Markt Einersheim

Volkamers Kampf um Fritsch und Wohnraum

Gegenkandidaten hat Herbert Volkamer in Markt Einersheim noch keinen. Das liegt vielleicht daran, dass mit ihm als Bürgermeister alles läuft. Nur Fritsch macht ihm Kummer.
Herbert Volkamer vor der neuen Diakonie-Station in Markt Einersheim. Er will im März 2020 wieder für die Unabhängigen Wähler (UW) Bürgermeister werden.  Foto: Julia Lucia

Der Winter ist nicht die Jahreszeit von Herbert Volkamer. Der Markt Einersheimer Bürgermeister kann dann nur schwer zu seinen Lieblingsplätzen. "Freibad ohne Wasser? Wie schaut das denn aus?", antwortet er auf die Frage, an welchem seiner Lieblingsplätze er sich fotografieren lassen wolle. Der Terroir-f-Punkt am Vogelsang? "Nein, der Weg dahin ist zu schlammig", sagt er mit einem besorgten Blick auf die Schuhe der Reporterin.

Einfach in den Weinberg stellen? Nein, das ist nicht sein Ding. Dabei liebt er seine Weinberge. Zwischen den Zeilen schaltet der Kandidat der Unabhängigen Wähler (UW) ab. "Dort kann ich am besten nachdenken. Da sehe ich, was ich geschafft habe", sagt der Landwirt und Winzer, der seit 1996 im Gemeinderat und seit 2014 Bürgermeister ist.

Lebensqualität auch auf dem flachen Land

Doch auch wenn er durch Markt Einersheim läuft, sieht er, was er erreicht hat. Neben der Sanierung des Terrassenbads und dem neuen Terroir -f-Punkt mit Traumrunde gibt es in der Alten Schule jetzt eine neue Diakonie-Station. Die 16 Tagespflegeplätze sind belegt, insgesamt kümmert sich die Station um etwa 120 Kunden. Auch die Markt Einersheimer wissen, was sie an ihrem Bürgermeister haben. "Die klopfen mir alle auf die Schulter", sagt er. "Fast ist es mir zu arg." Bei aller Bescheidenheit macht ihn das auch stolz.

Zufrieden ist er mit dem Zusammenhalt im Dorf und im Gemeinderat. "Jeder denkt an Markt Einersheim, nicht nur an sich", sagt der 60-Jährige. Besonders beim Mammutprojekt Umbau des Terrassenbads war es Volkamer wichtig, dass alle Gemeinderäte immer auf dem gleichen Stand waren. "Wir haben das super gemeistert", erklärt der fünffache Opa, der das Ziel hat, die "Lebensqualität auch auf dem flachen Land" zu erhalten.

Froh ist er, dass die Gemeinde die Schwimmbad-Sanierung vor der Fritsch-Pleite umsetzen konnten. "Ob wir uns das jetzt nochmal trauen würden?", fragt er sich. Die Pläne des neuen Besitzers, komplett nach Kitzingen zu ziehen, will Volkamer auf keinen Fall kampflos hinnehmen. "Fritsch ist unsere wichtigste Steuereinnahmequelle. Wir tun alles dafür, dass er bleibt", sagt Volkamer kämpferisch.

Keine Münchner Baulandpreise

Kämpfen würde er gerne auch für mehr Wohnraum. Markt Einersheim kann sich nicht vergrößern. B8, Bahnlinie und Gemarkungsgrenzen schränken die Gemeinde mit 1112 Einwohnern ein. Leerstand im Altort gibt es keinen. Bauplätze aber gäbe es. Doch die sind sind alle in privater Hand. "Und keiner will verkaufen", empört sich Volkamer. Oft scheitert der Verkauf an den Preisvorstellungen. "Münchner Baulandpreise gibt es hier halt nicht", sagt er. Diese ungenutzten Flächen stören ihn gewaltig.

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Sonst hat Volkamer wenig zu mosern. Die Grundschule läuft, auch für den Kindergarten sind genügend Kinder da – eigentlich zu viele, weil etliche aus den Iphöfer Ortsteilen nach Markt Einersheim kommen. Mit dem Nachbarn kommt er trotzdem gut zurecht. Ist er denn nicht neidisch auf dessen Finanzstärke? "Ja, was soll ich da jetzt sagen?", sagt er herzlich lachend. Er freut sich, dass das Knauf-Werk, das zwar Markt Einersheim heißt, aber auf Iphöfer Gemarkung liegt, erweitert wird – und zwar auf Einersheimer Grund. Da fließt dann doch etwas in den Gemeindesäckel.

Neue Ideen lassen sich so leichter umsetzen. Wie zum Beispiel das Museum im Würzburger Tor. Dort soll die Geschichte der Grafschaft gezeigt werden und Endpunkt des Schenk-Carol-Wein-Wegs  werden. Vielleicht wird das Volkamers neuer Lieblingsort? Der Vorteil: Man kann sich auf jeden Fall im Winter dort fotografieren lassen.

Herbert Volkamer
Alter: 60 Jahre
Partei: Unabhängige Wähler
Wohnort: Markt Einersheim
Beruf: Landwirt und Winzer
Ehrenämter: sitzt im Aufsichtsrat der GWF für den Bereich Iphofen, den Vorsitz hat er wie andere Ehrenämter für das Bürgermeisteramt abgegeben
Familie: verheiratet, zwei Söhne, fünf Enkel
Hobbys:  "Bürgermeister ist mein größtes Hobby.", Posaune spielen

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