Wiesenbronn

Startschuss für das Bürgerhaus

Das frühere landwirtschaftliche Anwesen westlich des Rathauses soll zu einem Bürgerhaus werden. Die Entscheidung dafür fiel in der Sitzung am Dienstagabend, als sich die Ratsrunde mit einer Mehrheit von sechs gegen zwei Stimmen entschloss, den Planungsauftrag an das Architekten- und Stadtplanerbüro Bär, Stadelmann und Stöcker aus Nürnberg zu vergeben. Das Büro hatte den Wettbewerb für das Bürgerhaus gewonnen, den die Gemeinde ausgelobt hatte. Ratsmitglieder, eine Bürgerin und Vertreter der Regierung von Unterfranken und des Landratsamtes bildeten das Sach- und Preisgericht, das über Reihenfolge der Preisträger entschied.

Das Preisgericht hatte sich einstimmig für das Nürnberger Büro als Sieger entschieden und die Empfehlung ausgesprochen, sich für diese Planungsversion auszusprechen, erklärte Bürgermeisterin Doris Paul. Dorfplaner Tom Buchholz erläuterte in der Sitzung die Vorstellungen der Preisträger. 15 Büros waren angeschrieben worden, von denen zwölf am Wettbewerb teilnahmen und fünf wurden schließlich in die nähere Betrachtung einbezogen, wie der Dorfplaner berichtete. "Es war keine herausragende Planung dabei, aber die Planung des Nürnberger Büros wies die wenigsten Defizite auf".

Innenhof und Doppelgiebel

Bei der Vorstellung dessen Planung ging Buchholz auf die wesentlichen Bestandteile ein, die den Abriss des alten Wohnhauses, die Schaffung eines schönen Innenhofs und den Ausbau der alten Scheune mit Anbau und dem dadurch entstehenden Doppelgiebel zum Inhalt haben. Als Nachteil sah er die geringe Größe der Nebenräume und den Abstand der Sanitärräume zum Saal.

Diskutiert wurde in der Runde über den Farbton "rotbraun" für die Außenfassade, über den mit dem Büro noch gesprochen werden soll. Die Bürgermeisterin hob als Vorteile der Planung die Nachbarschaft der Versorgungseinheiten und den Umstand hervor, dass der Info-Raum und der Tagestreff mit wenig Personal bewerkstelligt werden könnte. Carolin Wegmann nannte als Plus den Saal samt Gebälk im oberen Stockwerk, der bei einer Veranstaltung mit Bewirtung etwa 50 Personen aufnehmen könne.

Reinhard Hüßner bezeichnete das Konzept als Fehlplanung: "Durch den Abriss des Wohnhauses wird das Rathaus frei gestellt, das nie frei war". Dorfplaner Buchholz sah die Variante als Aufwertung für das Rathaus und mahnte, dass Dorfplanung nicht die zwanghafte Erhaltung von alten Gebäuden vorsehe. Anton Hell übte Kritik daran, dass die Planung des Siegerbüros nicht mit den Vorgaben des Rates überein stimme.

Rathaus wird frei gestellt

Dem hielt die Bürgermeisterin entgegen, dass sich der Rat für den Wettbewerb entschieden habe, der auch von Regierungsvertretern besonders gelobt worden sei. "Wir haben es uns mit der Preisverteilung nicht leicht gemacht und es ist eine gute Lösung, das Rathaus frei  zu stellen", meinte Reinhard Fröhlich. "Das Bürgerhaus wertet das Dorf auf und ist gut für die Gemeinschaft, Wiesenbronn braucht so etwas", brachte Harald Höhn vor.

"Es wird Zeit, dass wir in die Pötte kommen und zur Tat schreiten", lautete der Appell  von Jochen Freithaler.  Was die Finanzierung des Projekts angeht, informierte die Bürgermeisterin, dass mit einem staatlichen Zuschuss von 80 Prozent der förderfähigen Kosten rechnen könne, falls die Gemeinde sich für die Förderinitiative "Innen statt außen" entscheide, die einstimmig beschlossen wurde. Sie ließ darüber abstimmen, ob mit den drei Preisträgern noch einmal geredet werden sollte, was bei zwei Ja-Stimmen abgelehnt wurde.

Tom Buchholz sagte zum weiteren Vorgehen, dass als nächster Schritt der Vorentwurf mit Kostenberechnung für das mit etwa 1,6 Millionen Euro veranschlagte  Bürgerhaus anstehe. Nach der Zusage der Fördergelder könnten dann die nächsten Leistungsphasen zum Tragen kommen. Zur  Initiative "Innen statt außen" sagte er, dass es darum gehe, dem Flächenfraß zu begegnen und durch Aktivierung von Leerständen im Ort die Ortskerne mit mehr Leben zu erfüllen, um auch Neubaugebiete zu vermeiden. Der Gemeinderat verpflichte sich zudem, auf die Innenentwicklung zu setzen, was aber zum Beispiel die Änderung des Flächennutzungsplans nicht verhindere.

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