Kitzingen

Soundchexxs: Das etwas andere Adventskonzert

Ein durch und durch überzeugender Auftritt in der Alten Synagoge in Kitzingen – und plötzlich war Weihnachten ganz nah.
Soundchexxs: Fünf Männer, die auf der Bühne alles geben. Foto: Jutta Schwegler

Drei Tenöre, ein Bariton und ein Bass singen sich seit acht Jahren durch die Kitzinger Lande und haben dabei vor allem eines: Spaß. Und weil einem am letzten Wochenende vor Weihnachten die Ohren klingen von Last Christmas, Home for Christmas und Holy Night, machen sich diese Fünf erst einmal auf durch das weite Reich des Pop. Denn, wie Thomas Most, der Kopf der Gruppe und Moderator des Abends sagt, die Gruppe merkte in der Vorbereitung ziemlich spät, dass man ein Weihnachtskonzert vor sich habe, deshalb brauche man die Pause, um zu überlegen, welche Adventslieder man denn nun wirklich singe.

Das Publikum ist von Anfang an dabei. Schon beim ersten Lied von Justin Timberlake, Mirrors, kommt Stimmung auf und der ausverkaufte Saal klatscht mit. In einem eigenen Lied wird der Bass des Ensembles aufs Korn genommen, der angeblich nicht Beatboxen kann – was er dann später aber widerlegt. Das ist Unterhaltung auf hohem Niveau und  zieht die Hörer mit. Soundchexxs zeigen, was sie können: Breit angelegter, bester Sound, ausschließlich mit den Stimmen produziert, höchste Höhen bei den Tenören und dem Countertenor der Gruppe, Jürgen Mark, der im Falsett über der Gruppe schwebt, und eine gute Grundlage von Bassist Bernhard Langer und Bariton Eric Jacobi.

Die Stimmen passen

Es ist schon toll, was die Soundchexxs da machen. Angelehnt an große professionelle Vorbilder wie Maybepop oder Pentatonix stellen sie recht komplizierte Arrangements auf die Bühne, die sich wirklich nicht am Mainstream orientieren. Die Stimmen passen gut zueinander, die Akkorde sind meist sauber und auch die schwierigsten Passagen mischen sich zu einem super Sound.

Einerseits leicht daher kommend, andererseits tiefschürfend. Thomas Most schlug sich trotz Heiserkeit wacker. Das merkt man dieser Gruppe an: Würde einer fehlen, wäre nichts möglich, sie sind immer aufeinander konzentriert und kreieren so einen runden, satten Sound. Die Stimmen wirken für sich. 

Weihnachten nach der Pause

Nach der Pause wird’s ernst: ein über und über geschmückter Weihnachtsbaum steht auf der Bühne und läutet den zweiten Teil ein, der mit dem klassischen mehrstimmigen Satz "Wir sagen euch an den lieben Advent" beginnt, in dem sich das Können des Ensembles zeigt, das so gerne Understatement betreibt und sich selbst auf den Arm nimmt.

"That’s Christmas to me", "Adeste fideles" und "Mary, did you know" schaffen nun Weihnachtsstimmung. Schöne, entspannte Klänge. Sounchexxs bedeutet: fernab seliger Adventsduselei. Das  berühmte Hallelujah von Leonard Cohen schafft einen weiteren Höhepunkt und "Es kommt ein Schiff geladen" steuert auf das Ende des Konzertes zu - schön mit Wind- und Wassergeräuschen von Tenor Michael Weydt sowie dem letzten Lied und Motto des Konzerts "Wenn du daran glaubst". Die Gruppe setzt sich auf die Stufen vor der Bühne und singt ohne Mikros, ein Gänsehautmoment, die Ruhe vor Weihnachten – jetzt ist sie da.

Soundchexxs trat vor ausverkauftem Haus in der Alten Synagoge in Kitzingen auf. Foto: Jutta Schwegler

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