Dettelbach

Wie die Stadt Dettelbach die neue Gestaltungssatzung einsetzt

Wird die alte Weinpresse aus dem Hornschen Spital im Brücker Tor aufgestellt? Die Stadtverwaltung will prüfen, ob dies möglich ist. Foto: Walter Sauter

Die neue Gestaltungssatzung für die Altstadt von Dettelbach ist seit Juli in Kraft, jetzt geht es darum, die neuen Vorschriften mit der baulichen Wirklichkeit abzugleichen. Denn nicht jede mögliche Fragestellung konnte in dem 14-seitigen Papier behandelt werden. So ging es beispielsweise in der Sitzung des Haupt- und Bauausschusses am Donnerstag darum, ob beim Ausbau eines Dachs eine Firstverglasung möglich ist. Das entsprechende Bauvorhaben ist in der Kühngasse geplant.

Dazu holte die Stadtverwaltung nach den Worten von Bürgermeisterin Christine Konrad eine ausführliche Stellungnahme der Stadtplanerin Sylvia Haines ein, die maßgeblich an der Erstellung der Satzung mitgewirkt hat. Demnach ist eine Firstverglasung "eine Sonderform von Dachliegefenstern", so Konrad, doch die dafür festgelegten Größen passen nicht."Firstverglasungen besitzen eine lange Tradition", erklärte dazu Haines. Sie seien "aus denkmalpflegerischer Sicht gut zur Belichtung und Belüftung des Daches" geeignet. Dieser Einschätzung schloss sich der Ausschuss an und stimmte dem Vorhaben mit 6:1 Stimmen zu.

Aus Stall und Scheune wird ein Wohnhaus

Bei einem anderen Bauvorhaben in der Bamberger Straße in Dettelbach kommt ebenfalls die neue Gestaltungssatzung zum Tragen. Zum einen soll dort ein als Denkmal eingestuftes Haus renoviert und ein Anbau aufgestockt, zudem ein ehemaliger Stall und eine Scheune in ein Wohnhaus umgebaut werden. Letzteres soll auf der Südseite eine Gaube mit Zwerchgiebel bekommen. Das dort vorgesehene Fenster war ursprünglich nicht rechteckig geplant, wie es die Satzung vorsieht. Der Ausschuss erteilte dem Vorhaben seine Zustimmung unter der Auflage, dass das Fenster rechteckig ausgeführt wird. "Das ganze Projekt ist eine mit der Denkmalpflege und unserer Stadtplanerin abgestimmte Gesamtlösung", so die Bürgermeisterin.

Der nordöstliche Ortsrand von Bibergau: Der Haupt- und Bauausschuss sprach sich für die Aufstellung eines Bebauungsplane... Foto: Walter Sauter

Darf demnächst am nordwestlichen Ortsrand von Bibergau außerhalb des bestehenden Bebauungsplans gebaut werden? Diese Frage beschäftigte wieder einmal das Gremium. Konkret ging es um die im Mai 2018 aufgestellte Ergänzungs- und Einbeziehungssatzung. Dazu wurden die Träger öffentlicher Belange gehört. Dabei wurden, so Konrad, "schwerwiegende Bedenken" geäußert. Die Untere Naturschützbehörde monierte etwa, dass "die fraglichen Grundstücke im Lebensraum des Feldhamsters liegen". Das Wasserwirtschaftsamt verwies auf das starke Gefälle im Bereich des Grabens und die damit verbundene Überflutungsgefahr bei Starkregen und das Landwirtschaftsamt mahnte, dass vier landwirtschaftlich genutzte Grundstücke durchschnitten würden und ein neuer Wirtschaftsweg zur Erschließung nötig sei.

Der Bayerische Gemeindetag teilte schließlich auf Befragen der Stadt mit: Das Gebiet fällt für eine Satzung zu groß aus. Deshalb musste nun der Ausschuss zurückrudern. Er hob mit 5:2 Stimmen den Satzungsbeschluss auf und plädierte nun für die Aufstellung eines Bebauungsplans. Zuvor jedoch muss die Stadt 60 Prozent der Grundstücke erwerben.

Alte Weinpresse im Brücker Tor?

In der Scheune des Hornschen Spitals steht eine alte Weinpresse. Das Vorhaben, sie zu verkaufen, lehnte der Ausschuss mit knapper Mehrheit ab. Die Bürgermeisterin sagte zu, einen Vorschlag von Ernst Plannasch (FW) zu prüfen, sie im Brücker Tor aufzustellen. Falls dies nicht möglich ist, soll ein anderer Platz gesucht werden, an dem die Presse sichtbar aufgestellt werden kann.

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