CASTELL/IPHOFEN

Schwanberglauf: 1000 Sportler quälten sich durch die Hitze

Etwa 1000 Sportler nahmen am Schwanberglauf 2015 teil - bei tropischer Hitze. Foto: Hartmut Hess

Knapp 1000 Besucher waren am Freitag entspannt und kühlten sich bei 36 Grad im Kitzinger Schwimmbad ab. Knapp 1000 Freizeitsportler zogen es derweil vor, abends bei immer noch tropischen 34 Grad den Kraftakt Schwanberglauf in Angriff zu nehmen.


Da stellte sich die Frage: Was bringt die 920 im Ziel angekommenen Läufer und Walker dazu, sich solche Strapazen anzutun? Die Motive des Gesamtsiegers bei der 31. Auflage des Laufs bei Castell (Kreis Kitzingen), des 29-jährigen Reichenbergers Jörg Jülichs waren so auf der Hand liegend wie plausibel klingend: „Ich habe heuer besser trainiert“, verriet der Vorjahresvierte.

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„Ich habe mich heute nicht gut gefühlt“, bekannte derweil der geschlagene Philipp Zabel. „Heute hat Philipp Zabel in Jörg Jülichs seinen Meister gefunden“, verkündete Streckensprecher Georg Will, als der vereinslose Reichenberger im Casteller Schlosspark die Serie des in den vergangenen vier Jahren siegreichen Zabel beendet hatte.

Einen Sieg oder gar Rekord hatte Melanie Genrich aus Gütersloh überhaupt nicht im Sinn. Die 37-Jährige war auf der Durchreise mit dem Ziel Kärnten und machte in Castell Station für den Lauf und einen Weinfestabend.

„Ich mag Landschaftsläufe sehr“, beschrieb Melanie Genrich ihre Motivation für die Unterbrechung ihrer Urlaubsfahrt. In 44:25 Minuten (Platz zwölf im Gesamtklassement) siegte sie bei ihrer Premiere unangefochten vor der Kitzingerin Alma Goller und verschenkte dabei einen Streckenrekord.

Klar war die Motivation bei Mebrahtom Gebrehwet vom Team Eritrea, der erst seit neun Monaten in Deutschland lebt und nach sich dem Würzburger Residenzlauf erneut beweisen wollte. Mit dem fünften Platz schlug sich der 17-jährige beachtlich, war aber geschlaucht und bekannte, dass eine solche Hitze auch Afrikanern zu schaffen macht.

Eine gute Gelegenheit, den Konditionsstand seiner Spieler abzufragen, war der Schwanberglauf für Radovan Suchy, Trainer des Handball-Drittligisten TSV Rödelsee.

Ganz andere Motive beschlichen den Pressesprecher des Fußball-Landesligisten TSV Abtswind, Michael Kämmerer. „Wir sind ein gesundheitsbewusstes Unternehmen bei Kräuter Mix“, erzählte Kämmerer, weswegen er in der Laufgruppe und auch beim Schwanberglauf mitmische. „Es waren letztes Jahr nur zwei Grad weniger, dann macht das heute auch nichts mehr aus“, schilderte der Repperndorfer.

„Wir wollten einmal Joggen gehen, dadurch sind wir auf die Idee Schwanberglauf gekommen“, sagte der kleine Casteller David Fuchs, der mit seinen Kameraden Joel Hartmann und Samuel Hartmann sowie deren Cousin Hannes Greger aus Schweden sich der Herausforderung der 10,4 Kilometer stellte.

Im Ziel war das Casteller Quartett, dass im Trikot des TSV Abtswind lief, erst einmal gerädert - um dann vor dem Fotografen ein Banner zu zücken mit der Forderung an die Gemeinde Castell: „Wir brauchen dringend einen Bolzplatz“.

Klar war die Motivation für den Cheforganisator des Altenschönbacher Schlossberglaufs, Bernd Dornberger, trotz Verletzung an der Startlinie zu stehen. Er hatte sich den Termin für den Schlossberglauf am kommenden Samstag, 25. Juli, auf den Körper malen lassen, um die Werbetrommel zu rühren.

„Wir sind als Veranstalter sehr zufrieden“, sagte Markus Murk und lobte die „sehr vernünftigen Läufer“ für das dosierte Laufen. Lediglich einen Zwischenfall mit einem Kreislaufproblem registrierten die bereitstehenden Rettungskräfte, die ansonsten kaum etwas zu tun hatten.

Der Preis für den ältesten Teilnehmer ging an den 79-jährigen Heinz Wagner vom VfL Wehbach, die Jüngste im Feld war die achtjährige Isa Schärmann aus Castell. Mit 89 Läufern stellte das Knauf Laufteam die mit Abstand größte Riege, die Prämie eines Bierfasses gaben die Knaufianer an die Feuerwehren weiter.

Den Preis für die größte Vereinsgruppe von 26 Teilnehmern verdiente sich der rheinland-pfälzische VfL Wehbach nach einer Anreise von 300 Kilometern.

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