SICKERSHAUSEN

Sickershäuser Siedler sind heute stärker denn je

Erwin Steinberger (vorne von links), Heinz Bollhöfner, Winfried Steinberger und Heinz Stich wurden beim Festkommers der Siedlergemeinschaft Sickershausen geehrt. Ihnen gratulierten (hinten von links) Rudolf Limmer, Siegfried Müller, Robert Heinkel und Wolfgang Etzel. Foto: Hartmut Hess

„Das ist ein Novum, dass wir Mitglieder für 50 Jahre in unserem Verein ehren können“, sagte Robert Heinkel, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Sickershausen beim Festakt zum 50-jährigen Vereinsjubiläum. Er ehrte Heinz Bollhöfner und das letzte noch lebende Gründungsmitglied Winfried Steinberger für ein halbes Jahrhundert im Verein. Nicht anwesend sein konnten nach ebenfalls 50 Jahren Mitgliedschaft Angelina Steinberger und Gertrude Krumpholz.

47 Jahre Verantwortung übernommen

Den Höhepunkt des Ehrungsreigens markierte die Auszeichnung für Heinz Stich, der 47 Jahre im Verein Verantwortung übernommen hatte. Robert Heinkel würdigte seine Verdienste und ernannte ihn zum neuen Ehrenmitglied. Der Vorsitzende kürte mit Erwin Steinberger einen weiteren Mann zum Ehrenmitglied, da er immer da sei, wenn jemand gebraucht werde und er mit dafür stehe, dass der Verein vor Jahren nicht von Bildfläche verschwunden sei. Wolfgang Etzel, Gebietsleiter Kitzingen vom Verband Wohneigentum, überreichte dem Vorsitzenden das Ehrenzeichen des Verbandes in Bronze, denn er habe in nur viereinhalb Jahren Großartiges für den Verein und den Verband geleistet.

Heinz Stich ging auf die Vereinsgeschichte ein und erinnerte daran, dass es ab dem Jahr 1956 eine rege Bautätigkeit südlich der Bahnlinie in Sickershausen gab, wo die Menschen Haus um Haus – meistens in Eigenleistung – errichteten. Im Jahr 1961 warb der damalige Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Kitzingen, Hans Weiß, intensiv um Neumitglieder und bald rekrutierte sich die Untergruppe Sickershausen mit 20 Mitgliedern. Drei Jahre später machten sich die Sickershäuser als eigenständiger Ortsverein selbstständig mit dem Vorsitzenden Georg Heinkel.

Preisnachlässe dank des Siedlerbunds

Mit dem Bayerischen Siedlerbund im Rücken hätten sich damals einige Wünsche wie Erdverkabelung, Erdgasanschluss oder Sterbegeld- und Unfallversicherungen umsetzen lassen. Für Kohle und Torfmull hatte es damals schon Preisnachlässe gegeben. Den Torfmull fuhren Georg Heinkel und sein Stellvertreter Hans Steinberger damals noch abends oder an Samstagen mit Schubkarren zu den Mitgliedern.

Im Jahr 1986 umfasste die Siedlergemeinschaft 39 Mitglieder und man schaffte Geräte für den Garten wie Vertikutierer, Häcksler, lange Leitern oder Motorrückenspritze an. Die vor 30 Jahren initiierten Baumschnittkurse sind bis heute ein Renner im Angebot des Vereins.

Mitgliederzahl sackte ab

Die Siedlergemeinschaft hatte in ihrer 50-jährigen Geschichte mit Hilde Düll auch eine Frau an ihrer Spitze, der Heinz Stich großen Respekt zollte. Denn sie hatte ab 1977 als Vorsitzende 28 Jahre Verantwortung übernommen und wirkte zudem 23 Jahren als Kassenwartin und 15 Jahre als Schriftführerin. Um die Jahrtausendwende wurde es sehr ruhig um die Sickershäuser Siedlergemeinschaft und bis 2013 sackte die Mitgliederzahl auf 18 ab.

Nach dem Tod von Hilde Düll hatten Heinz Stich und Winfried Steinberger kommissarisch die Vereinsführung übernommen und einige aktive wie treue Mitglieder in der Amtszeit des Vorsitzenden Herbert Emmerich (Februar 2014 bis Februar 2016) holten den Verein aus dem Dornröschenschlaf. Die Mitgliederzahl stieg auf 36 an. Mit dem neuen Vorsitzenden Robert Heinkel an der Spitze steuerte der Jubel-Verein einer neuen Blüte zu.

Höchststand an Mitgliedern

Kitzingens Oberbürgermeister Siegfried Müller zeigte sich beeindruckt davon, dass der Verein binnen vier Jahren seine Mitgliederzahl auf den Höchststand von heute 82 Mitgliedern verdoppeln konnte. Ortssprecherin Anni Schlötter würdigte das Wirken der Siedlergemeinschaft und gab sich stolz, dass ihre Familie schon fast 40 Jahre Mitglied im Verband ist. Der evangelische Pfarrer Simon Gahr gratulierte zum goldenen Jubiläum und Rudolf Limmer vom Landesverband Wohneigentum attestierte dem Verein nach einer Schwächephase, besser denn je da zu stehen. Weitere Grußworte sprachen Weinprinzessin Stefanie Heigl, Florian Beer als Vertreter der örtlichen Vereine und Wolfgang Etzel. Robert Heinkel sah die vielen Geschenke und lobenden Worte als Ansporn für die Zukunft

Den Festkommers gestaltete der Posaunenchor unter der Leitung von Gudrun Sagol musikalisch. Nach dem Essen stand der Gesang im Mittelpunkt beim Wirtshaussingen mit dem Mainbernheimer Singbär Achim Zepter.

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