PRICHSENSTADT

Umstrittener Publizist spricht bei AfD-Veranstaltung

Etwa 200 Zuhörer hatten sich am vergangenen Freitag in der Mehrzweckhalle des TSV Prichsenstadt eingefunden: Der Kreisverband Schweinfurt-Kitzingen der Alternative für Deutschland (AfD) hat den Chefredakteur des Compact-Magazins Jürgen Elsässer als Hauptredner zum Thema „Islam – Gefahr für Europa?“ eingeladen.

Elsässer gilt als durchaus umstrittene Person. Vom Mitherausgeber und Autor für verschiedene linksgerichtete Zeitschriften und Tageszeitungen hat Elsässer vor allem mit der Gründung des Compact-Magazins im Jahre 2010 eine politische Kehrtwende hingelegt – „Compact“ vertritt zum großen Teil rechtspopulistische Positionen. In der jüngeren Vergangenheit sprach Elsässer unter anderem bei Pegida und Legida. Nun befindet sich Elsässer auf Wahlkampftour für die AfD, sprach in den vergangenen Wochen auf AfD-Veranstaltungen in ganz Bayern.

Auch wenn Elsässer in Prichsenstadt betonte, er sei kein AfD-Mensch, er sei überhaupt kein Partei-Mensch, gab er dem versammelten unterfränkischen AfD-Vorstand und den Zuhörern in der Prichsenstädter Mehrzweckhalle Handlungsanweisungen, wie seiner Meinung nach mit den „gravierenden Missständen in unserem Land“ umzugehen ist. So hatte es die AfD in der Veranstaltungsbeschreibung formuliert.

Die AfD müsse im Hinblick auf die Bundestagswahl im kommenden Jahr eine Volksbewegung auf die Beine stellen. Die Gründe hierfür sind laut Elsässer vielfältig. Korruption, Lobbyismus und der Verlust einer Deutschen Leitkultur seien nur ein Teil davon. Besonders laut ist der Applaus in Prichsenstadt bei Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik und bei allgemeiner Kritik am Islam.

Aber auch der Wahlsieg Donald Trumps in den USA war ein bestimmendes Thema in Prichsenstadt. Neben Elsässer betonte auch die stellvertretende Vorsitzende der AfD Unterfranken, Nadja Stafl, der Wahlausgang sei ein positives Signal für die AfD.

Richard Graupner, Schweinfurter AfD-Stadtrat, konzentrierte sich in seiner Rede mehr auf die lokale Politik und kritisierte eine finanzielle Unterstützung der Stadt Schweinfurt für die Initiative „Schweinfurt ist bunt“. Er schloss seine Rede mit den Worten: „Schwarz-rot-gold ist uns bunt genug.“

Nach Polizeiangaben habe es in Prichsenstadt keine Gegendemonstrationen gegeben. Die Polizei sei mit acht Kollegen vor Ort gewesen.

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