Iphofen

Skulpturenpark am Schwanberg vor dem Aus

Die Idee klang außergewöhnlich: ein Garten mit etwa 100 Tierskulpturen aus Treibholz auf einer Streuobstwiese. Doch der Künstler hat die Rechnung ohne die Naturschützer gemacht.
Solche und ähnliche Tierskulpturen aus Treibholz wollte der Ochsenfurter Kunsthändler Markus Schönrock am Schwanberg aufstellen. Foto: Uschi Merten

Skulpturen aus Treibholz wollte der Ochsenfurter Kunsthändler Markus Schönrock am Schwanberg aufstellen, aber daraus wird wohl nichts – zumindest nicht am geplanten Standort, einer gut 6000 Quadratmeter großen Wiesenfläche oberhalb des Parkplatzes. Von der Unteren Naturschutzbehörde am Kitzinger Landratsamt kam dazu eine klare Absage, auf die nun auch der Iphöfer Stadtrat reagiert hat. Einstimmig lehnte er das Projekt in diesem Bereich ab. "Tut uns leid", sagte Bürgermeister Josef Mend in der Stadtratssitzung an die Adresse Schönrocks. "Wir dachten, das sei unkompliziert."

Über die Veröffentlichung in dieser Zeitung hatte die Behörde laut Mend von dem ungewöhnlichen Projekt erfahren. Während aus Reihen des Bauamts noch vorsichtige Zustimmung kam – unter der Bedingung, dass der Artenschutz eingehalten und der Eingriff in die Natur ausgeglichen wird –, waren die Signale des Naturschutzes eindeutig. "Der Standort der alten Obstwiese wird abgelehnt", hieß es von dort. Die Obstwiese befinde sich innerhalb eines Landschaftsschutzgebiets und sei als Biotop kartiert. Dass dort auf einem 110 Meter langen und 60 Meter breiten, abgegrenzten Areal bis zu 100 Holzskulpturen stehen sollen, wird vom Landratsamt als "sehr kritisch" gesehen, gar "als nicht möglich" dargestellt.

Bis zu 70 000 Besucher im Jahr sollten kommen

Die Fläche wollte der Kunsthändler – zum Schutz der aus Abfall- oder Resthölzern gefertigten Skulpturen vor Vandalismus und Diebstahl – von je zwei Seiten mit einer 1,80 Meter hohen Hecke und einem eingewachsenen Stabgitterzaun einfrieden. Auch das sieht das Landratsamt kritisch. Schönrock selbst erklärte in der Sitzung, er sei von der Reaktion der Behörde "ein bisschen überrascht" und stelle sich natürlich die Frage, ob das Projekt mit Blick auf die hohen Auflagen an anderer Stelle sinnvoll sei. Damit sich die Sache rentiert, braucht er nach eigenen Angaben 70 000 Besucher im Jahr, die jeweils drei Euro Eintritt für seinen Skulpturengarten bezahlen. Das Areal oberhalb des Parkplatzes wäre insofern attraktiv gewesen, als es von den meisten Besuchern des Schwanbergs angesteuert wird.

Noch ist die Sache nicht ganz vom Tisch. Bürgermeister Mend will nun mit Schönrock alternative Standorte prüfen. Stadtrat Hans Brummer sprach von einem "interessanten Projekt, das nicht auch noch von uns verhindert werden sollte". Auf der Ostseeinsel Rügen hat der Ochsenfurter schon einmal etwa 75 seiner Werke gezeigt. Das Gelände war für acht Wochen mit einem Bauzaun abgegrenzt. Am Schwanberg wollte er eine deutlich naturnähere Lösung hinbekommen. Aber der Schwanberg, so sagte Zweiter Bürgermeister Ludwig Weigand, sei eben auch ein "hochsensibler Bereich".

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