REGION STEIGERWALD

Schutzgebiet liegt allen schwer im Magen

Große Steigerwald-Runde: Zu einer Expertenanhörung über die Regional-Entwicklung in der Steigerwald-Region hatte der Verein „Unser Steigerwald“ nach Handthal eingeladen. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck (am Pult), endete die Veranstaltung letztendlich in einer erneuten Absage an einen Nationalpark im nördlichen Steigerwald, der Forderung nach Aufhebung der Verordnung für das umstrittene Schutzgebiet „Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst“ und in einer einstimmig verabschiedeten Resolution.
Große Steigerwald-Runde: Zu einer Expertenanhörung über die Regional-Entwicklung in der Steigerwald-Region hatte der Verein „Unser Steigerwald“ nach Handthal eingeladen. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck (am Pult), endete die Veranstaltung letztendlich in einer erneuten Absage an einen Nationalpark im nördlichen Steigerwald, der Forderung nach Aufhebung der Verordnung für das umstrittene Schutzgebiet „Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst“ und in einer einstimmig verabschiedeten Resolution. Foto: Norbert Vollmann

„Expertenanhörung über die künftige Ausrichtung der Regional-Entwicklung in der Steigerwald-Region“ war eine groß angelegte Veranstaltung des Antinationalparkvereins „Unser Steigerwald“ im „Steigerwaldzentrum – Nachhaltigkeit erleben“ in Handthal überschrieben. Die Veranstaltung gipfelte in einer klaren Absage an einen Nationalpark auf Staatswaldgebiet im nördlichen Steigerwald und zeigte zugleich, wie sehr den Betroffenen das vom Landratsamt Bamberg ausgewiesene 775 Hektar große Schutzgebiet „Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst“ im Magen liegt.

Umso dankbarer war man für die Rückendeckung vor allem durch den Vorsitzenden der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, Thomas Kreuzer, an diesem Vormittag.

Der Vorsitzende des Vereins „Unser Steigerwald“, Bayerns Innen-Staatssekretär Gerhard Eck aus Pusselsheim, hatte eingangs darauf hingewiesen, dass man mit der Expertenanhörung die Diskussion über die künftige Entwicklung der Steigerwald-Region und insbesondere um den Nationalpark versachlichen wolle.

Zum Schutzgebiet „Der Hohe Buchene Wald“ machte der Vorsitzende deutlich, dass man unter allen Umständen verhindern wolle, dass hier am Ende „Staat gegen Staat klagt“, also der Freistaat gegen eine Staatsbehörde, in dem Fall das Landratsamt Bamberg. Deshalb liege der Vorschlag zur Güte auf dem Tisch, den Steigerwald ohne die Ausweisung eines Großschutzgebietes durch die UNESCO auf Vorschlag Bayerns und Antrags der Bundesrepublik Deutschland zum Weltnaturerbe zu erheben. Dafür soll das Trittstein- und Naturschutzkonzept des staatlichen Forstbetriebs Ebrach ausgeweitet werden.

Entgegen anders lautender Mitteilungen sei hierfür kein Nationalpark-Status erforderlich, bekräftigte Eck. Er sprach von einem „Schritt zu weit, der mit der Verordnung gegangen wurde“.

CSU-Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer verwies auf die „erheblichen Anstrengungen“ der Staatsregierung für die Region Steigerwald durch die Schaffung von Einrichtungen wie das Steigerwaldzentrum oder den geplanten Baumwipfelpfad bei Ebrach, den Ausbau der Infrastruktur und ein verstärktes Marketing. Dies sei der richtige Weg zur Förderung des Tourismus anstatt einer reinen Unterschutzstellung von Gegenden.

Was die Verordnung für das Schutzgebiet „Der Hohe Buchene Wald“ betrifft, so habe hier Landrat a.D. Günther Denzler als Staatsbeamter der Unteren Verwaltungs- und Naturschutzbehörde gehandelt. Kreuzer machte klar: „Ich halte die Verordnung für rechtswidrig und für nicht haltbar. Sie muss aufgehoben werden.“ Das ergänzte Trittsteinkonzept halte er in diesem Zusammenhang für ausreichend, um die ökologischen Voraussetzungen für den Steigerwald als Weltnaturerbe zu erfüllen.

Überhaupt lehne man in Bayern die großflächige Unterschutzstellung und damit Stilllegung der Wälder ab. Stattdessen setze man auf eine nachhaltige Nutzung nach der Konzeption der Forstbetriebe.

Kreuzer, noch einmal auf den „Fall Denzler“ zurückkommend: „Wir stehen zu unseren Eigentümern. Wir wollen zusammen mit ihnen Naturschutz betreiben, aber nicht gegen sie auf dem Verordnungsweg.“ Der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion versprach: „Wir werden einen Weg finden und gegen entsprechende Widerstände durchsetzen.“

Am Ende der Expertenanhörung mit verschiedenen Impuls-Referaten und der Darstellung der Positionen verschiedener Verbände und Vereinigungen, stand die einstimmige Verabschiedung einer Resolution. Sie umfasst die folgenden sieben Punkte:

• 1. Wir wollen keine Großschutzgebiete im Steigerwald.

• 2. Wir wollen den Steigerwald auf der Basis eines Naturparks weiterentwickeln.

• 3. Der Steigerwald hat bereits jetzt einen hohen Schutzstatus (Verschlechterungsgebot).

• 4. Wir unterstützen das „Trittsteinkonzept“ des Forstbetriebs Ebrach als integrales Waldnaturschutzkonzept im Steigerwald.

• 5. Wir fordern die Rücknahme der Verordnung über die Ausweisung des geschützten Landschaftsbestandteils „Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst“.

• 6. Wir wollen im Steigerwald auch in Zukunft eine verantwortungsvolle und nachhaltige Waldbewirtschaftung sicherstellen.

• 7. Wir wollen den Steigerwald schützen und nutzen.

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