Kitzingen

Weitere Stolpersteine in der Rosenstraße in Kitzingen verlegt

Vier Stolpersteine erinnern in der Rosenstraße Nr. 17 an die Weinhändlersfamilie Oppenheimer.
Vier Stolpersteine erinnern in der Rosenstraße Nr. 17 an die Weinhändlersfamilie Oppenheimer. Foto: Werner Karl

Zum 13. Mal lud Claudia Gonschorek vom "Förderverein ehemalige Synagoge" in Kitzingen zu einer Verlegung von Stolpersteinen ein. Diesmal ging es um vier Mitglieder der Familie von Moritz Moses Oppenheimer, die bis zu ihrer Deportation und Ermordung im Konzentrationslager Izbica in Polen in der Rosenstraße 17 in Kitzingen gelebt hatten.

Darüber informiert der Verein in einer Pressemitteilung. Am Morgen fand ein Gedenken in der Alten Synagoge mit Schülern aus Marktbreit und Kitzingen statt, bei der Schüler des Kitzinger Armin-Knab-Gymnasiums die Biografien der Familienmitglieder vorlasen. Musikalisch wurde es durch ein Flötenduo begleitet. Grußworte sprach Bürgermeister Klaus Heisel.

Berührend war auch der Brief, den Rachel Oppenheimer, geborene Schur, im Oktober 1937 an ihren Neffen Julius geschrieben hatte. Sie riet ihm darin auf humorvolle Weise, eine Schauspielerkarriere zu verfolgen, denn auch sie und ihre fünf Brüder hatten "Lust zur Bühne zu gehen, aber die Frömmigkeit der Eltern hielt uns davon ab". Man erfährt, dass die kultivierte Rachel und ihre Brüder, Kinder des Synagogendieners Schur, gefragt waren, "wenn es etwas vorzutragen gab".

Stadtverwaltung und Bauhof unterstützen die Verlegung der Stolpersteine mit vorbereitenden Bodenarbeiten. In Kitzingen liegen sie grundsätzlich auf städtischem Grund. Stellvertretend für die Paten, die diese Stolpersteine gespendet hatten, dankte Diethart Bischof aus Fürth allen, die diese Veranstaltung und die Verlegung ermöglicht hatten.

Anschließend fand die Verlegung der Stolpersteine vor dem Haus in der Rosenstraße 17, der ehemaligen Weinhandlung der Oppenheimers, durch Künstler Gunter Demnig statt, der dazu aus Nordhessen angereist war. Mit kurzen Ansprachen der Organisatoren fand die Veranstaltung einen würdigen Abschluss, obwohl die 14 israelischen Nachfahren wegen der derzeit geltenden Quarantäne-Vorschriften ihres Landes den Besuch in Kitzingen absagen mussten.

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