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Therapiehunde: Tierisch hilfreich

Vor eineinhalb Jahren hat Ruth Severa die Poitevin-Hündin aus dem Tierheim geholt – und zum Therapiehund ausgebildet. Fotos: Ralf Dieter
Vor eineinhalb Jahren hat Ruth Severa die Poitevin-Hündin aus dem Tierheim geholt – und zum Therapiehund ausgebildet. Fotos: Ralf Dieter Foto: Ralf Dieter

Sie wird gestreichelt und sie wird gefüttert. „Lady Carla“ fühlt sich ganz offensichtlich wohl im Kreis der Senioren. Noch wichtiger: Die Besucher der Tagespflege im Altenbetreuungszentrum Iphofen fühlen sich im Beisein des Therapiehundes glücklich – und erzählen von früheren Zeiten.

Ruth Severa arbeitet seit mehr als 20 Jahren in der Einrichtung. Von Beruf ist sie Fußpflegerin. Vor einigen Wochen hat sie eine Fortbildung zur Hundeführerin gemacht, ist geprüftes Mitglied im Verband Deutscher Therapiehunde e.V. Ihr Ziel: „Lady Carla“ gezielt einsetzen, um Kindern, Erwachsenen und Senioren zu helfen.

Therapiehunde werden in vielen Einrichtungen eingesetzt. In Kindergärten, Schulen, Kliniken und Hospiz-Abteilungen. Sie helfen, Ängste zu nehmen, Stress ab- und Sicherheit aufzubauen. In Altenheimen sind sie vor allem ein Anlass für Erinnerungen und ein Grund für positive Gefühle.

„Hunde fördern das emotionale Wohlbefinden.“
Ruth Severa, Geprüfte Hundeführerin

Zwölf Senioren sitzen im Kreis und locken „Lady Carla“ nacheinander mit „Leckerli“. Die zehn Jahre alte Hundedame lässt sich nicht lange bitten, läuft von Besucher zu Besucher und lässt sich füttern. Ein Streicheln über den Kopf? Auch kein Problem. „Lady Carla“ ist geduldig – und sanft. Dabei hat sie kein einfaches Leben hinter sich.

In Frankreich ist sie die ersten neun Jahre ihres Lebens als Jagdhund eingesetzt worden. Im Rudel hat sie Großwild wie Rehe, Hirsche oder Wildschweine gestellt. Dann ist sie zu alt geworden. Ein geruhsamer Lebensabend? Undenkbar für „Lady Carla“ und ihre Artgenossen der Rasse Poitevin. „Wenn sie nicht mehr für die Jagd nützlich sind, werden sie eingeschläfert“, berichtet Ruth Severa. Ein Tierheim im Odenwald rettet regelmäßig Leidensgenossen von „Lady Carla.“ Ruth Severa hat sie vor eineinhalb Jahren dort getroffen und zu sich genommen.

Für die Jagd mag „Lady Carla“ zu alt sein, als Therapiehund ist sie gut zu gebrauchen. „Sie zeigt Zuneigung und sucht Kontakt“, erklärt Severa. „Unabhängig vom Aussehen und der körperlichen oder geistigen Fähigkeiten ihres Gegenübers.“

Die Besucher der Tagespflege erzählen reihum von ihren eigenen Hunden, Katzen oder sonstigen Tieren. Von Hunden an der Kette und solchen, die im Haus gehalten wurden. Von treuen Begleitern und verlässlichen Aufpassern. „Durch den Kontakt mit meinem Therapiehund öffnen sich die Senioren“, freut sich Ruth Severa, die ihr Angebot gerne ausweiten würde. Auch Kindergärten, Behinderteneinrichtungen oder Kliniken will sie mit „Lady Carla“ in Zukunft einen Besuch abstatten.

Von den seelischen und körperlichen Vorteilen für die Menschen ist sie überzeugt: „Endorphine werden freigesetzt, das Schmerzempfinden verringert sich“, sagt sie. Die Muskulatur entspannt sich, Stress baut sich ab. „Außerdem fördern Hunde das emotionale Wohlbefinden“, sagt Severa. Auf diesen Nachmittag in Iphofen trifft diese Aussage sichtbar zu.

Kontakt: Ruth Severa ist über Tel. 09326/1706 oder Email: ruth-s@t-online.de zu erreichen.

Die Besucher der Tagespflege im Altenbetreuungszentrum Iphofen reagieren begeistert auf den Besuch der Hündin.
Die Besucher der Tagespflege im Altenbetreuungszentrum Iphofen reagieren begeistert auf den Besuch der Hündin. Foto: Ralf Dieter
Neugierde auf beiden Seiten: „Lady Carla“ wird bei ihrem Besuch im Altenbetreuungszentrum Iphofen freundlich aufgenommen.
Neugierde auf beiden Seiten: „Lady Carla“ wird bei ihrem Besuch im Altenbetreuungszentrum Iphofen freundlich aufgenommen. Foto: Ralf Dieter

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