Prichsenstadt

René Schlehr – berufener Bürgermeister mit offenem Ohr

Das Prichsenstädter Bürgermeister René Schlehr sieht viele Parallelen zwischen seinem Amt und dem Pfarrer. Ohne Herzblut geht es nicht und genauso will er weitermachen.
Die größte Leidenschaft von René Schlehr ist das Motorradfahren, wie hier in Vestenbergsgreuth, als er sich an seinem Lieblingsort von seinem Sozius und Sohn Tizian fotografieren lässt. Foto: Tizian Schlehr 

"Bürgermeister zu sein ist mein absoluter Traumberuf, eine Traumberufung." René Schlehr, seit sechs Jahren Bürgermeister in Prichsenstadt, stellt sich deshalb seinen Bürgern wieder zur Wahl. "Einfach zu sagen, ich mach Bürgermeister, das geht nicht", sagt er weiter, "man muss sich dazu berufen fühlen, man muss es leben." Das habe er die vergangenen sechs Jahre mit Herzblut gemacht. "Ich habe keinen einzigen Tag bereut, denn auch wenn Dinge nicht gut laufen, lernt man daraus für die Zukunft." Seine erste Amtsperiode sieht er als "Abarbeiten der Themen vom Vorgänger", und das will er nicht negativ sehen: "Das ist einfach so."

Das Amt des Bürgermeisters vergleicht Schlehr mit dem Beruf eines Pfarrers, der auch immer Pfarrer ist. Beide haben keinen Acht-Stunden-Tag. Oft würden Bürger am Abend vor seinem Haus auf ihn warten, und egal wie anstrengend ein Tag auch war, "ich habe für alle ein offenes Ohr". Er habe die Aufgabe des Bürger-Meisters übernommen, mit der Betonung auf "Bürger" und nicht deren "Meister".

Das Wohl aller Bürger im Blick

Ein wichtiges Kriterium ist für ihn Gradlinigkeit. Wenn Dinge mal nicht gehen, "versuche ich das zu erklären, in meinen Entscheidungen bin ich an Recht und Gesetz gebunden". Er handelt im Auftrag der Gemeinde mit einem klaren Wählerauftrag und einem Amtseid. Das sei keine Sturheit, "denn wer genau hinschaut, wird sehen, dass ich und der Stadtrat versuchen, immer im Wohle aller Bürger zu handeln".

Amtsinhaber René Schlehr würde in Prichsenstadt gern Bürgermeister bleiben und stellt sich deshalb zur Wiederwahl. Foto: Guido Chuleck

So etwa bei der Kanalsanierung in der Altstadt, die in Teilen schon fertig ist. Oder beim Anschluss von Neudorf an die Klärgruppe Prichsenstadt. Allein kann das ein Bürgermeister nicht schaffen. "Ich bin sehr stolz auf meine Mitarbeiter in der Verwaltung, im Bauhof, in der Kläranlage und im Haus für Kinder, es ist ein ganz tolles Miteinander", sagt der 51-Jährige.

Bei soviel Miteinander sieht Schlehr auch die nächsten großen Ziele als machbar, etwa die Kanalsanierung in den Ortsteilen oder der Ausbau der B22 in Stadelschwarzach mit Randbereichen und Kanalsanierung. Dort war die Dorferneuerung genauso holprig gestartet wie der Zustand der Durchfahrtstraße ist, "doch jetzt haben wir schon sehr gute Ergebnisse erzielt, zum Beispiel einen neuen Fußweg an der Buttergasse". 

Prichsenstadt soll lebenswert bleiben

Prichsenstadt mit seinen Ortsteilen und seiner Natur soll lebenswert bleiben – das ist ein großes Ziel von Schlehr. Die Infrastruktur mit der Grundschule, dem Freizeitangebot, dem Ärztehaus, die Apotheke, Metzger und Bäcker "sind stark frequentiert". Die Gastronomie ist für Schlehr ein wichtiger Aspekt im Bereich Tourismus. 

Ein Problem, mit dem viele Kommunen im ländlichen Raum kämpfen, wird sich auch in Prichsenstadt nicht so bald lösen lassen: der ÖPNV oder die Frage "Wie komme ich ohne Auto dort aus?". Eine Möglichkeit wäre der Dorfschätze-Express, eine Busrundlinie in den Sommermonaten durch alle neun "Dorfschätze"-Orte, die jeder benutzen darf. Außerdem verweist Schlehr auf die Nachbarschaftshilfe, eine emsige Gruppe von Prichsenstädtern, die ihre autolosen Nachbarn auch schon mal zum Arzt fahren oder Einkäufe erledigen.

Seine knappe Freizeit genießt René Schlehr mit Frau und Kind, auch bei Festen und Feierlichkeiten. Bleibt noch Zeit, geht er gern Wandern. Seine größte Leidenschaft ist das Zweiradfahren, auch mit seinem Sohn. "Eine Stunde auf dem Motorrad ist wie ein Tag Erholungsurlaub."

René Schlehr
Geburtsdatum: 24. Februar 1968
Partei: CSU
Wohnort: Prichsenstadt
Beruf: 1. Bürgermeister der Stadt Prichsenstadt, Diplom-Verwaltungswirt (FH), Zeitsoldat
Ehrenämter: Ortsvorsitzender der CSU Prichsenstadt, Schatzmeister des Schützenvereins Prichsenstadt, Mitglied in der Vorstandschaft der Blaskapelle Stadelschwarzach, Organisator der Prichsenstadt Classics
Familienstand: verheiratet, ein Sohn
Hobbys: Wandern, Motorrad fahren, Oldtimer, Kochen und Backen

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