PRICHSENSTADT

Sanierung statt Abriss und Neubau

Die marode Schulturnhalle in Prichsenstadt wird nun nicht abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, sondern energetisch saniert. Ein Abriss mitsamt dem dazugehörigen Neubau hatte sich von selbst erledigt, weil sich der Stadtrat nicht hatte entscheiden können und der Schulneubau schon zu weit fortgeschritten ist. Mit 13:2 Stimmen stimmte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung dem Vorschlag der Verwaltung für die energetische Sanierung zu.

In einer nicht-öffentlichen Bauausschusssitzung hatten sich die Mitglieder mit weiteren Räten, den Architekten Volker und Wolfram Heid und dem Hausmeister Martin Stöckinger die Schule angeschaut. Allein der Bericht des Hausmeisters umfasst viele Schäden, die einen Betrieb für den Schulsport praktisch unmöglich machen.

Gefährlicher Staub

Unter dem Hallenboden befindet sich zur Dämmung Glaswolle, die sich auflöst und als gesundheitsgefährdender Staub in die Halle getragen wird. Im Flur ist die Decke zum Teil undicht, und die Oberlichter der Halle weisen noch mehr undichte Stellen auf. Ein Brandschutz ist überhaupt nicht gegeben, und die Deckenkonstruktion entspricht nicht mehr den gesetzlichen Bestimmungen. In der Wandverkleidung befinden sich Schadstoffe in Form einer Holzlasur, und durch die sehr schlechte Dämmung geht viel Energie verloren.

Weil sich der Rat in der Vergangenheit zweimal selbst Patt gesetzt hatte und sich weder zu einem Abriss noch zu einer Sanierung hatte durchringen können, fiel die Entscheidung zur Sanierung jetzt sehr viel einfacher. Denn dem Rat war für einen Neubau schlichtweg die Zeit davongelaufen, so dass es nur noch um die Art der Sanierung ging.

Architekt Volker Heid stellte dem Gremium in Kurzform die bekannten drei Varianten mitsamt aller bekannter Kosten vor. Um den Schulsport überhaupt wieder anbieten zu können, wären 859 000 Euro nötig. Dann gäbe es unter anderem weder ein Behinderten-WC noch eine Geschlechtertrennung in den Waschräumen und somit auch keine Zuschüsse. Um die zu bekommen, wird beides eingebaut, was die Kosten auf 1,1 Millionen Euro steigen lässt, abzüglich der 430 000 Euro an Zuschüssen.

Denselben Betrag gibt es auch bei einer energetischen Sanierung, die mit 1,5 Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Die etwa 1,1 Millionen Euro Eigenanteil will die Stadt nach Möglichkeit aus den Rücklagen bezahlen und wird es wirtschaftlich prüfen. Jetzt soll schnellstmöglich mit der Sanierung begonnen werden.

Trotz aller Zuschüsse war das Wolfgang Brosche (FBG) immer noch zuviel Geld. Er beantragte, den Schulsportbetrieb in der Turnhalle einzustellen und ihn in die benachbarte TSV-Halle zu verlegen. Da der Antrag der Verwaltung auf eine Sanierung der weitergehende Antrag war und sich die Räte auch dafür entschieden hatten, kam Brosches Antrag nicht mehr zur Abstimmung.

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