Biebelried

Roland Hoh kandidiert wieder als Bürgermeister, verlässt aber die CSU

Im beschaulichen Biebelried gibt es rund 20 CSU-Mitglieder. Einer von ihnen will Bürgermeister bleiben, der andere will es werden. Foto: Gerhard Krämer

Paukenschlag in Biebelried: Bürgermeister Roland Hoh ist aus der CSU ausgetreten. Eine Mail mit entsprechendem Inhalt schickte er gestern an die Partei. Ausgelöst hat diesen Schritt der CSU-Ortsvorsitzende und Parteifreund Hohs, Manfred Kleinschrodt, der vor einigen Wochen erklärt hatte, auch Bürgermeister von Biebelried werden zu wollen.

Gemeinderat Manfred Kleinschrodt (CSU) möchte Biebelrieder Bürgermeister werden. Foto: Kleinschrodt

Foto: Gerhard Krämer

Mit seiner Ankündigung hatte Manfred Kleinschrodt, der am Dienstagnachmittag noch nichts von Hohs CSU-Austritt wusste, damals schon Spekulationen ausgelöst. "Meine Kandidatur hat nichts mit der Person Roland Hoh zu tun", hatte Kleinschrodt gegenüber dieser Redaktion erklärt. Und hatte wörtlich hinzugefügt: "Roland war sechs Jahre ein guter Bürgermeister; wir haben ihn immer unterstützt und alles gemeinsam gemacht." Dass nun der CSU-Vorsitzende gegen den amtierenden CSU-Bürgermeister antritt, darin sieht Kleinschrodt kein Problem. In diesem Punkt zumindest scheint er sich geirrt zu haben.

"Die Bürger sind mir wichtiger als mein Parteifreund Manfred Kleinschrodt."
Roland Hoh, Biebelrieder Bürgermeister

Denn Roland Hoh will Bürgermeister bleiben. Das bestätigte er auf Nachfrage der Redaktion. Warum er einen Tag vor der "Kandidatenfindungs-Versammlung" der CSU am Mittwoch um 19 Uhr im Rathaus diesen Schritt gegangen ist, schildert er wie folgt: In den vergangenen Wochen habe er mit etlichen der rund 20 CSU-Mitglieder im Ortsverband gesprochen. Er habe gespürt, dass sich jeder mit der Entscheidung schwer tue, wen er unterstützen soll. Viele seien mit dem einen oder dem anderen verwandtschaftlich oder wirtschaftlich verbunden. "Das gibt nur Hickhack", bilanzierte Hoh für sich am Ende seiner Überlegungen. Das sei ihm durch die Gespräche bewusst geworden. Deswegen erfolge dieser Schritt jetzt.

"Ich werde kandidieren, ganz sicher", sagt Hoh, aber: "Ich will den Frieden nicht auf´s Spiel setzen." Denn das betont er ausdrücklich: "Die Bürger sind mir wichtiger als mein Parteifreund Manfred Kleinschrodt."

Der amtierende Bürgermeister Roland Hoh (CSU) möchte sein Amt behalten. Foto: Gerhard Krämer

Bürgermeister will parteiinternen Streit vermeiden

Bei einer so kleinen Zahl von Parteimitgliedern wisse man, wer wen gewählt hat. Ärger sei dann programmiert. Das will Hoh aber nicht. Das sei anders, wenn alle Wähler aus den Ortsteilen Biebelried, Kaltensondheim und Westheim über die Kandidaten entscheiden. Seinen Weg findet Roland Hoh daher als gangbar und vernünftig.

Zumal man sich auch im Kreisvorstand der CSU sehr schwer mit der Situation tut, weiß Hoh. Das bestätigt die Kreisvorsitzende Barbara Becker. "Ich schätze beide sehr und arbeite gerne mit beiden zusammen", erklärt sie. Den Schritt von Roland Hoh bedauert sie, hält sie doch ihn und seinen Herausforderer für "zwei gute Leute". Das sei aber Demokratie. "Wenn zwei so willens sind anzutreten, wäre es unredlich, hinter den Kulissen zu agieren, um einen zum Verzicht zu bewegen." Sie hätte es zwar lieber gesehen, wenn beide sich den Mitgliedern gestellt hätten, aber sie akzeptiert Hohs Entscheidung.

Gründet Hoh eine eigene Liste?

Mit seiner Vorgehensweise will Hoh, der seit 2014 CSU-Mitglied ist, den Druck von der Kreisvorstandschaft nehmen. Jetzt wird er frei antreten, sich Mitstreiter suchen und das normale Bewerbungsverfahren durchlaufen. Sollte er dazu eine neue Liste gründen, muss er zunächst Unterstützerunterschriften sammeln, auch als amtierender Bürgermeister.

