MÜNSTERSCHWARZACH

Von der Schulbank ins Labor

Lisa-Marie Fröhlich bei ihrer Arbeit mit lebenden, pathogenen Pilzen. Foto: Lisa-Marie Fröhlich

Lisa-Marie Fröhlich, ehemalige Schülerin des Egbert-Gymnasiums und nun Studentin der „Molekularen Medizin“ in Tübingen, kam an ihre alte Schule zurück, um die Schüler über ihr aktuelles Forschungsprojekt aufzuklären.

Die gesamte Q12 des Egbert-Gymnasiums lauschte gebannt ihren Ausführungen, heißt es in einer Pressemitteilung. Ziel ihrer Forschungsarbeit ist es, einen Schnelltest für vulvovaginale „Candida albicans“-Infektionen zu entwickeln. Eine Studie besagt, dass 75 Prozent aller Frauen mindestens einmal eine solche Infektion erhalten. Sie ist nicht lebensgefährlich, doch kann eine große Einschränkung der Lebensqualität aufweisen. In Europa gibt es noch keine kommerziell erhältlichen Schnelltests für diese Infektion. Frauen müssen also entweder einen Gynäkologen aufsuchen oder rezeptfrei erhältliche Antimykotika in der Apotheke erwerben.

Eine Studie zeigt, dass nur 30 Prozent der Frauen, die ohne gynäkologischen Rat mit Antimykotika behandelt werden, wirklich eine „Candida albicans“-Infektion aufzeigen. Hier beginnt das Problem. „Weltweit beobachten wir, dass sich Resistenzen gegen Antimykotika entwickeln“, so die junge Forscherin. „Ziel unseres Schnelltestes ist es, nur die Patienten mit Antimykotika zu behandeln, die mit einem Pilz infiziert sind, und somit die Überbehandlung mit diesen Medikamenten zu reduzieren.“

Zwei Forschungssemester verbrachte Lisa-Marie Fröhlich in Oslo, wo sie unter anderem am „National Reference for Medical Microbiology“ arbeitete. Dort befindet sich ein Labor, an dem mit lebenden pathogenen Pilzen geforscht werden darf. Die Studentin und ihr Team erhielten wichtige Informationen über den Erreger der besagten Infektionskrankheit. Bei der Arbeit ist höchste Vorsicht geboten: Die Petrischalen befinden sich in einer Sicherheitswerkbank, da diese Pilze den Menschen infizieren können.

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