Kitzingen

Tierisches Weihnachten: Bescherung für die Vierbeiner

Geschenke für Tiere sind keine Seltenheit, und es gibt zahlreiche Spielzeuge und Leckerlis in weihnachtlichem Design. Mit was beschenken Besitzer ihre Lieblinge?
Wünscht sich dieser Hund auch ein Geschenk zu Weihnachten? Sein Blick lässt es vermuten.
Wünscht sich dieser Hund auch ein Geschenk zu Weihnachten? Sein Blick lässt es vermuten. Foto: Frank Weichhan

Rentiere, Elfen und Weihnachtsmänner aus Stoff laden Hunde zum Toben ein. Flauschige Decken mit Schneeflocken-Muster versprechen Vierbeinern ein kuscheliges Plätzchen für die kalte Jahreszeit. Daneben stehen Adventskalender, befüllt mit Leckerlis, bei denen den Tieren das Wasser wahrscheinlich im Maul zusammenläuft. Und auch Nager dürfen sich freuen: Mit Sternen verzierte Häuschen zeigen an, dass auch bei ihnen der Geist der Weihnacht eingekehrt ist. Wer in der Adventszeit durch die Gänge der Fachgeschäfte für Tiernahrung und -zubehör stöbert, stößt dort auf alles Mögliche in weihnachtlichem Design. Kein Wunder, die Nachfrage ist da. Laut einer aktuellen Umfrage des Energieversorgers E.ON beschenkt jeder zehnte Bundesbürger sein Haustier. 24 Euro geben Herrchen und Frauchen dafür im Schnitt aus. 

Diese Elfen arbeiten sicherlich nicht am Nordpol: Hundespielzeug gibt es zu Weihnachten in den unterschiedlichsten Formen. 
Diese Elfen arbeiten sicherlich nicht am Nordpol: Hundespielzeug gibt es zu Weihnachten in den unterschiedlichsten Formen.  Foto: Corbinian Wildmeister

Haustiere haben anderen Stellenwert als früher

Ein Trend? „Es wird auf jeden Fall mehr. Es kommen viele Leute, die sagen: Ich suche jetzt speziell ein Weihnachtsgeschenk für meinen Hund, meine Katze oder meinen Hamster“, sagt Andrea Alt, stellvertretende Marktleiterin des Futterhauses Kitzingen. Dass die Kunden dann auf der Suche nach einem Präsent in Weihnachtsoptik sind, komme dabei vergleichsweise gar nicht so oft vor. Gängig seien vor allem kleinere Spielzeuge, aber auch größere Anschaffungen wie Hundebetten oder Kratzbäume seien beliebt, so Alt. 

"Das Haustier ist ein anderes als vor 20 Jahren, es ist mehr oder weniger Familienmitglied. Und Familienmitglieder werden auch an Weihnachten beschenkt – wenn sie brav waren", sagt der Inhaber der Fressnapf-Filiale Kitzingen Armin Keßler. Eine Einschätzung, die viele Haustierbesitzer teilen. So beispielsweise eine 23-Jährige aus Volkach, die gerade ihren Weihnachtseinkauf beendet hat. Ihrem Chow-Chow schenkt sie an Heiligabend einen großen Teppich mit integriertem Spielzeug, einen großen Schmusehund ("weil er noch alleine ist") und selbstgebacke Hundeplätzchen aus Hackfleisch, Haferflocken und Quark. "Die Plätzchen könnten wir theoretisch auch selbst essen, aber die Konsistenz ist zu hart."

Bunt und schrill: Das Hunde-Pendant zur Spielwarenabteilung für Kinder.
Bunt und schrill: Das Hunde-Pendant zur Spielwarenabteilung für Kinder. Foto: Corbinian Wildmeister

Im Fall von Julia Döblinger aus Rödelsee war das Intelligenzspiel für ihren Hund sogar das erste Weihnachtsgeschenk, das sie überhaupt besorgt hat. Es sei die anspruchsvollere Variante des Geschenkes aus dem Vorjahr, bei dem ihr Vierbeiner Leckerli aus den Verstecken in einem Holzbrett  holen musste. "Meine Kinder haben gesagt, dass sie es schön fänden, wenn er auch etwas kriegen würde", erklärt Döblinger, warum ihr Hund an der Bescherung der Familie teilnimmt. 

