OBERVOLKACH

Struwwelpeter wird Punker Peter

Erstlingswerk: Der Hoffmannsche „Struwwelpeter“ hat Autor Jürgen Lehrich zum Punker Peter angeregt. Die Illustrationen s... Foto: Renate Reichl

Mit dem „Punker Peter“ – einem etwas anderen Jugendbuch – hat sich der Obervolkacher Jürgen Lehrich ein eigenes Anliegen erfüllt. Dass ihm dabei der gute alte „Struwwelpeter“ Pate stand kam nicht von ungefähr.

„Der Struwwelpeter ist einfach nicht mehr zeitgerecht. Schon bei meinen eigenen Kindern haben mich die Wortwahl und die drakonischen Maßnahmen gestört“, erklärt Lehrich seine Idee zum Punker Peter. Er wollte eine zeitgerechte Interpretation schaffen, die anspricht, die aktuelle Problemlösungen bietet. Die Texte im Punker Peter sind in gängigen Reimen abgefasst, die im Gedächtnis haften bleiben.

Woher nimmt Lehrich die Kompetenz, erzieherisch zu wirken? „Ich habe das Leben studiert“, sagt Jürgen Lehrich lachend auf diese Frage. „Zwar habe ich keinen Hochschulabschluss. Aber schon durch meine berufliche Tätigkeit als Manager wurde meine Weitsicht geprägt. Denn gerade bei Mitarbeiterschulungen wurde ich nicht selten mit Problemsituationen konfrontiert.“

Hoffmanns Struwwelpeter war die Basis für den Punker Peter, um angelehnt an diese Figur Themen wie Drogen, Gewalt, Schulstress, Ernährungsprobleme, Alkohol und Nikotin zu behandeln. „Ich wollte präventiv etwas tun“, sagt Lehrich. Es ist kein Vorlesebuch, sondern ein Gesprächsbuch. Gedacht ist es für Zehn- bis Zwölfjährige, aber auch für Eltern und Großeltern. Es sind Reime, die man sich gut merken kann, dazu neuzeitliche Zeichnungen, um damit den im 19. Jahrhundert geprägten Erziehungsstil in die Neuzeit zu bringen, informiert er über den zentralen Punkt der Geschichte.

Wer erzieht, habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder, auf Probleme oder heikle Themen angesprochen, nicht so gesprächig sind. Man brauche also eine Brücke zur Diskussionsbereitschaft. Das sollen zeitgemäße Texte und Illustrationen bewirken. Die Gedichte greifen einige Situation der heutigen Zeit auf und werden durch Bild-Gedicht-Geschichten junger Menschen von heute ergänzt, fährt Lehrich fort. Seiner Ansicht nach lässt die Art der Darstellung den Lesern Raum, selbst kreativ zu sein. Das Buch ermögliche es auf drei Ebenen, mit den Kindern und Jugendlichen Problemsituationen zu besprechen und Lösungen zu formulieren: Neben der ersten Ebene – neue Texte – und der zweiten Ebene – neue Bilddarstellungen – habe er aus dem Klassiker Struwwelpeter ein paar Zeichnungen übernommen, um die sichtbare Brücke aus dem 19. Jahrhundert in unsere Zeit zu schlagen. Dafür musste er sich mit Urheberrecht auseinandersetzen, sagt Lehrich. Aber es hat alles geklappt.

Zur Person

Jürgen Lehrich, 1948 in Gelsenkirchen geboren, wohnt seit 1974 mit seiner Familie in Obervolkach. Er hat zwei Töchter und zwei Enkel. Das Buch vom „Punker Peter“ ist sein Debüt als Autor. Doch in seinem Fundus finden sich noch viele Gedichte, die er für die Familie, Freunde und Bekannte geschrieben hat. Das Buch ist ab sofort im Buchhandel, unter www.Wagner-Verlag.de, www.amazone.de und überall dort, wo es Bücher gibt, erhältlich.

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