KITZINGEN

So kann Klassik rocken

Fulminant: Rund 100 Musiker aus und um Kitzingen waren bei Klassik rockt am Samstag mit auf der Bühne.
Fulminant: Rund 100 Musiker aus und um Kitzingen waren bei Klassik rockt am Samstag mit auf der Bühne. Foto: Timo Lechner

Wenn der Dirigent oben Frack, unten Lederhose und zudem ein AC/DC-Shirt trägt, dann kann man sich als Konzertbesucher gewiss sein, einem besonderen Musikereignis beizuwohnen. Und die zweite Auflage von "Klassik rockt!" am Samstag in der Florian-Geyer-Halle war ein solches.

Die Mischung aus Orchester, Chören, Rockband, A-Cappella-Boygroup und Solisten ist eine außergewöhnliche. Vor allem, wenn sie ausschließlich von Musikern aus Kitzingen und Umgebung serviert wird.

Mit Ursula (Uschi) James, Teilnehmerin der Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“, war zwar eine Bad Kissingerin, und damit die einzige „Fremde“ mit dabei. Jedoch schien sich die Sängerin mit der souligen Röhre in Kitzingen wie zu Hause zu fühlen und überzeugte bei Interpretationen von Whitney Houstons „One Moment in time“ oder Adeles „Rollin in the deep“ die Zuhörer.

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Klassik rockt!

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Vielleicht lag es an den Jungs von den Soundchexx, der Kitzinger A Cappella-Gruppe um den Stadtmarketingvereins-Geschäftsführer und Klassik rockt!-Initiator Thomas Most, dass der Stargast sich sehr wohl fühlte. Das Quintett begleitete Uschi nicht nur beim Pointer-Sisters-Klassiker „I'm so excited“, sondern setzte auch eigene Akzente. Beispielsweise mit einer jazzigen orchestralen Version des traditionellen Volkslieds „Die Gedanken sind frei“, das man in dieser Form noch nie gehört hat.

Most selbst brillierte bei einem wuchtigen „Music was my first love“, das wie geschaffen für dieses Arrangement ist. Echter Hinhörer, aber auch Hingucker war Bernd Semmler als Joe Cocker. Der Kitzinger Musiker sang sein „With a little help from my friends“ nicht nur im täuschend echten Timbre des britischen Kult-Sängers, er imitierte auch gekonnt dessen exaltierte Bewegungen.

Mit Bastian Bank und Kilian Schweiger, zwei Steppkes, die den Stimmbruch noch vor sich haben, zeigten sich zwei besondere musikalische Talente aus Kitzingen erstmals auf großer Bühne. Kilian sang ein glockenklares „Hallelujah“ (Leonard Cohen), Bastian bewies bei "Nella Fantasia" aus der Feder von Ennio Morricone Gespür und Intonation. beide ernteten dafür donnernden Applaus.

Nur ein Mal gab Carl-Friedrich Meyer, Kantor der evangelischen Stadtkirche, den Taktstock ab an Hermann Seidl, der den Abend über das Keyboard bedient hatte: Totos Klassiker „Hold the Line“ ließ die rund 700 Besucher in der ausverkauften Halle auf den Stühlen rocken. Eine Nummer, wie geschaffen für Interpret Peter Lorenz.

Monatelang hatten die Vorbereitungen zu diesem Konzert gedauert. Noten wurden geschrieben, Songs arrangiert, Projektchöre gebildet. Das Ergebnis konnte sich hören lassen und schreit nach einer Fortsetzung. Die dann vielleicht in einer neuen Kitzinger Veranstaltungshalle stattfinden wird? Kitzingens Oberbürgermeister Siegfried Müller wurde an diesem Abend jedenfalls des Öfteren mit dieser Frage konfrontiert. Bleibt zu hoffen, dass – egal, wo – es in zwei Jahren wieder "Klassik rockt!" in Kitzingen heißt.


Stargast: DSDS-Teilnehmerin Ursula James bewies eine Rock-Röhre.
Stargast: DSDS-Teilnehmerin Ursula James bewies eine Rock-Röhre.
Nur mit Stimme: Die Soundchexx um Thomas Most (Zweiter von links) zeigten den Besuchern, wie man ohne Instrumente rocken kann.
Nur mit Stimme: Die Soundchexx um Thomas Most (Zweiter von links) zeigten den Besuchern, wie man ohne Instrumente rocken kann.

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