Volkach

Wahlforum: Die Ideen der Volkacher Bürgermeisterkandidaten

Im Wahlforum stellen sich die Kandidaten Andrea Rauch (Grüne), Heiko Bäuerlein (CSU), Udo Gebert (Freie Wähler), Mathias Krönert (FDP) und Jürgen Wagenhäuser (SPD) den Fragen.
Bei der Schnellfragerunde waren rasche Entscheidungen der Kandidaten gefragt (von links): Heiko Bäuerlein (CSU), Moderatorin Barbara Herrmann, Jürgen Wagenhäuser (für SPD), Andrea Rauch (Grüne), Moderator Andreas Brachs, Mathias Krönert (FDP) und Udo Gebert (Freie Wähler).
Bei der Schnellfragerunde waren rasche Entscheidungen der Kandidaten gefragt (von links): Heiko Bäuerlein (CSU), Moderatorin Barbara Herrmann, Jürgen Wagenhäuser (für SPD), Andrea Rauch (Grüne), Moderator Andreas Brachs, Mathias Krönert (FDP) und Udo Gebert (Freie Wähler). Foto: Fabian Gebert

Neben Kitzingen und Dettelbach bekommt auch Volkach bei den Kommunalwahlen am 15. März ein neues Stadtoberhaupt. Eine Frau und vier Männer buhlen um die Gunst der Wähler. Beim Wahlforum der Main-Post am Mittwochabend in der Volkacher Mainschleifenhalle zeigen Heiko Bäuerlein (CSU), Udo Gebert (FW), Mathias Krönert (FDP), Andrea Rauch (Grüne) und Jürgen Wagenhäuser (SPD), welche Ansichten sie bei volkachspezifischen Themen haben.

Sind in Volkach zu viele Touristen unterwegs?

Während des ersten Themenblocks dreht sich alles um Freizeit und Tourismus. Auf die Frage, ob eine Kurtaxe eingeführt werden soll, sind sich die Kandidaten einig: Ja! Heiko Bäuerlein betont jedoch, dass sich der Aufwand in Grenzen halten müsse. Auch sollte die Taxe am besten für die gesamte Verwaltungsgemeinschaft gelten. Jürgen Wagenhäuser ist dafür, dass Volkach erst einmal eine Vorreiterrolle übernehmen könne, auf alle Fälle müsse Geld in die Kassen kommen. Das sieht auch Andrea Rauch so: "Das sind Einnahmen, die uns woanders fehlen!" Mathias Krönert verweist darauf, dass sich eine Kurtaxe sicher auch ohne großen Aufwand digital einziehen lässt. Udo Gebert möchte die Stadtteile dabei haben, am besten die ganze Mainschleife.

Udo Gebert
Udo Gebert Foto: Fabian Gebert

Stößt der Tourismus in Volkach an seine Grenzen? Das sehen die Bewerber nicht. Gebert sieht da kein Problem, mögliche Beschwerden der Bürger müsse man jedoch ernst nehmen. Krönert mahnt ein Konzept an: "Wer sind wir, wo wollen wir hin?" Seine Idee: eine Bachelorarbeit soll hier Klarheit bringen. Rauch weist auf die gute Arbeit des Tourismusmanagers hin. Die Stadt verdient nun einmal ihr Geld mit Tourismus. Ihrer Meinung nach werde der Altmain bei dieses Diskussion vernachlässigt. Wagenhäuser betont, dass er "die Diskussion nicht versteht". Denn: "Wir ernten jetzt die Früchte, die vor 20 Jahren gesät wurden." Das Gefühl der Einwohner möchte auch Bäuerlein ernst nehmen. Ihm ist aber auch klar: "Um die Innenstadt werden wir im Umkreis beneidet."

Jürgen Wagenhäuser
Jürgen Wagenhäuser Foto: Fabian Gebert

Einigkeit auch beim Aufreger-Thema Freibad. Alle wollen den Erhalt. Rauch: "Wir brauchen das Freibad! Am besten mit zwei Becken." Krönert will das Freibad in seiner jetzigen Form erhalten. Ein konkretes Sanierungsangebot müsse her, eine "moderne Finanzierung" über Investoren sei hier denkbar. Gebert will das Freibad ebenfalls erhalten wie es ist. Abgespeckt ginge im Notfall auch. Für Wagenhäuser ist klar, dass alle drei Becken erhalten bleiben müssen: "Punkt. Ausrufezeichen!" Bäuerlein hält ein Kombi-Becken für denkbar: "Wir brauchen das Bad für die Volkacher!"

