Kitzingen

Warum Rückel nicht Bürgermeisterkandidat des Bürgerblocks wurde

Der Fraktionsführer des Bürgerblocks Wiesentheid wollte gern für seine Gruppierung als Bürgermeisterkandidat ins Rennen gehen. Warum alles anders kam, erklärt er jetzt.
Beim jüngsten Jubiläum des Bürgerblocks Wiesentheid war die Welt noch in Ordnung (von links): Fraktionsvorsitzender Michael Rückel, Staatsekretärin Anna Stolz MdL, 3. Bürgermeister Heinrich Wörner, Landrätin Tamara Bischof und Ortsvorsitzender Niklas Kapp. Foto: Wolf-Dieter Gutsch

Michael Rückel ist "für lückenlose Transparenz und Offenheit"; ihm liegt am ehrlichen Umgang in den eigenen Reihen und mit dem politischen Gegner. Das sagt er, und deswegen hat er neulich radikal gehandelt: Der Fraktionsvorsitzende des Wiesentheider Bürgerblocks kandidiert nicht namens seiner Gruppierung fürs Bürgermeisteramt. Dabei trägt er sich seit zwei Jahren mit diesem Plan; Vorstand und Fraktion standen hinter ihm. Was war passiert?

Rückels Bürgerblock ist in Wiesentheid die treibende Kraft, die kompromisslos gegen die Ansiedlung einer industriellen Salatproduktion auf dem Gemeindegebiet kämpft. Nicht nur bei diesem Thema kreuzt Rückel immer wieder mit dem CSU-Bürgermeister Werner Knaier die Klingen. Der Bürgerblock-Chef im Stadtrat sieht sich in der Rolle des Oppositionsführers, der Fehlentwicklungen anprangert und sie im Rat zur Sprache bringt. Hierbei glaubt sich Rückel bisweilen "undemokratisch" ausgebremst.

Als der Bürgerblock in einer Oktober-Sitzung nachfragen will, warum eine Toilettenanlage 180 000 Euro mehr als vorgesehen kosten soll, erhält er "Redeverbot" im Rat, wie Rückel sagt. Als sich das Gleiche beim Thema Salatzucht im November wiederholt, verlässt er mit den Mitgliedern des Bürgerblocks aus Protest die Ratssitzung. Der Eklat ist perfekt, allerdings bleiben zwei Bürgerblock-Räte sitzen.

Rückel spricht über den "absoluten Tiefpunkt"

Michael Rückel Foto: Andreas Brachs

Für Rückel ein unmögliches Verhalten seiner Kollegen: Er sieht dadurch seine Glaubwürdigkeit beschädigt, den Politikstil des Bürgermeisters bestärkt und die eigene Fraktion als Verlierer dastehen. "Ich habe das als absoluten Tiefpunkt empfunden", erklärt Rückel rückblickend. Für diese "Ungeschlossenheit innerhalb des Bürgerblocks" habe es in der Folge zurecht viel Kritik von außen gegeben, resümiert Rückel. Dagegen habe seither niemand sein Verhalten, die Sitzung zu verlassen, kritisiert.  

Rückel zieht die Konsequenzen

Rückels Konsequenz: Zwei Tage nach dem Eklat teilt er dem Vorstand des Bürgerblocks mit, dass er nicht als ihr Bürgermeisterkandidat antreten werde. "Eine klare Linie und Glaubwürdigkeit" sowie eine entschiedene "Aufklärung der Bürger" seien ihm wichtiger als das Geschachere um Posten. Deshalb habe er sich vom Vorstand und der Fraktion nicht umstimmen lassen, und folglich sei die erste Nominierungsversammlung des Bürgerblocks am 10. November kurzfristig abgesagt worden. 

Mittlerweile hat der Bürgerblock einen neuen Kandidaten präsentiert. Klaus Köhler ist bereit, für den Bürgerblock in den Wettbewerb um das Bürgermeisteramt zu gehen. Rückel ist der Nominierungsversammlung fern geblieben, steht allerdings auf Platz 5 der Gemeinderatsliste. Wie seine politische Zukunft aussieht, darüber will er sich in den kommenden Tagen Gedanken machen.

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