LANDKREIS KITZINGEN

Schrumpfen können andere: Im Landkreis bleibt die Bevölkerungszahl stabil

Gegen den Trend: Im Landkreis Kitzingen kann die Bevölkerungszahl auf absehbare Zeit wahrscheinlich gehalten werden.
Gegen den Trend: Im Landkreis Kitzingen kann die Bevölkerungszahl auf absehbare Zeit wahrscheinlich gehalten werden. Foto: Archiv-DPA

Getestet und für gut befunden – der Landkreis Kitzingen ist gut aufgestellt. 413 Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland hatte das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung untersucht. Heraus kam für Kitzingen – wie berichtet – mit Rang 18 ein Spitzenplatz bei einer Durchschnittsnote von 2,87.

Das kann sich sehen lassen – allerdings lauern mit Blick auf die nächsten Jahrzehnte nicht wenige Gefahren, die das gute Ergebnis ins Gegenteil verkehren. Da war sich der Wirtschafts-, Kultur- und Tourismusausschuss am Montagnachmittag im Landratsamt einig.

Die Prognosen lesen sich alles andere als gut: Nur noch 70 Millionen Einwohner in Deutschland bis 2050. Was die Fortsetzung einer schleichenden Entwicklung ist: Knapp 5,5 Millionen Einwohner verlor Deutschland in den vergangenen 30 Jahren. Und: Mit knapp 1,4 Kindern pro Frau gilt die Bundesrepublik als eine der kinderärmsten Gesellschaften der Welt.

Spirale nach unten

Vor allem auf den ländlichen Raum kommt eine Entvölkerungswelle zu, die wie eine Spirale nach unten wirkt und gravierende Konsequenzen nach sich zieht. Etwa diese: Weniger Schüler bedeutet weniger Schulen und weniger Buslinien. Oder diese: Weniger Menschen bedeutet weniger Dorfstruktur und Verfall von leerstehenden Häusern.

Immerhin: Der Landkreis Kitzingen ist laut Landrätin Tamara Bischof derzeit „in allen Bereichen gut aufgestellt“. Es spricht einiges dafür, dass dies auch so bleiben kann: Während andere Landkreise kräftig schrumpfen, kann das Kitzinger Land mit einer stabilen Bevölkerungszahl rechnen. Im Idealfall ist sogar ein leichtes Wachstum – bis zu fünf Prozent – drin. Zumindest wird dies von den Fachleuten bis zum Jahr 2025 vorausgesagt.

Dass man sich von den guten Zahlen und Prognosen nicht blenden lassen dürfe, betonte Freie-Wähler-Fraktionschef Josef Mend. Seiner Meinung nach stehe und falle die Entwicklung mit Industrieansiedlungen.

Hier habe es der Norden Bayerns immens schwer, sich gegen den Großraum München zu behaupten. Gleiches gelte für den öffentlichen Nahverkehr. Hier bedürfe es eines generellen Umdenkens: Nicht das Wachstum oder Pro-Kopf-Pauschalen dürfen ausschlaggebend für Zuschüsse sein. Vielmehr müsse der Erhalt von Strukturen im Mittelpunkt stehen.

Nachdem der demografische Wandel immer konkreter wird, reagiert man im Landratsamt mit einer Bündelung der Kräfte auf die kommenden Veränderungen: Beim Regionalmanagement laufen künftig die Fäden zusammen, damit der Landkreis auch künftig getestet und für gut befunden werden kann.

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