Kitzingen

Rekord in der Alten Synagoge Kitzingen – nur die Hitze stört

Immer mehr Veranstaltungen bringen hohe Besucherzahlen. Auch die Schulen nutzen die Räume gerne für Aufführungen. Doch die heißen Sommer trüben die Freude.
Tolle Stimmen und viel Klamauk: Die A-Capella-Band Viva Voce legte im Januar 2019 einen starken Auftritt in der Alten Synagoge in Kitzingen hin. Foto: Andreas Stöckinger

Die Veranstaltungen in der Alten Synagoge in Kitzingen werden immer zahlreicher. Noch nie konnten die Verantwortlichen vor Ort so viele Events, Feiern und Aufführungen verzeichnen wie im vergangenen Jahr, zeigt ein Blick in die Statistik. Die Besucher konnten sich über ein vielfältiges Angebot freuen: von Musikdarbietungen über Kabarett bis hin zu Theateraufführungen, Vorträgen und Podiumsdiskussionen war einiges dabei. 

Besucherzahlen haben sich im vergangenen Jahr gesteigert

Von den 160 Darbietungen, die in der Alten Synagoge stattfanden, waren 38 hauseigene Kulturveranstaltungen. Hier konnten sich die Gäste einerseits über Konzerte von Künstlern aus der Region und der ganzen Welt freuen wie über das Neujahrskonzert der A-Capella-Band Viva Voce oder die Soundchexx aus Kitzingen. Andererseits wurden sie von einigen Kabarettisten bespaßt und bei Theaterauftritten für Groß und Klein unterhalten.

Bei den Reise-Multivisionen, bei denen Bilder und Videos von den schönsten Flecken der Erde gezeigt werden, tauchten die Besucher in eine andere Welt ein. Zu diesen Veranstaltungen der ansässigen Organisatoren kamen über 4500 Gäste in das frühere Gotteshaus.

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Besucherzahl der eigenen Kulturveranstaltungen zwar ab, dennoch wurden insgesamt fast 2000 Gäste mehr gezählt als 2018. Dies liegt daran, dass sich die Anzahl der Vermietungen und die Nutzung durch Schulen gegenüber dem vorigen Jahr mehr als verdoppelt hat. Dadurch wurden zusätzlich 5350 Besucher in die Alte Synagoge gelockt, weshalb insgesamt 14 500 Gäste die Vorstellungen besuchten. Aufgrund des personellen und zeitlichen Aufwands konnten 2019 jedoch nicht alle Mietanfragen angenommen werden.

Kitzinger Schulen freuen sich über top ausgestattete Räume

Die Musikschule Kitzingen hatte auch in den vorherigen Jahren schon einige Auftritte in den Räumen der Alten Synagoge. Im vergangenen Jahr nahmen diese noch zu, da ihr anderer Veranstaltungsort, die Rathaushalle, oft durch Ausstellungen oder andere Vorstellungen längerfristig belegt war. Da ihre Auftritte von Jahr zu Jahr mehr werden, werden sie auch in Zukunft häufiger auf die Alte Synagoge zurückgreifen.

Das Armin-Knab-Gymnasium, das meist im Zwei-Jahres-Turnus etliche Veranstaltungen in der Alten Synagoge plant und durchführt, war 2019 wegen eines Musicals dort eingemietet. Außerdem konnten sich die Eltern und Freunde der rund 60 teilnehmenden Schüler eine Varieté-Vorführung ansehen. Und auch Jugendliche der Realschule Kitzingen freuten sich über die mit Licht- und Tontechnik top ausgestatteten Räume. Hier boten sich für ein Schulprojekt die optimalen Bedingungen.

Die Schulen nutzen das Angebot und die Räume sehr gerne, da sie sonst nur ihre eigenen Turnhallen für derartige Veranstaltungen zur Verfügung haben. Doch wenn zum Beispiel ein Bühnenbild für ein Theaterstück aufgebaut werden muss oder die Schüler eine Woche lang jeden Tag in der Sporthalle proben, kann kein regulärer Sportunterricht darin stattfinden. So ist die Ausweichmöglichkeit in die Alte Synagoge eine tolle Sache.

Führungen in der Alten Synagoge als Bildungsarbeit

Der Förderverein ehemalige Synagoge Kitzingen am Main konnte bei den Führungen durch das Gotteshaus zahlreiche Besucher generieren. Besonders Lehrer nutzen dieses Angebot gerne, um ihren Unterricht im Hinblick auf die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte anschaulicher zu gestalten. Laut Richard Arndt-Landbeck, der für die Programmplanung der Synagoge zuständig ist, sind diese Führungen ein großer Mehrwert, da viele Kinder einen Migrationshintergrund haben und sich oft nicht mit anderen Religionen auskennen. So könne auch Vorurteilen entgegengewirkt werden. Außerdem organisiert der Förderverein Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, die viele Bürger Kitzingens wahrnehmen.

Neben diesen Ereignissen bot die Volkshochschule einige Vorträge und Filmabende, die rege besucht waren. Und auch die Kinderakademie lockte 460 Schüler in die Alte Synagoge. 

Temperaturen führen früher oder später zu Schließungen

Doch bei aller Freude über die tollen Besucherzahlen bleibt ein fader Beigeschmack: Laut Landbeck stelle die fehlende Klimatisierung in den heißen Sommermonaten ein großes Problem dar. Die Temperatur im Veranstaltungssaal überschreitet trotz Maßnahmen häufig die 30-Grad-Marke, was für Besucher und Nutzer eine große Belastung darstelle. Wenn die Durchschnittstemperaturen weiter steigen, werde es dazu führen, dass die Synagoge im Sommer komplett geschlossen bleiben muss.

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