KITZINGEN

Schuss ins Gesicht aus 20 Zentimetern

justice - Symbolbild Foto: liveostockimages (iStockphoto)

Die vier Freunde hatten sich zu einer kleinen Drogen-Feier verabredet: Im Zimmer des 18-Jährigen machte neben Bier auch die eine oder andere Ecstasy-Tablette die Runde. Irgendwann wurde eine Schreckschuss-Pistole aus dem Schrank geholt, die Waffe machte die Runde. Dann – aus dem Nichts – passierte es: Der 18-Jährige hielt einem Kumpel die Waffe vors Gesicht und drückte aus 20 Zentimetern ab.

Verletzt

Durch die Platzpatrone wurde ein Auge des gleichaltrigen Kumpels erheblich verletzt. Zunächst maß das Opfer der Verletzung keinerlei Bedeutung zu.

Doch das änderte sich am nächsten Tag: Es ging schnurstracks in die Notfallaufnahme, wo Splitter aus dem Auge entfernt wurden. Zum Glück für den jungen Mann blieben keine Schäden zurück.

Nur gespielt

Vor Gericht versucht der 18-Jährige die Tat herunterzuspielen: Man habe damals „mit der Waffe herumgespielt“. Ihm sei nicht klar gewesen, dass die Waffe geladen war. „Ich war nicht Herr meiner Sinne“, so die Einlassung des Angeklagten. Er habe damals wohl „abgedrückt ohne zu schauen“.

Pure Absicht?

Das Opfer brach seinerzeit von heute auf morgen den Kontakt zu dem Schützen ab – und der Verletzte schildert den Vorfall in einem entscheidenden Detail ganz anders: Er habe genau gehört, wie der Schütze direkt vor dem Abdrücken „nachgeladen hat“. Der Schuss ins Gesicht sei also pure Absicht gewesen.

Wenig Erbauliches weiß auch das Jugendamt über den Angeklagten zu berichten. Er habe die Schule abgebrochen, um sich fortan den Drogen zuzuwenden. Man habe es hier mit einer „extrem schwierigen Situation“ samt eines „beispiellosen Niedergangs“ zu tun. Der 18-Jährige müsste dringend in eine Entzugsklinik. Sein Leben finde aktuell „ohne Ideen und ohne Plan“ statt, was aus ihm werden soll, sei fraglicher denn je.

Führerschein los

Der 18-Jährige steht nicht zum ersten Mal vor dem Kitzinger Jugendrichter. 2016 ging es mit Fahren ohne Führerschein los. Danach gab es den Versuch, einen Zigarettenautomaten zu knacken, was 80 Stunden soziale Hilfsdienste nach sich zog. Diesmal geht es für den 18-Jährigen hinter Gitter: Er muss zwei Wochenenden im Gefängnis verbringen.

Und er muss einer geregelten Arbeit nachgehen: Damit der junge Mann „Struktur in sein Leben“ bekomme, hat er jeden Tag sechs Stunden Hilfsdienste zu leisten. Insgesamt brummte das Gericht dem Angeklagten 240 Stunden auf.

Die könnten allerdings erlassen werden, falls es der Angeklagte schafft, eine reguläre Arbeit anzunehmen.

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