Rüdenhausen

Überraschung: Wasserleitung aus Holz entdeckt

Baustelle Wasserleitung: In Rüdenhausen wird momentan gearbeitet, um das Leitungsnetz zu sanieren. Dabei traten nicht nur hier in der Lerchenstraße einige Überraschungen auf. Foto: Andreas Stöckinger

Große offene Gräben sind derzeit keine Seltenheit in Rüdenhausen. Das liegt nicht daran, dass in der Gemeinde übermäßiger Streit herrscht. Die Gräben sind im Zuge der Sanierung der Wasserleitung entstanden, die seit einigen Wochen im Ortskern läuft. Etwa ein Drittel der Arbeiten sind gemacht, das Ende des Ganzen ist für Oktober 2020 anberaumt.

Bürgermeister Gerhard Ackermann weiß über den Stand Bescheid. „Die Hauptleitung im ersten Abschnitt ist fertig, als nächstes werden die Leitungen für die Hausanschlüsse dort erneuert.“

Es sind 2,5 Kilometer des insgesamt 7,5 Kilometer umfassenden Ortsnetzes, die saniert werden. Die gesamten Kosten wurden auf 2,2 Millionen Euro berechnet. Ein Zuschuss vom Freistaat in Höhe von 374 000 Euro fließt, den Rest müssen die Rüdenhäuser je nach der Größe ihres Grundstücks selbst tragen. Die staatliche Finanzspritze sei erst durch ein neu aufgelegtes Förderprogramm möglich, so der Bürgermeister. Auf dieses habe die Gemeinde etwa ein Jahr lang gewartet, was sich letztlich gelohnt habe.

Ausbau käme zu teuer

Außerdem wollte man abwarten, bis die Arbeiten an den Straßen im Zuge der Dorferneuerung fertig sind. „In dem Zug wird die Oberfläche eh erneuert, also soll auch der Untergrund in Ordnung sein“, sagt Ackermann. Dort, wo die Erneuerung läuft und in Gewerbegebieten, werden die neuen Leitungen hauptsächlich verlegt. Die bisherige bleibt drinnen, ein Ausbau käme zu teuer.

Ein Grund für die Reparaturen ist, dass die Hydranten teilweise nicht mehr die Wassermenge erbringen, die von der Feuerwehr benötigt werden. Die Gemeinde zeichne für den Brandschutz verantwortlich, erinnert Ackermann.

Zudem gebe es viele undichte Stellen. Der Wasserverlust müsse verringert werden, er liege bei 300 Liter in 15 Minuten, also versickern 1200 Liter Trinkwasser in einer Stunde im Erdreich, wurde fest gestellt. Das ist deutlich zu viel. Bisher wurden bei den Arbeiten bereits zwei undichte Stellen in den um 1957 verlegten Rohren aus PVC entdeckt.

Holzstücke blieben im Boden

Beim Graben und Bauen traten auch Überraschungen zutage. So stieß die Baufirma im Bereich des Schlosses, der Jahnstraße, der Kirche und des davor liegenden Paul-Gerhard-Platzes auf Reste einer alten Wasserleitung aus Holz. Fachleute schätzten ihr Alter auf Mitte des 18. Jahrhunderts. „Sie führte vom Brunnen an der Eich, dem heutigen Kirchplatz, bis zum Schloss“, erläuterte es der Bürgermeister. Die Holzstücke blieben drin.

Probleme tauchten hie und da schon auf, wie etwa an der Einfahrt zur Lerchenstraße, bei der ehemaligen Apotheke. Da sei ein richtiges Sumpfgebiet, das Wasser sei beim Aufbaggern richtig heraus geschossen, schilderte einer der Bauarbeiter.

Gerade hier, wo die Leitungen eng nebeneinander liegen, müsse man vorsichtig sein beim Bauen, weiß auch Bürgermeister Ackermann. Die künftigen Leitungen sind aus HDPE, also Hartpolyethylen, einem  thermoplastischen Kunststoff. „Die sind wesentlich besser! Dann dürften die Wasserverluste vorbei sein“, blickt er in die Zukunft.

An die kommende Zeit hat man in Rüdenhausen außerdem gedacht. Im Zuge der jetzigen Arbeiten werden gleich die Leerrohre für Glasfaser mit verlegt.

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