KITZINGEN

Vertreibung war und ist Unrecht

Silberne Ehrennadel: Albina Baumann wurde von Claus Lux mit der silbernen Ehrennadel des Bundes ausgezeichnet.Foto Baue... Foto: Gerhard Bauer

Alljährlich gedenken die Landsmannschaften der Heimatvertriebenen in Kitzingen vor dem Alten Friedhof ihrer Landsleute, die sie auf der Flucht verloren und die später in der neuen Heimat starben. Kreisvorsitzender Claus Lux hatte zum Gedenken eingeladen und stellte fest, dass die Zahl der Teilnehmer immer geringer wird.

Die Toten im Herzen tragen

Am Gedenkstein für die Vertriebenen aus Schlesien, dem Sudetenland, Ost- und Westpreußen gedachte Albina Baumann der Toten. Die würden von den Angehörigen weiter in den Herzen getragen, gleichgültig, ob sie gefallen, auf der Flucht umgekommen oder gestorben sind.

In der Feier im Landratsamt legte der Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib (Ochsenfurt) daran, warum er sich als Sohn einer heimatvertriebenen Mutter für die Landsmannschaften einsetzt. Halbleib ist vertriebenenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag. Mit Blick auf die Vertreibungen aus der damaligen Tschechoslowakei betonte Halbleib, dass ein Staat mit vielen Volkszugehörigkeiten wie damals nur schwer zu beherrschen sei. Mit dem Thema habe er sich besonders intensiv beschäftigt, auch weil es ein zentrales Thema in der Gesellschaft sei. Halbleib räumte ein, dass Deutschland und Bayern ohne die Heimatvertriebenen ganz anders aussähen.

Er forderte, dass junge Menschen auch mit diesem Teil der Geschichte eines zusammenwachsenden Europa aufwachsen sollten. „Das kollektive Gedächtnis darf nicht verkümmern“, sagte der Festredner.

Gleichzeitig bedauerte er, dass Europa fragil sei und wünschte sich Brückenbauer, denn gerade Osteuropa tue sich als Nachwirkung der kommunistischen Zeit mit den derzeit ankommenden Flüchtlingen besonders schwer. Heimatvertriebene seien jedoch die ersten gewesen, die Vorbehalte und Bedenken abbauten und die heute bereit stehen, Brücken zu bauen.

Stellvertretender Landrat Robert Finster unterstrich die in diesen Tagen mit erneut tausenden von Flüchtlingen ganz besondere Bedeutung des Tages der Heimat. Vertreibungen seien heute wie damals Unrecht und stellten eine Herausforderung für die Zukunft dar.

Ostpreußische Wurzeln hat auch Kitzingens Bürgermeister Klaus Heisel. Er betonte, dass Kitzingen für viele Heimatvertriebene nach dem Krieg zur neuen Heimat geworden sei.

Für den Bund der Vertriebenen zeichnete Kreisvorsitzender Claus Lux Albina Baumann mit der silbernen Ehrennadel aus. Baumann hatte erste Schritte bei der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland unternommen und mit ihrem Einsatz die Arbeit aller Landsmannschaften wiederbelebt.

Blumen am Gedenkstein: Am Gedenkstein vor dem Alten Friedhof legte Claus Lux für die Heimatvertriebenen eine Blumenschal... Foto: Gerherd Bauer

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