MAINSTOCKHEIM

Stehende Ovationen für Uwe Ungerer

Standing Ovations: Stehenden Applaus spendeten am Freitag rund 200 Gäste Uwe Ungerer. Bei einem Festakt wurde ihm der Titel „Chordirektor BDC“ verliehen – die höchste Auszeichnung des Bundes Deutscher Chorverbände. Foto: Ralf weiskopf

Ein Chorkonzert samt Festakt war am Freitag in der Sporthalle in Mainstockheim der Rahmen für eine besondere Auszeichnung. Dem Chorleiter, Komponisten und Arrangeur Uwe Ungerer wurde der Titel „Chordirektor BDC“ verliehen. BDC steht für Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände. Chordirektor ist die höchste Auszeichnung, die dort verliehen wird.

Rund 200 Gäste, darunter Landrätin Tamara Bischof und der Landtagsabgeordnete Jürgen Fahn (FW), Vertreter der Kirchen und Abordnungen der Vereine waren zu der Feier gekommen. Die Verleihung nahm der Generalsekretär der BDC, Simon Pickel, vor. Ungerer ist nach dem bekannten Schweinfurter Kirchenmusiker Gustav Gunsenheimer der zweite Unterfranke, der den Ehrentitel verliehen bekam. Die Gäste feierten die Übergabe der Urkunde mit Bravorufen und stehendem Applaus.

Pickel, der früher gemeinsam mit Ungerer im Windsbacher Knabenchor sang, hatte keine Rede vorbereitet. Aber zu Ungerer falle ihm immer etwas ein, so Pickel. Er habe Ungerer als Menschen kennengelernt, den man nicht vergisst. Der Titel Chordirektor sei ein außergewöhnliches Qualitätsmerkmal für den Leiter von Amateurchören. Ungerer habe sich den Ehrentitel mehr als verdient. Die Nachfolge Gunsenheimers anzutreten, der in Unterfranken und darüber hinaus bekannt ist, sei eine große Ehre.

Der Blick ins Festprogramm zeige, dass die Veranstaltung die Handschrift Ungerers trage: Er ist der Leiter der auftretenden drei Chöre aus Mainstockheim, der Männergesangvereine Fröhstockheim und Remlingen, sowie des Männerensembles „con brio“.

Mainstockheims Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs sagte: „Fast hätte ich gesagt, willkommen in der Meistersingerhalle Mainstockheim, auch wenn es die Sporthalle ist.“ Dank Ungerer und seiner zahlreichen Chöre habe die Halle schon manch musikalischen Höhepunkt erlebt. Er dankte und gratulierte Ungerer, der in Mainstockheim seine Karriere als Chorleiter begann.

„Ich erhalte heute nicht etwa ein Diplom für eine gerade bestandene Prüfung, sondern das Resultat einer über 20-jährigen Tätigkeit als Chorleiter.“

Uwe Ungerer nach der Verleihung

Landrätin Tamara Bischof nannte es außergewöhnlich, dass ein Chorleiter aus dem Landkreis eine derart hohe Ehre erfahre. Jeder im Saal wisse, was Ungerer in den letzten Jahrzehnten geleistet habe. Er sei ein Mann, der mit großer Hingabe, Lebensfreude und Herzblut für die Musik lebe. Mit Blick auf den hohen Altersdurchschnitt der Mitglieder in den Chören des Landkreises sei es eine der besonderen Leistungen Ungerers gewesen, den Kinder- und Jugendchor „Young Harmonie“ und den Konzertchor „Chorason“ ins Leben zu rufen. „Seien Sie weiter ein Vorbild für alle Chorleiter im Landkreis“, so Bischof.

Ungerer erinnerte in seiner Dankesrede an die erste Aufführung des Musicals „Wasser des Lebens“ im Jahr 2001 und verglich sich dabei mit dem darin vorkommenden Ritter Daron. Wie dieser habe er, um sein Ziel zu erreichen, zahlreiche Prüfungen bestehen müssen. „Ich erhalte heute nicht etwa ein Diplom für eine gerade bestandene Prüfung, sondern das Resultat einer über 20-jährigen Tätigkeit als Chorleiter“. Ungerer erinnerte an die notwendigen Visionen, die zu leistende Überzeugungsarbeit und die finanziellen Hürden die immer wieder überwunden werden mussten, um die Projekte der „Sangesfreunden“ und der „StimmVEREINIGUNG“ zum Erfolg zu führen. „Es gab keine Institutionen, Dienstherren, städtischen Zuwendungen, Zuschüsse vom Landkreis, aber auch keine Sponsoren oder Marketing-Vereine, die bereit waren, uns in dieser Größenordnung zu unterstützen“, so der Geehrte. Dennoch habe man es gemeinsam geschafft, die Ausgaben für Technik und Instrumentalbegleitung aufzufangen und Veranstaltungen durchzuführen. Dies zeigten viele tausend Zuhörer, die seit zwölf Jahren regelmäßig nach Mainstockheim kämen. Ungerer erinnerte an die Anfänge und einige der bisher durchgeführten Veranstaltungen. Er nutzte die Gelegenheit, für das nächste Konzert am 8. und 9. März einzuladen.

Dass er heute diese Auszeichnung erhalte, sei eine Bestätigung seiner künstlerischen Arbeit und der Beweis dafür, dass der Spagat zwischen den stimmlichen Möglichkeiten von Laienchören und den finanziellen Möglichkeiten – zumindest meistens – gelungen sei.

Uwe Ungerer

Geboren wurde Uwe Ungerer 1969 in Fürth. Er war während seiner Schulzeit Mitglied des Windsbacher Knabenchores. Sein kompositorisches Talent wurde durch zwei Preise beim Kompositionswettbewerb „Jeaunesses Musicales“ auf Bundesebene gewürdigt. Er war 1987 Gründungsmitglied des Gesangsquintetts „Fortissimo“, mit dem er zu Schulzeiten eine CD aufnahm. Er studierte Schulmusik an der Hochschule für Musik.

Seit 1996 wirkt Uwe Ungerer als Chorleiter, Komponist und Instrumentallehrer. Er war Kreisjugendchorleiter im Sängerkreis Würzburg und ist Chorleitungs-Assistent im Amadeus-Chor. Als Ensemblesänger wirkt Ungerer beim Dufay-Ensemble Nürnberg mit. Als Bariton ist er in geistlichen Konzerten zu hören. Von 1992 bis 1996 war er Keyboarder der Band „Extratracks“, mit der er ein Album produzierte und einige anspruchsvolle Keyboardmusiken kreierte.

Regelmäßig werden Kompositionen von Ungerer aufgeführt wie Musicals für Kinder- und Jugendchor, „Das Wasser des Lebens“, „Benny, Maja und die Zeitbanditen“, „Die Stimme der Muyen“, „Traum-Theater“, aber auch kirchliche Werke wie „Osteroratorium“, „Requiem“ und „Psalm 62 Stille zu Gott“, oder die Rockkantaten „Amazing Grace“, „The Rose“, „Little Drummer“ und „Visions“.

Infos: www.musikwelt-ungerer.de/ Text/FOTO: Weiskopf

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