KITZINGEN

Stolpert Wallrapp über die Parteien-Klausel?

Die heile Welt der FW-FBW im Wahlkampf von 2014 war gestern: Ex-OB-Kandidat und Stadtrat Uwe Pfeiffle (Mitte) liegt im Clinch mit Ex-Fraktionskollegin Jutta Wallrapp. Werner Katzenberger, Stellvertreter im Ortsverband, soll Wallrapps Spitzenamt übernehmen.
Die heile Welt der FW-FBW im Wahlkampf von 2014 war gestern: Ex-OB-Kandidat und Stadtrat Uwe Pfeiffle (Mitte) liegt im Clinch mit Ex-Fraktionskollegin Jutta Wallrapp. Werner Katzenberger, Stellvertreter im Ortsverband, soll Wallrapps Spitzenamt übernehmen. Foto: Archiv-Harald Meyer

Die Freien Wähler in Kitzingen kommen nicht zur Ruhe. Nach dem Rauswurf von Jutta Wallrapp aus der Stadtratsfraktion ist das langjährige Gesicht der FW-FBW laut einem Brief des Vorstands auch nicht mehr dessen Vorsitzende. Grund sei Wallrapps Mitgliedschaft in einer Partei – in diesem Fall dem Landesverband der Freien Wähler.

„Opfer“ der Verbandssatzung

Der Paukenschlag bei einer Vorstandssitzung am Mittwoch traf neben Wallrapp noch weitere Mitglieder, die ebenfalls dem Landes- oder Bundesverband angehören. Weitere prominente FW-FBW-Namen sind Mainstockheims Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs und der ehemalige Stadtrat Friedrich Haag.

Die sind „Opfer“ der Ortsverbandssatzung, nach bei einer Zugehörigkeit zu einer Partei – wie dem FW-Landesvorstand – quasi automatisch die Mitgliedschaft erlischt. Und ohne Mitgliedschaft sind auch Vorstandsposten weg, wie bei Wallrapp.

Fuchs sieht's gelassen

Die wehrt sich gegen das bei der Sitzung präsentierte Ergebnis einer Prüfung zu Parteimitgliedschaften, die Ende Januar auf den Weg gebracht worden war. Sie werde von Juristen des FW-Landesverbands prüfen lassen, ob das Ende ihrer Mitgliedschaft rechtens sei. Das Verhalten von Ex-Stadtratskollege Uwe Pfeiffle sei „unmöglich“. Er hätte nach ihrer Meinung das Ganze per Antrag auf Satzungsänderung verhindern können. Mitbetroffener Karl-Dieter Fuchs bewertet die Lage eher nüchtern: „Ich akzeptiere, dass das so in der Satzung drinsteht“.

Pfeiffle sieht die Lage ebenfalls nicht dramatisch. Wenn die betroffenen Mitglieder den Landes- oder Bundesverband verlassen, sei das Problem „geheilt“. Der Ortsverband könne die Mitglieder dann wieder aufnehmen. Alternative sei eine Satzungsänderung.

Neuwahlen in naher Zukunft

Ergebnis der Situation aus Sicht von Pfeiffle: Werner Katzenberger, bisher die Nummer zwei im Vorsitz, übernehme kommissarisch das bisher von Wallrapp ausgefüllte Spitzenamt. Dazu müsse es bald Neuwahlen des Vorstands geben. Angepeilt seien Juni oder Juli.

Neuwahlen hatte ein Teil der Freien Wähler – unter anderem auch Pfeiffle – ohnehin angestrebt. Mit knapp 48 der gut hundert FW-FBW-Mitglieder im Rücken sollte der Vorstand neu aufgestellt werden. Der Vorstoß, der in der Sitzung eigentlich zum Tragen kommen sollte, war eine Reaktion auf Wallrapps Rücktrittsankündigung vom Posten der Vorsitzenden. Ihr Wunsch, erst im Dezember das Amt abzugeben, stieß allerdings bei etlichen Mitgliedern nicht auf Gegenliebe.

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