Iphofen

Wie die VG Iphofen Datenklau verhindern will

Auf dem Weg zur digitalen Verwaltung will sich die VG Iphofen mit einer eigenen IT-Fachkraft wappnen. Kritiker befürchten: Zu diesem Gehalt werde kaum jemand zu finden sein.
Wie lässt sich Datenklau im öffentlichen Raum verhindern? Das Foto zeigt einen Wissenschaftler in einem speziellen Trainingsraum der Technischen Universität Darmstadt. Foto: Frank Rumpenhorst

Den Reisepass online beantragen, ein Meldeformular herunterladen oder den neuen Wohnsitz melden: Bis zu 250 Verwaltungsdienstleistungen verspricht der deutsche Staat seinen Bürgern künftig vom heimischen PC aus erledigen zu können. „Umsetzen müssen es die Kommunen“, sagt Leo Eckert, Geschäftsleiter der VG Iphofen. Doch der Weg zur digitalen Kommune ist lang und mit immer neuen Hürden gepflastert. „Die Ansprüche der Bürger wachsen, wir müssen ständig modernisieren, die EDV-Kosten steigen von Jahr zu Jahr“, erklärt Iphofens Bürgermeister Josef Mend.

Der erfahrene Verwaltungsfachmann Mend, der im Mai 2020 nach 30 Jahren in den politischen Ruhestand treten wird, ist überzeugt: So manches werde den Verwaltungen im Zuge der Digitalisierung „um die Ohren fliegen“, und gegen das, was da kommt, nehme sich der Datenklau, wie ihn vor geraumer Zeit die Stadt Dettelbach erlebt habe, harmlos aus.

Um etwa vor Hacker-Angriffen gewappnet zu sein, hat die VG die Stelle eines IT-Koordinators ausgeschrieben. Er soll nicht nur den sicheren Umgang mit aktuellen und weniger aktuellen Betriebssystemen und Netzwerken beherrschen, sondern etwa auch Erfahrung in E-Government, digitaler Verwaltung oder IT-Vertragsrecht vorweisen können.

Ein Professor Doktor zum Gehalt einer Putzfrau

Ziemlich viel auf einmal, wie der Willanzheimer Gemeinderat Robert Krämer findet. „Es gibt diese Spezialisten, gar keine Frage“, sagte Krämer am Donnerstagabend bei der jährlichen VG-Versammlung im Iphöfer Rathaus. „Aber definitiv nicht zu diesem Preis.“ Die Stelle ist dotiert nach Entgeltgruppe 10, was einem Brottojahresgehalt von gut 45 000 Euro entspricht. „Was wir wollen, ist der Professor Doktor Doktor mit dem Gehalt einer Putzfrau. Das geht nicht“, so Krämer. IT-Fachleute mit diesem Anforderungsprofil gingen „nicht unter 200 000-Euro-Jahresgehalt nach Hause“.

Bürgermeister Mend gab zu, dass Krämer den „Schwachpunkt“ erkannt habe, aber der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes gebe nicht mehr her. Leo Eckert fügte hinzu, eine IT-Kraft könne nicht mehr verdienen als Führungskräfte in der Verwaltung. „Vielleicht können wir ja zwei Leute einstellen“, sagte Krämer, „einen für die Server-Technologie, einen für die Infrastruktur.“

Mend will sich dagegen „nicht wehren, wenn wir es mit einem nicht schaffen und einen weiteren genehmigt bekommen.“ Denn auch darum geht es: Die Stelle, die zum 1. April 2020 besetzt werden soll, wird drei Jahre lang staatlich gefördert, mit maximal 90 000 Euro, erst danach müssen die Gemeinden anteilsweise das Gehalt bezahlen.

Erfreulich für Mend: Umlage bleibt konstant

Mend weiß schon heute, dass die VG-Umlage dann um etwa zehn Euro je Einwohner steigen wird. Dass sie für 2020 bei 154 Euro stagniert, und das obwohl die Ausgaben um rund vier Prozent auf 1,86 Millionen Euro steigen werden, ist für ihn der erfreulichste Aspekt im aktuellen Haushalt.

Der Anteil der vier Mitgliedsgemeinden verteilt sich dabei so: Iphofen 724 000 Euro, Rödelsee 280 000 Euro, Willanzheim 253 000 Euro und Markt Einersheim 190 000 Euro. Für Mend ist das gut angelegtes Geld. „Wir haben eine leistungsfähige Verwaltung. Die gibt es nun mal nicht zum Nulltarif.

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