GERLACHSHAUSEN

Rehkitze ertranken in der Schleuse

Treue Kameraden: Für jeweils 25 Jahre Mitgliedschaft in der Gerlachshäuser Feuerwehr wurden Anja Kavak und Reinhold Schmieg (Mitte) geehrt. Das Bild zeigt sie mit Kommandantin Annette Hillenbrand und dem stellvertretenden Vorsitzenden Werner Zimmermann. Foto: GEORG RUHSERT

Viermal rückte die Feuerwehr Gerlachshausen im vergangenen Jahr aus. Auf der Hauptversammlung blickte Kommandantin Annette Hillenbrand auf die Einsätze zurück: Am 31. Mai war die Wehr einen vollen Tag lang beschäftigt, Keller auszupumpen, nachdem das überraschende Hochwasser des Castellbachs Münsterschwarzach überflutete. Im Juni unterstützte man bei einem Brand im Asphaltwerk Schwarzenau, in August galt es bei einem Unfall den Verkehr umzuleiten.

An einen an sich unnötigen und auch tragischen Einsatz im vergangenen Juli erinnern sich die Gerlachshäuser Floriansjünger noch besonders gut: Zwei Rehkitze seien ins Schleusenbecken gestürzt und drohten dort zu ertrinken, lautete die Alarmierung. Im Schleusenbereich fanden sich jedoch keine Tiere. Nach einer halben Stunde Suche entdeckten die Einsatzkräfte die beiden Rehe im Kanal unterhalb des Hochwassertores bei Volkach schwimmend.

Eine größere Ansammlung erregt diskutierender Radfahrer am Ufer verhinderte, dass die Tiere es wagten, das Wasser an einer der Ausstiegsstellen zu verlassen. Dadurch war eines der Kitze bereits ertrunken, das andere starb kurz nach der Bergung an Erschöpfung. „Wären die Touristen einfach weiter gefahren, würden die Rehe wohl noch heute fröhlich umher springen“, war sich Annette Hillenbrand sicher.

Das Jahr über hielten sich die 21 Aktiven, darunter fünf Frauen, mit Übungen und der Vorbereitung auf das Leistungsabzeichen fit. Das galt auch für die acht Feuerwehranwärter. Alle 14 Tage trafen sich diese unter der Führung von Jugendwart Edwin Hillenbrand um Theorie und Praxis der Feuerwehr zu erlernen. Gemeinschaftsfördernd war die Beteiligung an der Maibaumaufstellung und der Kerm.

128 Mitglieder zählt der Feuerwehrverein. Als wichtiger Träger des Dorflebens organisierte die Wehr die Maibaumaufstellung, das Feuerwehrfest und war bei verschiedenen Anlässen präsent: So verkaufte man zugunsten der Kirchenrenovierung nach dem Adventskonzert Bratwürste. Mit 1000 Euro unterstütze der Verein die Wehr. Neben zwei Funkgeräten kaufte man Warnleuchten und ergänzte die Fahrzeugausrüstung.

Für langjährige Vereinstreue zeichnete die Vorsitzende Anette Hillenbrand und ihr Stellvertreter Werner Zimmermann sechs Mitglieder aus: Peter Tilgner (30 Jahre), Andreas Baumann, Reinhold Schmieg, Anja Kavak und Matthias Tilgner (alle 25 Jahre), sowie Cäcilie Felix (15 Jahre) erhielten Dankurkunden.

Bürgermeister Lothar Nagel dankte den Aktiven. Gerade im Hochwassereinsatz sei jeder wichtig gewesen. Deshalb habe die Gemeinde die Mittel für die Wehren aufgestockt: man wird weitere Pumpen anschaffen und die neuen digitalen Funkgeräte.

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