Nicole Winterstein aus Dettelbach findet, dass ihr schwarzer Labrador Balou "prinzipiell nichts braucht". Trotzdem griffen sie und ihre Familie solche Anlässe gerne auf, da sie in Sachen Hundespielzeug "noch nicht so reich bestückt sind". Außerdem packe ihr Hund gerne die Geschenke aus, so Winterstein. "Wir verpacken das dann in einen Karton mit Hundefutter, den Balou dann zerreißen darf." Und so liegt dieses Jahr eine Wurfschleuder, eine Art verlängerter Arm, für Balou unterm Christbaum.   

Nicht alle sind begeistert von der Bescherung für Tiere

Adventskalender gibt es nicht mehr nur für Menschen: Auch für manche Katzen, Hunde und Nager öffnet sich bis zum 24. Dezember jeden Tag ein Türchen.
Adventskalender gibt es nicht mehr nur für Menschen: Auch für manche Katzen, Hunde und Nager öffnet sich bis zum 24. Dezember jeden Tag ein Türchen. Foto: Corbinian Wildmeister

Doch natürlich sind nicht alle Tierbesitzer überzeugt von der Bescherung für Tiere. Der Hund von Carmen Gurrieri aus Kitzingen bekommt beispielsweise nichts zu Weihnachten, "weil er gar nicht weiß, was das ist". Doch ihr Liebling bekomme ohnehin immer Leckerlis. "Für unseren Hund ist sozusagen das ganze Jahr über Weihnachten." Ein Katzenbesitzer in blauer Jacke, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, findet Geschenke für Tiere übertrieben: "Irgendwo hört es auch auf. In anderen Ländern verhungern die Menschen und hier schenken wir unseren Tieren etwas zu Weihnachten. Was haben die Tiere denn da zu feiern?"

Die Leiterin des Kitzinger Tierheims Angela Drabant hat kein Problem damit, wenn Halter ihren Katzen, Hunden und Kanarienvögeln etwas schenken wollen: "Klar warum nicht – sollen sie den Tieren doch auch was Gutes tun. Dann merken sie, dass da etwas besonders ist an diesem Tag." Ganz anders sieht es aus, wenn Menschen Tiere verschenken wollen. "Tiere sind keine Geschenkartikel. Wer ein Tier aufnimmt, übernimmt sehr viel Verantwortung. Das müssen die Leute selbst entscheiden." Ansonsten bestehe auch die erhöhte Gefahr, dass Tiere ausgesetzt oder zurückgegeben werden, so Drabant.

Auch Hundehalstücher zieren weihnachtliche Grüße. 
Auch Hundehalstücher zieren weihnachtliche Grüße.  Foto: Corbinian Wildmeister

Nicht nur Geschenke bekommen viele Tiere zu Weihnachten, es gibt noch eine andere Parallele zum menschlichen Weihnachtsfest. Genauso wie viele Leute gerne noch einmal vor den Feiertagen zum Friseur gehen, weil sie gut aussehen wollen, wenn sie Freunde und Familie treffen, verpassen laut Christine Paulus, Leiterin des Hundesalons Trixi, auch Hundehalter ihren Vierbeinern gerne noch einen frischen Haarschnitt vor Weihnachten.

In dieser Zeit des Jahres bekomme sie deutlich mehr Anrufe, so Paulus. Bei anderen Kollegen aus der Branche sei das auch so. Besondere Wünschen hätten die Hundebesitzer zwar nicht, aber schon seit November verpasse sie den Hunden zusätzlich ein Weihnachtsschleifchen:  "Darüber freuen sich die Besitzer."

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