Wiesenbronn

Wiesenbronn stimmt für Abwasseranschluss in Kitzingen

Hans-Ulrich Hoßfeld vom Ingenieurbüro Hoßfeld & Fischer erläuterte in der Wiesenbronner Ratssitzung die Möglichkeiten der Kanaltrassen für den Anschluss des Wiesenbronner Abwassers an die Kitzinger Kläranlage. Foto: Winfried Worschech

Geschlossen stimmte der Gemeinderat in der Sitzung am Dienstagabend für eine Abwasserleitung zum Anschluss an die Kitzinger Kläranlage und gegen eine Sanierung oder den Neubau der Wiesenbronner Kläranlage. Außerdem votierte das Gremium ebenfalls einstimmig für den Kanalbau durch Großlangheimer Gemarkung und dann zusammen mit Großlangheim nach Kitzingen als wirtschaftlichste Lösung. Da Großlangheim dieser Version aber ablehnend gegenüber steht, werden Bürgermeisterin Doris Paul, ein Vertreter des beratenden Ingenieurbüros und des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) in Großlangheim vorstellig werden, um eine Lösung zu finden. Die Sitzung fand im Feuerwehrgerätehaus statt, da im Rathaussaal derzeit die Pläne für den Wettbewerb zum Umbau des Anwesens neben dem Rathaus zum Multifunktionshaus ausliegen.

Die Bürgermeisterin erinnerte daran, dass man sich schon lange mit dem Thema Kläranlage beschäftige "und wir haben etliche Möglichkeiten bedacht und viele Berechnungen angestellt". Da das WWA eine Entscheidung wolle und Sanierung oder Neubau der Wiesenbronner Kläranlage unerschwinglich seien, habe man sich mit der Möglichkeit des Anschlusses an die Kitzinger Kläranlage befasst und eine Vergleichsstudie in Auftrag gegeben.

Zudem habe das WWA einen Kläranlagenneubau zusammen mit Castell abgelehnt. Hans-Ulrich Hoßfeld vom Ingenieurbüro Hoßfeld & Fischer, das die Vergleichsstudie durchführte, berichtete von Gesprächen mit Vertretern der Gemeinden Rödelsee und Großlangheim wegen des Kanals durch deren Gemarkungen. Dabei habe man in Rödelsee Entgegenkommen erfahren, während sich das Gespräch in Großlangheim "etwas schwieriger" gestaltet habe, da Großlangheim schon ein Konzept zum Anschluss an die Kitzinger Kläranlage beschlossen habe und nicht wolle, dass das Wiesenbronner Abwasser durch die Großlangheimer Flur laufe.

250 000 Kubikmeter Abwasser pro Jahr

Für den Anschluss in Kitzingen müsse Wiesenbronn einmalig rund 550 000 Euro bezahlen und als eine der Voraussetzungen zum Anschluss mittels Druckleitung mit der Pumpstation in der Wiesenbronner Kläranlage nannte Hoßfeld Regenüberlaufbecken und die Mischwasserbehandlung, "denn das Abwasser muss behandelt werden und je weniger Abwasser nach Kitzingen kommt, umso weniger Strom wird verbraucht".

Schon vor dem Schub nach Kitzingen müssten Toilettenhinterlassenschaften und Sand entnommen werden, "denn nur mit einer Vorbehandlung, die zwingend notwendig ist, ist es möglich, diese Länge zu stemmen". Notwendig seien zudem zwei weitere Maßnahmen, um das Abwasser frisch zu halten. Im Regelfall werde mit rund 250 000 Kubikmetern Abwasser pro Jahr gerechnet, die nach Kitzingen befördert werden müssen. Bei einer Kanaltrasse über Rödelsee betrage die Förderhöhe rund 60 Meter, während sie via Großlangheim bei rund 20 Metern liege.

Vergleichsstudie empfiehlt Großlangheim

Die Investitionskosten beim Weg über Großlangheim bezifferte Hoßfeld auf rund 5,7 Millionen Euro, während sie bei der Rödelseer Trasse rund fünf Millionen betrage. Allerdings wäre ab Großlangheim ein gemeinsamer Kanal nach Kitzingen möglich "und das wäre ein Riesenvorteil". Beim Kosten-Nutzen-Vergleich erreiche die Trasse über Großlangheim samt gemeinsamem Kanal ab Großlangheim die höchste Punktzahl.

Die Vergleichsstudie empfehle daher den Weg über Großlangheim, den auch das WWA mitgehe, "abgesehen vom Umstand, dass der Anschluss an Kitzingen gefördert wird, während es für den Neubau einer Kläranlage nichts gibt". Das Förderprogramm gebe es bis zum 31. Dezember 2021, lautete die Information dazu. Die Vergleichsstudie verursachte rund 6000 Euro Mehrkosten, da nach Aussage Hoßfelds mehr Arbeit für ein besseres Zahlenwerk notwendig wurde, was sich letztendlich günstig bei der Trassenplanung auswirken werde. Der Mehrbetrag wurde bei zwei Gegenstimmen befürwortet.

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