WÜRZBURG/ KITZINGEN

Staatsarchiv kommt nach Kitzingen

Das Staatsarchiv kommt nach Kitzingen: Das war die Botschaft, die Heimatminister Markus Söder am Dienstag nach Kitzingen mitgebracht hat. Die Besucher der Infoveranstaltung im voll besetzten Sitzungssaals des Landratsamt hörten es gerne. FOTO siegfried Sebelka
Das Staatsarchiv kommt nach Kitzingen: Das war die Botschaft, die Heimatminister Markus Söder am Dienstag nach Kitzingen mitgebracht hat. Die Besucher der Infoveranstaltung im voll besetzten Sitzungssaals des Landratsamt hörten es gerne. FOTO siegfried Sebelka Foto: Sebelka

Die Verlagerung des auf zwei Standorte in Würzburg verteilten Staatsarchivs nach Kitzingen ist als Teil der bayerischen Heimatstrategie beschlossene Sache. Bei einer Informationsveranstaltung in Kitzingen hat Heimat- und Finanzminister Markus Söder zusammen mit Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler am Dienstag die seit Wochen kursierenden Spekulationen beendet: Das Archiv mit seinen 17 Mitarbeitern kommt nach Kitzingen.

Das war in dieser Deutlichkeit für die vielen Kreis-, Stadt-, Gemeinderäte und Bürger im Sitzungssaal des Landratsamts eine kleine Überraschung. Und es gab noch eine. Denn der genaue Standort in der Stadt ist noch offen. Ob es das seit Bekanntwerden der Pläne als neue Unterkunft diskutierte Gebäude im Innopark ist, steht noch nicht fest.

In dem über 600 Meter langen Gebäude in den ehemaligen Larson-Barracks wäre zwar Platz für die rund 11 000 benötigten Quadratmeter. Die Prüfung läuft allerdings noch. „Auch ein Neubau ist generell möglich“, sagte der für Bayerns Finanzen zuständige Söder, der mit einer Investition im zweistelligen Millionenbereich rechnet.

Die Bedenken gegen Kitzingen – vor allem aus Würzburg – versuchten die beiden Regierungsmitglieder zu zerstreuen. Die Verlagerung sei im März im Zusammenhang mit der größten Regionalisierung von staatlichen Behörden und Einrichtungen nach intensiver Abstimmung mit dem für die Fachfragen zuständigen Wissenschaftsministerium beschlossen worden. „Wir stehen fachlich hinter der Entscheidung“, sagte Sibler.

Die Vorteile, die Minister und Staatssekretär sehen: Das derzeit in Würzburg auf Residenz und Festung verteilte Archiv wird an einem Standort zusammengeführt. „Wir haben so die Chance, ein supermodernes Staatsarchiv zu bekommen.“ Das könne mit einem ausreichenden Platzangebot in einem Besucherzentrum sowie Ausstellungs- und Seminar-Räumen eine ganz andere Qualität bieten, als bisher: „Es werden Tausende von Besuchern zusätzlich kommen.“

In Kitzingen gebe es die Fläche, eine gute Verkehrsanbindung und „von Würzburg nach Kitzingen ist es keine Weltreise“, sagte Söder. Auch mögliche Probleme mit dem Personal sah Söder relativ. In dem für die Verwirklichung anvisierten Zeitraum von etwa zehn Jahren gebe es einen großen personellen Wechsel im Staatsarchiv. Viele Probleme würden sich von selbst erledigen.

Für Würzburg biete der Auszug aus der Festung Marienberg die Chance für den bereits beschlossenen Neuanfang des Würzburger Wahrzeichens. Auf der Festung soll auf Kosten des Freistaats ein modernes Museum entstehen mit einer Bedeutung weit über Franken und Bayern hinaus. Söder erinnerte daran, dass in letzter Zeit die Hochschulen in Würzburg aber auch in Schweinfurt und Aschaffenburg massiv gestärkt wurden.

Die Verlagerung nach Kitzingen sei ein Beitrag der Staatsregierung, die Folgen des Abzugs der Amerikaner von zehn Jahren zu mindern. Damit werde ein Ziel der Heimatinitiative erreicht, Einrichtungen aus den Ballungszentren in den ländlichen Raum zu verlagern.

„Kitzingen hat das verdient und kann einen deutlichen Schritt nach vorne machen“, sagte Söder unter dem Beifall der Kitzinger in der Veranstaltung, zu der der CSU-Landtagsabgeordnete Otto Hünnerkopf geladen hatte.

 

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