KITZINGEN

Vereinigte Landsmannschaften gedachten der Vertriebenen

Tag der Heimat: Der Millionen Heimatvertriebener gedachte der Bund der Vertriebenen am Tag der Heimat bei einer Totenehr... Foto: Willi Paulus

Unter dem Motto „Unser Kulturerbe – Reichtum und Auftrag“ beging der Bund der Vertriebenen seinen Tag der Heimat unter der Schirmherrschaft von Landrätin Tamara Bischof.

Zum Auftakt hatten sich die vereinigten Landsmannschaften des Kreisverbandes Kitzingen am Denkmal der Vertriebenen vor dem Alten Friedhof versammelt. „Kriege bedeuten immer Tote, aber wenn an sie gedacht wird, sind sie nicht vergessen“, sagte Claus Lux, Bezirksvorsitzender der Schlesischen Landsmannschaft und Vorsitzender des Bundes der Vertriebenen.

Die Totenehrung nahm Albina Baumann, Vorsitzende des Ortsverbandes der Deutschen aus Russland vor, die an die Opfer der Gewaltherrschaft aus zwei Weltkriegen erinnerte. Dabei schloss sie auch die Widerstandskämpfer ein, die den Tod fanden und die Menschen, die wegen ihrer Rasse oder ihres Glaubens sterben mussten.

Heimatbewusstsein

Bei der anschließenden Festveranstaltung im Landratsamt Kitzingen stellte Claus Lux bei der Begrüßung fest, dass das oft belächelte Heimatbewusstsein wieder tiefer geworden sei. „Die Sehnsucht nach Heimat ist ein Schlüsselmotiv für das Bestreben, die Wurzeln und das kulturelle Erbe erhalten zu wollen.“ Das Recht auf Heimat sei keine deutsche Erfindung, sondern ein international festgeschriebenes Völkerrechtsprinzip. Die neue Kitzinger Partnerschaft mit dem polnischen Trzebnica (Trebnitz) in Schlesien zeige, dass es auch wieder ein wundervolles Miteinander in Europa geben könne.

In seinem Festvortrag erinnerte der Bezirksvorsitzende der Ost- und Westpreußen, Klaus Philipowski, an die Flucht und Vertreibung von Millionen Deutschen aus ihrer Heimat – oftmals verbunden mit unsäglichem Leid. Leider, so beklagte er, agierten manche Politiker heute, als gebe es das Völkerrecht auf angestammte Heimat nicht. „Heimat gibt den Menschen Identität. Sie schenkt Gefühl und Geborgenheit.“ Der Bund der Vertriebenen wolle in die Zukunft schauen und den Weg der Völkerverständigung konsequent weitergehen. Es sei aber auch zu hoffen, dass es innerhalb der Landsmannschaften gelinge, bei den Kindern, Enkeln und Urenkeln die Erinnerung an die Heimat wach zu halten.

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