Kitzingen

Wetterbilanz: Frühlingsgefühle Ende Januar

Der Blick in die Kitzinger Wetterstatistik zeigt: Der Januar war zu mild. Das freut die Blattlaus und auch die Landwirte – zumindest ein bisschen.
Ein sonniger Januartag kündigt sich mit einem tollen Morgenrot über dem Schwanberg an. 38 Stunden schien die Sonne im ersten Monat des Jahres. Foto: Konrad Thomann

Die Sonne strahlt vom eisblauen Himmel, der Schnee knirscht unter den Füßen – so sollte er sein, der Januar. Aber der erste Monat des Jahres enttäuschte die Erwartungen. Zwar schien die Sonne 38 Stunden vom Himmel und erreichte damit fast den Durchschnittswert von 40 Stunden, aber Schnee und kühle Tagen ließen auf sich warten.

Bei 3,3 Grad Celsius lag die Durchschnittstemperatur und war damit wieder deutlich zu warm. "Auch dieser Januar reihte sich in die zu warmen Monate ein", sagte Thomas Karl, der beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kitzingen die Wetterlage beobachtet. Im langjährigen Durchschnitt steht sogar ein Minus vorne dran: Bei minus 0,1 Grad liegt der Mittelwert.

Das Jahr startete kühl, am 2. Januar hatte es minus 6,3 Grad und war damit der kälteste Tag. "Aber das ist gar nichts für Januar", erklärt Karl. Nur zwei Tage mit Dauerfrost und 15 Nächte mit Frost zählte er in der Mainberheimer Straße in Kitzingen. Zwischen dem 9. und 20. Januar war es relativ mild und trocken, fast frühlingshaft war es am 31. Januar. Bei 13,5 Grad zwitscherten die Vögel und die Pflanzen wuchsen. Optimales Wetter für Schädlinge, denn bei diesen milden Temperaturen sterben zum Beispiel die erwachsenen Blattläuse nicht und bilden mit den Wintereiern, die auch Fröste überleben, die neue Generation.

Die Böden sind immer noch zu trocken

Am 27. Januar kam endlich auch ein bisschen Regen. 24 Liter pro Quadratmeter notierte Karl in seiner Statistik, damit fehlen 15 Liter zum Durchschnitt. 16 Tage mit Niederschlag, davon nur sieben mit einem nennenswerten Niederschlag von mehr als einem Liter zählte Karl im Januar. "Oft waren nur die Straßen nass. Oder wie ich immer sage: Das war nur Leut' geärgert", beschreibt Karl die Niederschlagswerte. Noch immer seien die Böden zu trocken. Gräbt man in die Tiefe, ist die Erde 50 Zentimeter trocken. Auch wenn im Januar 15 Liter fehlen, ist Karl optimistisch. "Das hat noch nichts zu sagen", sagt er. "Ein kühleres, feuchtes Jahr wäre aber nicht schlecht."

Der milde Januar hatte für die Landwirte auch seine guten Seiten: Sieben Vegetationstage, also Tage über fünf Grad, ließen das Wintergetreide sprießen. Aber durch den fehlenden Frost, müssen die Bauern nicht abgefrorene Zwischenfrüchte in den Boden einarbeiten – eine Arbeit, die mit den schweren Schleppern die Bodenqualität verschlechtert.  Oder wie Karl es formuliert: "Es hat halt alles immer seine zwei Seiten." 

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