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Die Frage nach genügend Wohnraum

Was die Volkacher auch brauchen, ist Wohnraum. Was wollen die Kandidaten tun, damit alle einen Platz für sich in Volkach finden. Gebert weist darauf hin, dass es drei Baugebiete gibt. Das große Ziel müsse es aber sein, Leerstände wieder zum Leben zu erwecken. Das sieht auch Krönert so. Überall solle Bauwilligen die Chance gegeben werden, zu bauen, denn bis auf Köhler seien alle Ortsteile geschrumpft. Rauch meint, neue Trends beim Bauen müssten stärker berücksichtigt werden. Kleinere Bauplätze, gemeinsames Bauen und neue Wohnformen seien die Zukunft. In diese Richtung geht auch Bäuerleins Blick. Vorhandene Flächen sollten effizienter genutzt werden und mehr Wert auf Nachhaltigkeit gelegt werden. Wagenhäuser bestätigt: Ansprüche der Bauherren hätten sich geändert. Die Stadt müsse hier aktiv werden. Vor allem fordert er ein Leerstandsregister.

Mathias Krönert
Mathias Krönert Foto: Fabian Gebert

Damit ist er gleich beim nächsten Thema: Wie will die Stadt Leerstände wieder mit Leben füllen? 
Geht es nach dem SPD-Kandidaten muss der neue Bürgermeister mit den Besitzern reden. "Wir müssen das Thema angehen, denn Boden wird nicht mehr", erklärt Wagenhäuser. Auch Rauch möchte als Bürgermeisterin das Thema "viel aktiver" angehen. Im Bauamt werde jemand gebraucht, der sich mit der Problematik auskenne. Eine Lösung sei wichtig für die Weiterentwicklung der Stadt. Gebert verweist darauf, dass die Stadt viele Vorkaufsrechte habe, und diese würden auch genutzt, wenn es sinnvoll sei. "Wir brauchen keinen Leerstandsmanager, wir brauchen einen Bürgermeister, der mit den Leuten redet", sagt er. Bäuerlein stellt sich einen "bunten Blumenstrauß an Maßnahmen" vor. Er versteht darunter Förderer, Kümmerer und eine Partnerbörse, an der Interessen zusammengebracht werden. Auch Krönert fordert jemanden bei der Stadt, der Interessierten hilft, an Fördermittel zu kommen.

Heiko Bäuerlein
Heiko Bäuerlein Foto: Fabian Gebert

Alle wollen ein schöneres Mainufer

Neben dem Freibad erhitzt die Neugestaltung der Mainlände die Volkacher Gemüter. Einig sind sich alle Kandidaten, dass das Ufer unbedingt schöner gemacht werden muss. Bäuerlein möchte "den Baustellen-Charme" beseitigen. Die Mainlände sei der Zugang der Volkacher zum Main. "Ich will, dass wir Volkacher dahin wollen." Nach Veitshöchheim blickt Wagenhäuser. Dort gingen am Mainufer schon am frühen Samstagmorgen Leute spazieren. "Das Mainufer soll den Menschen Freude bereiten." Körnert setzt auf einen Mehrgenerationenplatz: "Ich möchte einen Platz, an dem sich Oma, Opa, Kind und Kegel hinsetzen." Eine Mainlände ohne Autos ist das Ziel von Rauch. "Die Mainlände ist mein Steckenpferd", betont sie. Und eins macht sie deutlich: Die Mainlände sei ihr wichtig, aber finanzielle Priorität habe das Freibad. Alle Wünsche der Mainufer-Nutzer seien im aktuellen Plan berücksichtigt, erklärt Gebert. "Der Plan wurde deswegen zusammen mit den Bürgern entwickelt."

Andrea Rauch
Andrea Rauch Foto: Fabian Gebert

Die Bürger kamen bei vielen Publikumsfragen zu Wort. So brach der Karl-Heinz Bernard, Stadtrat und Landwirt, eine Lanze für die Landwirtschaft. Diese sei den ganzen Abend nicht erwähnt worden. Außerdem wollten die Besucher wissen, wie die Kandidaten Steuer zahlendes Gewerbe nach Volkach locken wollen. Alle waren sich einig, dass sich produzierende Unternehmen niederlassen sollten.  Rauch könnte sich eine Art Campus auf dem ehemaligen Baywa-Gelände vorstellen, Bäuerlein wünscht sich eine neue Willkommenskultur, Krönert hat die Idee eines runden Tisches mit der IHK, Wagenhäuser setzt auf Firmen, die auch nachhaltig produzieren und Gebert macht deutlich, dass der Stadtrat bereits jetzt eine genaue Auswahl treffe. Logistikunternehmen etwa, die wenig Arbeitsplätze schaffen, seien keine Wunschkandidaten. Kurz, knapp und eindeutig wurde Linus' Frage nach einem Jugendparlament beantwortet: fünf Mal ein deutliches Ja.

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