seiner Mitgliedskarte. Viele Worte will er über das Thema aber nicht verlieren. "Sonst wählen mich die Club-Fans nicht", scherzt er. Im März stellt er sich wieder zur Wahl. 

Ein Mann der vielen Worte ist Ott ohnehin nicht. Kein Wort mehr als nötig. Schließlich muss er seine Zeit gut einteilen, denn eigentlich ist "das Bürgermeisteramt ein Vollzeitjob". Aber als Landwirt hat er auch zu Hause viel zu tun. Gut, dass er daheim viel Unterstützung bekommt. "Ohne die Familie geht es nicht", sagt der Unterickelsheimer. Ist Not am Mann helfen seine beiden Söhne auf dem Hof mit. Auch in der Politik stehen sie ihrem Vater zur Seite. Für die Freie Wählergemeinschaft Unterickelsheim stellen sie sich zur Wahl zum Gemeinderat.

Gesunde Konkurrenz zwischen den Ortsteilen

Das liegt wahrscheinlich in der Familie. Schon Otts Vater, Erich, war in Martinsheim Bürgermeister. 39 Jahre lang. "Ich wusste also, was auf mich zukommt", sagt Ott. Seit 2014 leitet er die Geschicke in Martinsheim, Gnötzheim, Enheim und Unterickelsheim und sieht sich ein bisschen wie ein Vater von vier Kindern. "Wenn der eine Ort ein Baugebiet bekommt, wollen die anderen auch eins", nennt er nur ein Beispiel von vielen. Wie bei Geschwistern herrscht "eine gesunde Konkurrenz" zwischen den Ortsteilen. Aber, und darauf ist Ott stolz: "Der Gemeinderat will das Beste für die Gemeinde, für die ganze Gemeinde."

Rainer Ott vor der Schule in Martinsheim, in der auch Kinder aus Gnodstadt in die Schule gehen. Foto: Julia Lucia

Große Sprünge kann sich die Gemeinde nicht leisten. Der einzige Luxus ist das Freibad in Gnötzheim, gebaut 1976 –eigentlich geplant als Löschwasserweiher. Seitdem ist nicht sehr viel daran gemacht worden. Der Bauhof macht was er kann und solange die Wasserqualität stimmt, können die Martinsheimer weiter ins kühle Nass springen. Sicher gäbe es Förderprogramme erklärt Ott, aber die Gemeinde müsse ja trotzdem einen dicken Batzen selbst bezahlen. 

Der Kläranlagenanschluss von Martinsheim und Enheim nach Winterhausen war teuer. Der Anschluss von Unterickelsheim steht an, und auch Gnötzheim wird mittelfristig wohl angeschlossen werden. Dazu die Kanalsanierung in allen Ortsteilen. "Das wird teuer", sagt Ott und seufzt schwer. Auch in den Kindergarten muss die Gemeinde investieren.

Bauplätze für die Jugend

Wie in vielen Gemeinde platzt er aus allen Nähten. Eines der nächsten Projekte der Gemeinde ist die Erweiterung. Das bereitet Ott etwas Kopfzerbrechen, auf der anderen Seite ist es ein Zeichen dafür, dass es sich gut in Martinsheim leben lässt. Gut 1000 Einwohner haben alle vier Ortsteile zusammen, Leerstand gibt es keinen, Interesse an Bauplätzen in allen Ortsteilen ist da. "Wenn nichts da ist, geht die Jugend woanders hin", sagt Ott. Denn bei aller Geschwisterliebe: In einen anderen Martinsheimer Ortsteil als den eigenen würde keiner bauen. "Dann gehen sie lieber weg", erklärt Ott.

Da sind sie wieder: Die Sorgen des Vaters, der schauen muss, dass alle seine Kinder gleich behandelt werden. Anscheinend ist Ott das die vergangenen sechs Jahre gut gelungen. Gegenkandidaten hat er keinen. Als Sportler würde sich Ott aber auch einem Wettkampf stellen. Apropos Sport: Was können Kommunalpolitiker von Profi-Fußballern lernen? Ott kurz und knapp: "Ehrgeiz!" Kein Wort zu viel.

Rainer Ott
Alter: 27. März 1960
Partei: tritt für die jeweiligen Bürgerlisten der vier Martinsheimer  Ortsteile an; CSU-Mitglied.
Wohnort: Unterickelsheim
Beruf: Landwirt
Ehrenämter: Feuerwehrmann, Obmann im Bauernverband, Siebener; hat etliche Ehrenämter mit dem Bürgermeisterposten abgegeben.
Familie: verheiratet, zwei Söhne.
Hobbys: Fußball, Sport.

Klicken Sie auf die Punkte in unserer interaktiven Karte und lernen Sie die Bürgermeister-Kandidaten zur Kommunalwahl 2020 kennen.

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