Volkach

Saatgut-Festival: Kürbis und Mais fürs Indianerbeet

Samen, Obst und Gemüse: Beim Saatgut-Festival in Volkach lockt die biologische Vielfalt. Auffällig ist, dass sich gerade junge Familie für alte Sorten interessieren.
Große und kleine Kürbisse standen beim Markt der Vielfalt in der Volkacher Mainschleifenhalle ganz hoch im Kurs. Das Saatgut-Festival verriet, was man mit diesem tollen Gemüse alles machen kann - sogar ein Indianerbeet anpflanzen.
Große und kleine Kürbisse standen beim Markt der Vielfalt in der Volkacher Mainschleifenhalle ganz hoch im Kurs. Das Saatgut-Festival verriet, was man mit diesem tollen Gemüse alles machen kann - sogar ein Indianerbeet anpflanzen. Foto: Peter Pfannes

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Saatgutfestival

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Der Andrang ist riesig. Beim Saatgut-Festival am Samstag tummeln sich um die Mittagszeit etwa tausend Besucher in und an der Volkacher Mainschleifenhalle. Die lange Menschenschlange vor der Hallentür zeigt, dass es an diesem Ausstellungstag mehrere tausend Gäste werden sollen, die sich für die Themen Saatgut und biologische Vielfalt interessieren. Das Saatgut-Festival findet seit 2011 im Landkreis Kitzingen statt und hat sich inzwischen zur größten Veranstaltung dieser Art in Deutschland entwickelt.

Aus der Vogelperspektive betrachtete Antonia mit ihren Eltern Julian und Verena Full die Saatgut-Vielfalt in Volkach.
Aus der Vogelperspektive betrachtete Antonia mit ihren Eltern Julian und Verena Full die Saatgut-Vielfalt in Volkach. Foto: Peter Pfannes

"Ich bin auf der Suche nach Kürbis, Mais und Bohnen", erklärt Julian Full. Der 35-jährige Ingenieur aus Schweinfurt ist mit seiner Frau Verena und Töchterchen Antonia zum Festival gekommen. Das Paar hat Arbeitsteilung vereinbart. Während er in der ersten Halbzeit der Naturtour Ideen für sein geplantes Indianerbeet sammelt, passt seine Frau auf die Zweijährige auf. Das ist bei dem Gedränge auf der Saatgutarena auch notwendig. Nach dem "Pausentee" werden die Rollen getauscht.

Full hat sich genau über das indianische Beet informiert: "Der Mais dient den Bohnen als Rankhilfe. Umgekehrt liefert der Mais den Stickstoff. Das Blattwerk der Kürbisse beschattet den Boden und schützt vor Erosion. "Die drei Schwestern" wird diese spezielle Mischkultur genannt, die die Fulls im neu gepachteten Schrebergarten anbauen wollen.

Saatgut-Festival ist eine Erfolgsgeschichte

Für Garten und Küche finden die Messebesucher reichlich Ideen. Die Vielfalt ist greifbar, die Tour ist kurzweilig. Wilde Bienen, Regenwürmer, Rauchschwalben und Fledermäuse stehen auf der Theaterbühne im Blickpunkt. "Wir wollen die Gäste für die Vielfalt der Sorten begeistern, um sie selbst im eigenen Garten anzubauen und zu erhalten", schildert Barbara Keller ihre Zielsetzung. Mit ihrem Mann Martin hat sie vor acht Jahren das Saatgut-Festival ins Leben gerufen und damit den Startschuss für eine Erfolgsgeschichte gegeben.

"Nach den tollen Medienberichten der vergangenen Tage haben wir fast mit dieser Resonanz gerechnet", meint die Initiatorin mit Blick auf den Besucheransturm. Besonders begeistert ist sie von der Entwicklung, "dass sich immer mehr junge Leute und junge Familien für die Thematik interessieren". "Damit ist unsere Zukunft gesichert", schwärmt Barbara Keller.

Samen gegen Spende

Dankbar ist die Mitbegründerin der Projektwerkstatt open house den etwa 30 ehrenamtlichen Helfern, die das Festival mit organisieren und sich für das Saatgut als Weltkulturerbe einsetzen. Dazu gehört auch die Kartoffel, deren Sortenvielfalt Familie Full auf ihrem Rundgang ins Visier genommen hat. Gegen eine Spende hat Julian Full gerade eine rote Kartoffel aus Teneriffa ergattert. Die will er in seinem Schrebergarten anpflanzen und mal schauen was daraus wird.

"Was wir anbauen, darf nicht genmanipuliert sein. Gerade für die Kinder ist die richtige Ernährung so wichtig", weiß Full. "Selbst angebaut ist halt die beste und sicherste Art", ergänzt seine Frau Verena. Ihr Blick in der Messehalle richtet sich hauptsächlich auf Gewürze, Tomaten und Zucchini. Und während ihre Mama gesunde Gerichte für die nächste Woche plant, meint Klein-Antonia ganz offen und ehrlich: "Ich mag am liebsten Schokolade."

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