Dettelbach

Wie es um das ehemalige Franziskanerkloster in Dettelbach steht

Für die Nutzung des ehemaligen Franziskanerklosters in Dettelbach gab es Ideen, umgesetzt wurde noch nichts. Foto: Caroline Münch

Nach über 400 Jahren haben die Franziskaner das Kloster in Dettelbach verlassen – ein Einschnitt in die Geschichte Dettelbachs und der Franzisker. Fünf Patres und ein Bruder wurden auf andere Franziskaner-Häuser verteilt. Einer der Gründe: Die Stelle des leitenden Pfarrers konnte nicht mehr besetzt werden. Insgesamt zwingen Nachwuchsmangel und das hohe Alter vieler Brüder die Franziskaner zur Schließung einiger Klöster.

Ungewisse Zukunft der Bibliothek

Das Franziskanerkloster befindet sich seit 2017 im Eigentum der Diozöse Würzburg, die es vom Franziskanerorden erworben hat. Die Bibliothek wiederum befindet sich weiterhin im Besitz der Deutschen Franziskanerprovinz. Der Pressesprecher der Diözese, Bernhard Schweßinger, erklärt, dass die Diözese die Bibliotheksbestände nicht übernehmen werde. Wie lange die Bibliothek noch im Gebäude bleibt und was mit ihr passiert, ist noch unklar. Für Bruder Cornelius Bohl, Provinzialminister der Franziskaner, stellt dies ein großes Problem dar, das noch gelöst werden müsse.

Das künstlerische, mobile Inventar des Klosters wurde von der Diözese gesichert und befindet sich zum Großteil im Depot in Würzburg. Einen genauen Kaufbetrag nannte die Diözese nicht. Laut Schweßinger gab es beim Erwerb des Klosters Dettelbach durch die Diözese "kein reguläres Verkehrswertgutachten, das den kompletten Wert der Immobilie wiedergeben würde". Der Betrag drücke vor allem Dank für die jahrhundertlange Treue aus und "letztendlich wurde der Orden auch von einer nicht mehr benötigten, sanierungsbedürftigen Immobilie befreit", so Schweßinger.

Noch immer das Ziel zahlreicher Wallfahrer: das ehemalige Franziskanerkloster in Dettelbach. Foto: Caroline Münch

Zu hohe Renovierungskosten

In Punkto Sanierung ist noch nicht viel geschehen. Kirchenpfleger Mathias Weissmann berichtet, dass Statiker die Decken geprüft haben. Die Renovierungskosten seien dann aber zu hoch gewesen. Das bestätigte auch Pfarrer Uwe Hartmann. Damit war die Idee verworfen, frei werdende Gebäudeteile für die Unterbringung historischer Archiv- und Bibliotheksbestände zu nutzen. Auch der Gedanke, betreutes Wohnen im Kloster anzubieten, fand keinen Anklang mehr.

Ideen gab es also schon, die Realisierung, blieb aber aus, obwohl das Gebäude laut Pfarrer Hartmann viele Nutzungsmöglichkeiten hätte. "Es hat einen herausragenden kunsthistorischen Wert. Ein Gebäude aus der Renaissance aus einem Guss ist etwas Besonderes." Demnächst will sich der Pfarrer mit politischen Akteuren zusammensetzen, um Nutzungsmöglichkeiten zu besprechen und neue Ideen aufzunehmen. Dazu erklärt Schweßinger auf Nachfrage, dass die Zukunft des Klostergebäudes einer langfristigen Antwort bedürfe, die im Moment noch offen sei. Daher spiele auch der dreijährige Baustopp in der Diözese keine Rolle.

Wallfahrten werden gut angenommen

Das Kloster ist zwar geschlossen, die Pilgerfahrten zur Wallfahrtskirche "Maria im Sand", die jedes Jahr viele Gläubige anziehen, bleiben aber erhalten und werden rege angenommen. "Wir bekommen viele Anmeldungen für Wallfahrten, das ist wie früher", erklärt Hartmann, der seit 2017 im Dienst ist. Er kümmert sich jetzt um die Wallfahrten. Hartmann hat das Amt des Wallfahrtsseelsorgers von Franziskanerpater Richard Heßdörfer übernommen, der jetzt im Kloster Engelberg lebt.

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