KITZINGEN

Schauen, was in Steinen drin ist

Schweißtreibend: Ein knappes Dutzend Hobby-Bildhauer haben auf dem Gartenschaugelände, damit begonnen, herauszufinden, was sich in groben, unbehauenen Sandsteinblöcken verbirgt. Spätestens in zwei Wochen sollen ihre Werke fertig sein. Foto: Ralf Weiskopf

Schon wenn man sich dem Winterhafendamm auf dem Gelände der ehemaligen Gartenschau in Kitzingen nähert, hört man es. Es ist ein zwar leises aber ständiges „tock, tock tock“. Es ist das Geräusch, wenn ein Holzklüpfel auf einen metallenen Steinmeißel trifft, der sich Millimeter für Millimeter in einen Steinblock frisst und Stück für Stück abhebt – ein Bildhauerseminar in Kitzingen.

Ein rundes Dutzend Frauen, Männer und sogar einige Kinder stehen vor hüfthohen Holzstämmen, die Hack-Stöcken gleichen, auf denen mehr oder weniger große Steine liegen. Mit hölzernen Klüpfeln, Fäusteln oder Hämmern schlagen sie auf Stein-Meisel aus Metall ein. Immer wieder bleiben Spaziergänger und Radfahrer stehen, um eine Weile zuzusehen.

Die hier im Schweiße ihres Angesichts arbeiten heißen Margrit, Brigitte, Uwe, Thomas, oder Claudia und auch zwei Petras sind darunter. Zwei Wochen lang wollen sie sich jeden Tag hier treffen und ihrem Hobby, der Bildhauerei, nachzugehen. Alle sind Amateure, aber die meisten von ihnen sind keine Anfänger und haben bereits an verschiedenen Kursen, unter anderem in der Toskana aber auch in Winterhausen, teilgenommen. Jetzt sind sie, im Rahmen des Projektes „Kunst und Kultur“, auf dem Gartenschaugelände zugange.

In Zusammenarbeit von Stadtgärtnerei und dem Förderverein Gartenschaugelände leitet Uwe Zalder die kleine Gruppe Bildhauer an. Er war es auch, der gemeinsam mit Rolf Wenkheimer, dem Vorsitzenden des Fördervereins Gartenschaugelände, die Idee dazu hatte. Vorbild war laut Zalder der Dettelbacher Skulpturenpark und der dortige Skulpturenweg, die sich inzwischen zu Touristenattraktionen entwickelt habe. Was andernorts geht und gut ankommt, müsste doch auch in Kitzingen funktionieren, dachte sich Wenkheimer.

Am Samstag um zehn Uhr fiel der Startschuss, wurden große und kleine Steinquader geschleppt, auf die Stämme gehievt und in Position gebracht. Fragt man die Künstler was aus ihrem steinharten Werkstück werden soll, bekommt man meist zur Antwort: „Mal schauen, was in dem Stein drin steckt.“ Lediglich zwei von ihnen hatten bereits konkretere Vorstellungen und haben vor, ihr Stück Sandstein in einen Pferdekopf, beziehungsweise einen Charakterkopf mit Beinen zu verwandeln, verraten sie.

Man darf gespannt sein, was am Ende dabei alles herauskommen wird. Wer den Bildhauer auf die Finger, respektive Steine und Meisel schauen will, kann dies in den kommenden zwei Wochen tun.

Weitere Infos: Die Gruppe trifft sich von Montag bis Freitag jeweils ab etwa 17 Uhr und am Samstag wird ab 10 Uhr gearbeitet. Wer noch mitmachen möchte, kann sich unter der E-Mail-Adresse rolf.46@web.de anmelden.

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