Rückblick

  1. Susanne Knof möchte den Dialog mit dem Bürger verstärken
  2. Peter Kraus will seine Arbeit für Mainbernheim fortsetzen
  3. Gabriele Brejschka will in Biebelried einiges bewegen
  4. Brigitte Horak setzt sich in Castell gegen zwei Männer durch
  5. Ein Albertshöfer kandidiert als Bürgermeister in Obernbreit
  6. Lokomotive Herbert Volkamer will weiter das Tempo angeben
  7. Bürgermeisterkandidat Thomas Reichert liebt's französisch
  8. Klaus Köhler tritt in Wiesentheid als Bürgermeisterkandidat an
  9. Bürgermeisterkandidat Schneider: "Ohne Lachen geht gar nichts"
  10. Lauber Wähler-Liste ist unter Dach und Fach
  11. Bürgermeisterkandidat Biebelriether verfolgt "Strategie 2044"
  12. Parteinotiz: KIK hat nominiert
  13. Volkacher CSU besuchte die Weihnachtsstraße
  14. Parteinotiz: Mainbernheimer CSU nominierte
  15. Parteinotiz: Effeldorfer Liste will bei  Wahl antreten
  16. Parteinotiz: CSU Iphofen nominiert ihre Stadtratskandidaten
  17. Parteinotiz:  Kreis-SPD unterstützt Landrätin
  18. OB-Kandidatin Tröge geht frisch, fromm, fröhlich, frei ins Rennen
  19. Bürgermeister in Marktbreit: Harald Kopp will's nochmals wissen
  20. Parteinotiz: SPD Albertshofen nominiert Gemeinderatskandidaten
  21. Biebelried: Neue Gruppierung nominiert Roland Hoh einstimmig
  22. Segnitzer Bürgermeisterkandidat: SPD nominiert Klaus Müller
  23. Frischholz will Bürgermeisterin, nicht Verwaltungsmeisterin sein
  24. Kreistagswahl: FDP nominiert ihre Listenkandidaten
  25. Bürgerblock Abtswind: Nur zwei Frauen auf Gemeinderatsliste
  26. Kitzinger Freie Wähler nominieren für Stadt- und Kreistagswahl
  27. Brigitte Horak: Sie hängt mit Leidenschaft an der Wahlheimat
  28. Parteinotiz: Wiesentheider SPD nominierte Gemeinderatskandidaten
  29. Parteinotiz
  30. Einstimmiges Votum für Gerlinde Stier in Kleinlangheim
  31. Albertshofen: Daniel Bayer fordert Horst Reuther heraus
  32. WPS nominierte Gemeinderatskandidaten
  33. Nominierungsversammlung der Freien Wähler Iphofen
  34. Volkamers Kampf um Fritsch und Wohnraum
  35. Hermann Queck zum Bürgermeister-Kandidaten nominiert
  36. Einstimmiges Votum für Volker Schmitt
  37. Matthias Dusel will Sulzfelder Bürgermeister werden
  38. Warmdt kandidiert als Bürgermeister
  39. Volker Schmitt ist als Bürgermeister auch mal Feuerwehrmann
  40. Kommunalwahl 2020: Das sind die Bürgermeisterkandidaten im Landkreis Kitzingen
  41. Kommentar: Respekt vor den Ehrenamtlichen
  42. CSU und Freie Bürger gehen mit Sterk und einer Liste in die Wahl
  43. Klare Ansage: 100 Prozent für Werner Knaier in Wiesentheid
  44. Gabriele Brejschka tritt für die ABL in Biebelried an
  45. Thomas Reichert einstimmig von der CSU Marktsteft nominiert
  46. Bürgerliste nominiert Elke Breucker als Bürgermeisterkandidatin
  47. Kreis-SPD stellt sich hinter Iphöfer  Kandidaten Kößler
  48. OB-Kandidatin Schmidt: Das soziale Gewissen im Rathaus
  49. Walter Vierrether: Vom Hofrat zum Stadtrat?
  50. Neue Liste: Premiere bei den Kommunalwahlen in Nordheim

Schlagworte

  • Biebelried
  • Gerhard Krämer
  • Barbara Becker
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • CSU
  • CSU-Vorsitzende
  • Kommunalwahl 2020 im Landkreis Kitzingen
  • Ortsteil
  • Parteifreunde
  • Parteimitglieder
  • Roland Hoh
  • Streitereien
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!